Der Verbund
Die Kategorie Geschlecht,
das gesamte sex-gender-System, ist das Resultat einer kulturellen
Setzung. Es handelt sich dabei um Prozesse der Grenzziehung, Abgrenzung,
Ausgrenzung, aber auch der kontinuierlichen Grenzüberschreitung,
deren Sanktionierung oder Legitimierung. Der Promotionsverbund möchte
sich daher der Frage widmen, wie unter konkreten Umständen, in
spezifischen literarischen Texten, in konkreten historischen Konstellationen
Grenzziehungen vorgenommen bzw. repräsentiert werden, wie und
für wen diese Grenzen durchlässig oder überschreitbar
sind, wie sie gegen Auflösung gesichert sind. Diesen Fragestellungen
soll mithilfe verschiedener Methoden nachgegangen werden, wie sie
etwa in der Soziologie und in den verschiedenen Fächerkulturen
der beteiligten Philologien gepflegt werden. Unter der Vorgabe einer
gemeinsamen Arbeit am Text sollen die Fragen nach der Grenzsetzung
als sozialer Praxis und performativem Akt, der Grenze als Resultat,
nach den Differenzen zwischen den beiden Räumen jenseits der
Grenzen und nach den Zwischenräumen verhandelt werden.