Die Tübinger Kinder-Uni

Vorlesung der Kinder-Uni 2004

Die nächsten Kinder-Uni-Vorlesungen finden im Sommersemester 2014 statt.

 

 

Im Sommer 2012 feierte die Universität Tübingen ein besonderes Jubiläum. Genau zehn Jahre war es her, dass sie sich mit der Kinder-Uni einer neuen Zielgruppe öffnete. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Bis heute bringen Wissenschaftler in randvoll gefüllten Hörsälen eifrigen Nachwuchsstudenten (Schüler von 7 bis 12 Jahren) ihre Forschung näher. In kindgerechter Sprache erläutern sie komplexe Sachverhalte und ziehen alle Register, um zu klären „warum unser Herz schlägt“, „warum die Sterne nicht vom Himmel fallen“ oder „warum der Schäferhund kein Dackel ist“. Die Kinder nehmen nach regelmäßigem Besuch ein „Kinderuni-Diplom“ mit nach Hause. Und die Dozenten werden in der Regel mit tosendem Klopfen belohnt ‒ und mit dem Gefühl, eine einmalige Vorlesung erlebt zu haben.

 

2002 hatte Michael Seifert, damaliger Pressesprecher der Eberhard Karls Universität Tübingen, gemeinsam mit Redakteuren des „Schwäbisches Tagblatts“ die Kinder-Uni aus der Taufe gehoben. Zeitgleich mit der Universität Innsbruck schufen sie im deutschsprachigen Raum ein völlig neues Veranstaltungsformat an Universitäten. Hochschulen sahen damit eine Chance, Berührungsängste abzubauen, Kinder mit wissenschaftlichen Fragestellungen vertraut zu machen und sie für Forschung zu begeistern. Heute gibt es mehr als 200 solcher Angebote in Europa und darüber hinaus. Man schätzt, dass inzwischen weit mehr als eine Million Kinder von Kinder-Uni-Aktivitäten erreicht wurden.

 

2005 erhielt die Kinder-Uni Tübingen den wichtigsten Preis für Wissenschaftskommunikation der Europäischen Kommission, den „Descartes Prize for Science Communication“, und auch eine neue europäische Dimension: Von 2008 bis 2010 förderte die EU das Projekt EUCU.NET (European Children’s Universities Network), mit dem ein Netzwerk aller Kinder-Universitäten in Europa und darüber hinaus geschaffen wurde.

 

Viele weitere Formate ergänzen heute die Vorlesungen für Kinder. So darf der Nachwuchs an der Universität Tübingen am „Kinder-Uni-Forschertag“ selber in Laboren forschend tätig. In Österreich finden „Summerschools“ in Form eines Ferienprogramms für Kinder statt und in Portugal verbringen Kinder gleich eine ganze Woche an der Universität, inklusive Übernachtungen.