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Castellina
del Marangone
Internationale
Forschungsgrabung in einer etruskischen Küstensiedlung |

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Geomatik
Mit
dem Begriff geomatics wird seit einigen Jahren vor allem in Canada,
USA und Australien die Kombination von Geodäsie und Geoinformatik griffig
zusammengefasst. Dadurch soll dem weitreichenden Wandel des Berufsbildes
der letzten Jahre Rechnung getragen werden. Die rasanten Fortschritte in
den Informationstechnologien einerseits und die technischen
Entwicklungen auf dem Instrumentensektor andererseits
wie z.B. die Integration von Satellitenvermessungen (GPS) haben
dazu beigetragen, dass sich das Berufsbild des ehemaligen Vermessers von
der reinen Datenerfassung und Auswertung immer mehr in Richtung
qualitativer Analyse und Präsentation von Geodaten verlagert hat.
Dieses neue Bild hinaus zu tragen ist ein Ziel unserer interdisziplinären
Zusammenarbeit. International bietet der Fachbereich
Geoinformationswesen nun auch durch einen neu eingerichteten
Masterstudiengang geomatics diese Weiterqualifikation in einem
4-semestrigen Studium an.
Im
Castellina-Projekt wurden die Anforderungen und Wünsche an die Geomatik
schon sehr früh (1995) konkretisiert. Dies ist als Idealfall zu
betrachten, da damit rechtzeitig Grundlagen für alle weiteren
Leistungen geschaffen werden konnten. |
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Grundlagen
Die
geodätische Grundlagenvermessung stellt den ersten Schritt für die
gesamten Vermessungen dar. Durch sie soll in der Regel ein Koordinaten-
und Höhenbezug des Untersuchungsgebietes zum Landesnetz ermöglicht
werden. Schon in der Vorkampagne Ostern 1995 konnten italienische
Vermessungspunkte in der weiteren Umgebung gefunden werden, die den
Anschluß an das Survey- und Grabungsareal ermöglichten. Dank
detaillierter Kartengrundlagen und trigonometrischer Punkte konnte das
Gebiet mittels elektronischer Tachymeter an das Landesnetz angeschlossen
werden. Neuere Luftbilder ermöglichten anschließend umfangreiche
photogrammetrische Auswertungen des Großraums um die Castellina.
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Vermessung
Unter
der archäologischen Basisvermessung verstehen wir Aufgaben, die der
direkten archäologischen Arbeit vor Ort dienen. Dazu zählen z.B. die
Bereitstellung von topographischen Plänen des Gesamtgebietes (hier im
Maßstab von 1: 500). Basierend auf dieser sehr aufwändigen Vermessung,
die auch alle obertägig sichtbaren archäologischen Merkmale (von Gebäude-
und Mauerresten über Zisternen bis hin zu den Stadtmauer- und
Wegestrukturen) erfasste, konnten die Grabungsareale festgelegt werden.
Ein Grabungsraster, welches nach Norden oder z.B. auch nach Gebäudestrukturen
aufgebaut wird, ermöglicht anschließend die Einteilung in definierte
Bereiche mit direktem Höhenbezug über die Rasterpunkte. Von diesen aus
können die Archäologen ihre Sacci dreidimensional vermessen. Diese
traditionellen Aufgaben werden heute durchgängig mit optimierten Geräten
und rechnergestützten Verfahren bearbeitet.
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Innovativ
Die
besondere Herausforderung der interdisziplinären Zusammenarbeit liegt
im sehr weiten Feld dieses Bereichs, der gerade durch die modernen
Technologien und Verfahren der Geomatik neue Impulse bringen kann. Sinn
und Ziel ist das gemeinsame Streben nach neuen besseren Methoden der
Erfassung und Darstellung von geobezogenen Daten. GPS Integration
(Satellitenvermessung), Digitale Photogrammetrie und Fernerkundung, Geländemodellierung
und 3D-Visualisierung sowie Internettechnologien sind nur einige
Schlagworte aus diesem Gebiet. Beim Castellina-Projekt wurden bis auf
GPS alle Tätigkeitsfelder tangiert. Geländemodellierung und
3D-Visualisierung dienen der Erhöhung der Anschaulichkeit nach dem
Motto weg von 2-dimensionalen Plänen, hin zu anschaulichen
3D-Modellen. Damit lassen sich schneller und prägnanter Sachverhalte
für ein Fach- und Laienpublikum darstellen. Im Rahmen des
CHAMP-Projektes (The Cultural Heritage and Archaeology Multimedia
Project) der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe wurden 1997 erste
Versuche zur Darstellung von zeitlichen Abläufen (Gräberfelder um die
Castellina) auf Geländemodellen untersucht und als Lehr- und
Beispielvideo vorgestellt. Das später erweiterte Geländemodell des Großraumes
bis Santa Marinella im Süden und bis zu den Tolfa Bergen im Osten
bildete die Grundlage für eine virtuelle 3D-Animation des
Gesamtgebietes. Solche Präsentationen sind vor allem auch für den
musealen Bereich vorgesehen. |
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Aufgaben
(Diplom-
und Projektarbeiten)
Geodätische
Grundlagen und archäologische Basisvermessung stellten die
Standardaufgaben, jedoch im Ausland oftmals unter erschwerten
Bedingungen, für die Teams aus Karlsruhe dar. Die ersten umfangreichen
Arbeiten wurden innerhalb von Diplomarbeiten bearbeitet, die jährlichen
Fortführungen wurden meist im Rahmen eines Praktikums erfüllt.
Innovative Ansätze können in der Regel nur im Rahmen von
Diplomarbeiten entwickelt werden. Dies gewährleistet zum einen eine
hohe Qualität und Quantität bei gleichzeitig relativ geringen Kosten.
Bisherige Themen:
Archäologisch-topographische
Vermessung I der Castellina del Marangone, Nedoma/Weißenberger,
1996, FH Karlsruhe
Archäologisch-topographische
Vermessung II der Castellina del Marangone, Herweg/Serby, 1997, FH
Karlsruhe
Terrestrische
sowie photogrammetrische Geländeaufnahme, Programmentwicklung zur
Datenoptimierung und dreidimensionalen Animation des archäologischen
Grabungsprojektes Castellina del Marangone, Leick/Schröder, 1998, FH
Karlsruhe
Multimediale
Internetdarstellung eines internationalen archäologischen
Forschungsprojektes, Buschatz, 2001, FH Karlsruhe
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Mitarbeiter
Ute
Nedoma, Silke Weißenberger (1995)
Inke
Herweg, Bernd Serby (1996)
Myriam
Leick, Heiko Schröder (1997)
Karin
Bühler, Andrea Deusch (1998)
Stefan
Doria, Thomas Lenhard (1999)
Diana
Streif, Frank Danneker (2000)
Norman
Buschatz (2001)
Michael
Burgmeier, Rico Flammiger (2001)
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