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Castellina del Marangone

Internationale Forschungsgrabung in einer etruskischen Küstensiedlung 

Die territoriale Gliederung Etruriens bestand aus großen Stadtstaaten mit zugehörigem Umland, die je nach Lage und den örtlichen Ressourcen unterschiedliche Produktionsschwerpunkte besaßen. Dabei waren die Küstenstädte schon früh in das Handelsnetz im Mittelmeerraum eingebunden. Eine zentrale Rolle spielte in diesem Zusammenhang der Mineralreichtum in Küstennähe sowie auf den vorgelagerten Inseln:

So besaß Nordetrurien auf Elba die größten Eisenerzvorkommen im Mittelmeerraum, die in Populonia verhüttet, verarbeitet und als Fertigprodukte verhandelt wurden. Über eine große Vielfalt an Erzen und Mineralien verfügten die Monti Metalliferi im Gebiet zwischen Volterra und Vetulonia. Auch die südetruskischen Küstenstädte Tarquinia und Cerveteri profitierten von den Eisenerzvorkommen der im Hinterland gelegenen Tolfaberge. Hier ist der Abbau von Eisenerz durch die Ausgrabungen in Castellina del Marangone, einer kleinen Küstensiedlung auf halbem Wege zwischen Tarquinia und Cerveteri, schon für das 8. Jh. v .Chr.belegt. Dort wurden im Jahr 1964 Eisenschlacken zusammen mit griechisch-euböischer Keramik gefunden. Diese Entdeckung ist ein eindeutiger Hinweis darauf, daß die Gewinnung und Verarbeitung von Eisen in direktem Zusammenhang mit der Präsenz der Griechen und ihrem Interesse an den reichen Eisenvorkommen in Etrurien stehen. Der Metallreichtum dieser Landschaft war sicher einer der entscheidenden Gründe für die euböischen Griechen, zur Sicherung der Handelsverbindung in Pithekussai und Kyme die ersten Kolonien in Unteritalien zu gründen.

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