Die
Nekropolen der Castellina
Die
Nekropolen der Siedlung Castellina bilden das größte zusammenhängende
Gräberfeld zwischen Cerveteri und Tarquinia. Sie erstrecken sich über
eine Fläche von ca. 2 km von Norden nach Süden sowie 2,2 km von Westen
nach Osten.
Die
Nekropolen liegen in den Bereichen nordwestlich, westlich und südwestlich
der Siedlung. Nur die Gräber auf der Flur "Seconda
Castellina", die sich nordöstlich der Siedlung Castellina
befindet, fallen aus diesen Bereichen heraus. Trotzdem ist die Verteilung
der Gräber so einheitlich, daß von einem gemeinsamen Konzept der Anlage
aller Gräber ausgegangen wird.
Möglicherweise
handelt es sich um eine bewußte Trennung von sepulkralen und landwirtschaftlichen
Zonen.
Die
einzelnen Gräbergruppen differieren mit Einheiten von 2-3 (nördlich des
Marangone: Flure "Boccella",
"Perazzeta")
sowie bis zu 25-30 Gräbern (südlich des Marangone: Flure "Semaforo",
"Spinare")
stark in ihrer Größe.
Dazwischen
befinden sich Gräberfelder auf den Fluren "Cava
delle Volpelle", "Macchia delle Volpelle",
"Riserva delle
Capanne", "Volpelle",
"Castellina"
(am äußersten Westhang) sowie auf der "Seconda
Castellina".
Vom
Meer ausgewaschene Grabgruppen auf den Fluren "Malpasso"
sowie "Marangone"
zeigen, daß sich der ursprüngliche Küstenverlauf seit der Antike zum
Landesinneren hin verschoben hat.
Innerhalb
der Grabgruppen läßt sich kein einheitliches Schema erkennen.
Das
älteste Grab beinhaltete eine Frauenbestattung aus der ersten Hälfte des
7. Jh. v. Chr. und befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Siedlung. Die
jüngsten Gräber liegen dagegen direkt an der Küste.
Jenseits
des Marangone, gegenüber der Castellina, gruppieren sich längs eines Hügelkammes
kleinere Gräber um große Tumuli. Die Großgrabhügel befinden sich
abseits der Mehrheit der Bestattungen jedoch in Sichtweite des Hügels.
Ihre Maße, die teilweise angebauten Rampen oder Plattformen sowie die
Orientierung des Einganges im Westen entsprechen den Tumuli in Cerveteri.
Das
Baumaterial der Gräber um die Castellina bestand im 7. und 6. Jh. v. Chr.
aus dem dort anstehenden Macigno
(Grauwacke).Im Laufe des 6. und besonders des 5. Jh. v. Chr. wird dieser
vom Scaglia,
ein aus dem Gebiet von Santa Marinella stammender Sandstein, abgelöst.
Als Besonderheit findet sich Tuff,
der auf einen Kontakt mit den Tolfabergen hinweist, wo dieses Gestein
ansteht.
Die
vorherrschende Grabform ist das Kammergrab.
Die Grabkammer wurde dann von einem aufgeschütteten Erdhügel geschützt
um den eine Krepis
gesetzt wurde.
Neben
den Kammergräbern, die zwei Drittel aller Gräber um die Castellina
umfassen, ließen sich auch noch ca. 40 Fossagräber
beobachten, die hauptsächlich aus dem 4. und 3. Jh. v. Chr. stammen.
Den
Endpunkt der Grabkonstruktionen bilden die Cappucina-Gräber.
Sie kommen nur entlang der heutigen Küstenlinie vor und haben so
Spekulationen über die dortige Existenz eines Weges, z. B. einem Vorgänger
der Via Aurelia entfacht.