Vielleicht interessieren Sie auch die Porträts von:
Albert Socin
Heinrich Ewald
Wilhelm Schickard

 

Zur Zeit lehren diese Mitarbeiter am Seminar:
Prof. L. Richter-Bernburg
Prof. H. Gaube
Prof. H. Halm
Prof. J. van Ess
Dr. L. Ilisch
Dr. L. Berger
Hala Attoura M.A.

 

Enno Littmann

16.09.1875 - 04.05.1958

Enno Littmann - PhotoEnno Littmann war einer der letzten grossen europäischen Orientalisten, dessen Werk den alten wie neuen Orient in seiner Gesamtheit (einschliesslich Alt-Isreals und des modernen Palästina) umfasste. Geboren wurde er am 16.9.1875 als Sohn eines Buchdruckerei-Besitzers in Oldenburg, er starb am 040.5.1958 in Tübingen.

Littmann studierte von 1894-98 Ev. Theologie, Orientalistik, Germanistik, Anglistik und Klassische Philologie in Berlin (bei August Dillmann), Greifswald (bei Georg Jacob und Friedrich Baethgen) und Halle (bei Emil Kautzsch, Franz Praetorius, Georg Jacob, John Meier und Eduard Meyer). 1898 Oberlehrerexamen (Hauptfächer Religion und Hebräisch, Nebenfächer Deutsch, Lateinisch, Englisch), Dr. phil. (Das Verbum der Tigresprache in Abessinien). Nach einem weiteren Semester bei Theodor Nöldeke in Strassburg (1898/99) 1898-1900 mit der (ersten) amerikanischen archäologischen Expedition in Syrien und Palästina (epigraphische und volkskundliche Studien); 1901 Lecturer, dann Assistant Professor, Princeton University; 1904-5 Teilnehmer der (zweiten) amerikanischen Syrien-Expedition. 1905-6 Direktor der deutschen Aksum-Expedition in Nord-Äthiopien.Enno Littmann - Photo

Als Ordinarius für Semitistik in Strassburg folgte er 1906-14 Theodor Nöldeke. Zahlreiche Vortrags- und Forschungsreisen führten ihn nach Ägypten und Kleinasien. 1914-16 wurde er der Nachfolger Wellhausens in Göttingen, 1916-1918 im Stellvertretenden Generalstab in Berlin. 1918-1921 Professor für Orientalistik in Bonn, seit 1921 bis an sein Lebensende in Tübingen (seit 1951 emeritiert). 1927 Gastprofessor an der Johns Hopkins University, Baltimore, Mitglied der arabischen Akademie Kairo und der wissenschaftlichen Aklademien von Berlin, Göttingen, Mainz, Kopenhagen, Amsterdam, Brüssel, Rom, Paris und Wien. 1931 Ritter des »Pour le Merite (Friedensklasse)«, 1952-1955 Kanzler des Ordens. - L.s Lebenswerk ist nach Breite wie Tiefe unerreicht. Für das Lesepublikum (1001 Nacht; Morgenländische Wörter im Deutschen), Alttestamentler, Palästinakundler, Christliche Archäologen und das Studium des christlichen Orients sind seine einschlägigen Arbeiten von ungeminderter Relevanz.

Werke (Auswahl):

  • Eine amtliche Liste der Beduinenstämme des Ostjordanlandes, in ZDPV 24, 1901, 26-31

  • Neuarabische Volkspoesie, gesammelt und übersetzt, Berlin 1902

  • Semitic Inscriptions, New York 1904 (mit David Magie Jr. und Duana Reed Stuart)

  • Deutsche Aksum-Expedition, Bd. 1, 3, 4, Berlin 1913; Semitic Inscriptions. Section A-D (Syria. Publications of the Princeton University Archaeological Expedition to Syria in 1904-5 and 1909, Division IV), Leyden l9l4-49

  • Morgenländische Wörter im Deutschen, Berlin 1920; dsgl., 2. verm. u. verb. Aufl., Tübingen 1924

  • Die Erzählungen aus den Tausendundein Nächten, 6 Bde., Leipzig 1921-1928; dsgl., erweiterte und verb. Neuausgabe Wiesbaden 1953 (davon seitdem mehrere Nachdrucke)

  • Vom morgenländischen Floh. Dichtung und Wahrheit über den Floh bei Hebräern, Syriern, Arabern, Abessiniern und Türken, Leipzig 1925

  • Ein Jahrhundert Orientalistik. Lebensbilder aus der Feder von E.L., ed. Rudi Paret und Anton Schall, Wiesbaden 1955

  • Wörterbuch der Tigre-Sprache, Lfg. 1-3, Wiesbaden 1956-58

 

 

Zum Seitenanfang

 



Copyright by Orientalisches Seminar Tübingen | Letzte Aktualisierung am: 15-Mai-2002
e-mail:
Webmaster