Fortgeschrittenen-Praktikum in Angewandter Physik

Elektronenstrahlmikroanalyse 

Dipl.-Chem. Stefan Steinbrecher 
PN2N52
Tel.: 29-78670

Startseite
 
 

 

Die Elektronenstrahlmikroanalyse (ESMA) ist ein zerstörungsfreies Verfahren zur Materialanalyse von Oberflächen. Energiereiche Elektronen regen eine Probe unter anderem zur Emission charakteristischer Röntgenstrahlung an. Diese kann spektral zerlegt werden und liefert dann Aufschluß über Zusammensetzung sowie die räumliche Verteilung der vorhandenen Elemente einer Probe im Mikrometer-Bereich. 
Als Röntgenspektrometer kommen entweder Kristallspektrometer oder Halbleiterdetektoren zum Einsatz. Diese finden in der Regel in Verbindung mit Raster- oder Transmissions- elektronenmikroskopen (REM bzw. TEM) Verwendung. Demgemäß ist das Spektrum der möglichen Anwendungen von ESMA so vielfältig wie das der Elektronenmikroskopie selbst. Klassische Anwendungsgebiete sind Defektanalysen an Halbleiterbauelementen, Güteanalysen von Stählen oder Phasenanalysen von Hochtemperatursupraleitern. Aber auch umweltrelevante Fragestellungen wie z.B. die Schadstoffanalyse an Aerosolpartikeln gehören längst hierher. 

Im Praktikum stehen eine Mikrosonde mit Kristallspektrometer als auch ein REM mit Halbleiterdetektor zur Verfügung. Die Messung der Auflösung der Mikrosonde steht dabei ebenso auf dem Programm wie die praktische Spektroskopie einer unbekannten Probe. Anhand eines computergestützten Auswertesystems wird zusätzlich die Quantifizierung spektroskopischer Daten besprochen. Als Grundlage werden die Funktionsweisen und Unterschiede verschiedener Röntgenspektrometer sowie die Wechselwirkung von Elektronen mit einer Probe allgemein erläutert. Hier ist der Versuch thematisch nah mit REM- und TEM-Versuch des Praktikums verwandt !
Ziel des Versuchs ist es, einen Einblick in eine der sehr vielfältigen Techniken zu bieten, die sich aus der Wechselwirkung von Elektronen und Materie ergeben und deren interdisziplinäre Anwendbarkeit längst unbestritten ist. 


Praktikumsanleitung (PDF)

Folien des Vortrags (PDF)