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Der folgende Text ist einer der Beiträge verschiedener Autoren, die in der Zeitschrift "DAMALS" - Das Magazin für Geschichte und Kultur veröffentlicht wurden. Heft 03/2002 der Reihe "DAMALS" erschien am 20.02.2002 mit dem Titelthema "Der Islam - Geschichte einer Weltreligion". Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der "DAMALS"-Redaktion.

 

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Prof. Dr. Heinz Halm

Islamisches Rechts- und Staatsverständnis.
Islam und Staatsgewalt.

 


"Der Islam ist Religion und Staat" (al-Islam din wa-daula) lautet ein oft zitierter Grundsatz. Angeblich macht er es Muslimen grundsätzlich unmöglich, zwischen beiden Sphären zu trennen.

Sollte dies tatsächlich so sein, dann wären Muslime nicht in der Lage, eine der Grundlagen der modernen Demokratie anzuerkennen: die Trennung zwischen Religion und Staat, den säkularen Staat als neutralen Vermittler zwischen unterschiedlichen religiösen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen. Der Slogan wird denn auch mit Vorliebe von Vertretern jener politischen Strömungen im modernen Islam im Munde geführt, die wir "islamistisch" nennen, also jener Richtungen des politischen Islam, die der Demokratie westlichen Zuschnitts ablehnend oder gar feindlich gegenüberstehen und einen "islamischen" Staat fordern, der nicht demokratische, sondern theokratische Züge tragen und die in der prophetischen Sendung Mohammeds geoffenbarte gottgewollte Ordnung auf Erden realisieren soll. Nun ist aber der eingangs zitierte Slogan vor dem 19. Jahrhundert gar nicht zu belegen. Er ist selber ein Produkt der Moderne, und es ist zu fragen, ob er tatsächlich historisch begründet ist und nicht bloß ein Idealbild oder das Postulat einer bestimmten modernen Ideologie darstellt.

 

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