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Areal B

(deutsches Team)

- Bau III (CAS 96-99):

Um ausreichend Platz für die Errichtung von Bau III zu schaffen, mußte an seiner Westseite der hier anstehende Fels abgearbeitet werden. Als Grundriß ergibt sich ein schmaler langrechteckiger Bau mit zwei hintereinander gestaffelten Räumen. Im Süden deutet die Verlängerung der Längsseiten darauf hin, daß sich dem Gebäude ein weiterer Raum oder ein Vorbau mit Anten anschloß. Neuzeitliche Planierungsarbeiten verunklären das Bild an der südlichen und an der nördlichen Schmalseite des Komplexes, daher bleibt die Rekonstruktion an diesen Stellen hypothetisch. An der Nordseite markiert mit großer Wahrscheinlichkeit eine Felsstufe den nördlichen Abschluß des Gebäudes. Architekturdekor (Dachrandverkleidung) und Beifunde (ein großer, über 60 cm hoher Terrakottaständer und qualitätvolle attische Keramik) können nur zu einem weiteren Gebäude mit öffentlich-sakraler Funktion gehören haben. Die Funde datieren die Errichtung des Gebäudes in die zweite Hälfte des 6. Jh. v. Chr. und seinen Einsturz in das 5. Jh. v. Chr. Mit der Aufgabe des Baus III nach dieser relativ kurzen Nutzungszeit sind möglicherweise auch die Funktionen des Komplexes an einen anderen Ort verlegt worden, da an dieser Stelle kein Nachfolgerbau nachweisbar ist.

Die Ausgrabungen der Kampagne 1999 brachten wenige Meter südöstlich von Bau III eine Zisterne zutage. Diese ist im Querschnitt flaschenförmig, mindestens sechs Meter tief und wurde durch einen sorgfältig behauenen Peperinoblock mit kreisrunder Öffnung gefasst. Nach dem bisherigen Forschungsstand war sie wesentlich länger in Benutzung als Bau III, wie die Anlage eines neuen Zuflusses und das zusätzliche Abdichten der Zisterne mit Verputz  in römischer Zeit beweisen. Noch in dieser Zeit wurde die intakte und daher nicht verfüllte Zisterne mit großen Pithosfragmenten verschlossen.

Nach der Benutzung des Gebietes als Bestattungsplatz (Funde von römischen Grabmonumenten und frühchristlichen Skeletten ), auf dem in der Spätantike  auch eine kleinen Kapelle stand, wurde im Bereich von Areal B erst im späten 13. Jh. wieder gebaut: Die Hochfläche wurde nach Süden hin planiert und ein monumentaler Gebäudekomplex (Casale I) errichtet. Der Reichtum der teilweise zweistöckigen Bauten zeigt sich in den Überresten farbiger Estrichböden und verputzter Wände. Vom prunkvollen Leben in den großen Räumen erzählt die qualitätvolle Majolika-Keramik des 15. und 16. Jh. Nach mehreren Umbauten wurde der Hügel bereits im 17. Jh. wieder verlassen. Die Ruinen des Gebäudes nutzte man am Ende des 18. Jh. zum Bau der heute sichtbaren, einräumigen "Casetta dei Cacciatori", die mit dem Vorgängerbau weder in der Größe noch in der Qualität des Mauerwerkes wetteifern konnte. Keramikfunde von nach wie vor großer Qualität belegen  den hohen sozialen Stand der Eigentümer, die das neue Gebäude als Jagdhaus nutzten.

 

- Schnitt 48 (CAS 00):

Auf dem Plateau wurden im westlichen Teil Mauerzüge und Fußböden der Bauphase Casale I gefunden, die weiteren Aufschluß über die umfangreiche Bebauung im hohen Mittelalter geben. Aus der Schicht unterhalb der Baustrukturen von Casale I stammt ein reliefverzierter Mörser, der seinerseits über frühchristlichen Bestattungen liegt.

 

- Schnitt 50 (CAS 00):

In dem ca. 10 Meter langen Suchschnitt wurden über dem Felsboden die Reste eines Fußbodens aus der mittelalterlichen Phase Casale I entdeckt. Unterhalb dieses Bodenniveaus ließen sich keine antike Baureste verifizieren, was zu dem Schluß führt, daß der südwestliche Teil des Siedlungsplateaus in etruskischer und römischer Zeit möglicherweise frei von Bebauung war.

 

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