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30.05.2017 14:42

Patriarch Bartholomaios erhält Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen

Evangelische Fakultät zeichnete Oberhaupt der Orthodoxen Kirche für seine Verdienste um die Ökumene aus

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen hat die Ehrendoktorwürde an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios, verliehen. Foto: Ulrich Metz

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen hat die Ehrendoktorwürde an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios, verliehen. Foto: Ulrich Metz

Die Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Tübingen hat am Dienstag die Ehrendoktorwürde an den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios, verliehen. Man würdige damit das langjährige Engagement sowie die Verdienste des Patriarchen für die Verständigung zwischen orthodoxem Patriarchat und evangelischer Kirche, sagte Dekan Professor Michael Tilly. Zum Festakt in der Stiftskirche Tübingen waren ca. 200 geladene Gäste aus ganz Europa gekommen.

 

Der durch den Ökumenischen Patriarchen ermöglichte Kontakt zwischen beiden Konfessionen schaffe ein tiefes gegenseitiges theologisches Verstehen und fördere den wissenschaftlichen Austausch, sagte Tilly. Der Patriarch repräsentiere ein theologisch hoch reflektiertes und gesellschaftlich verantwortliches Christentum. „Er fordert nachdrücklich den sozialen Zusammenhalt in den europäischen Gesellschaften. Sein gesamtes theologisches Schaffen wie auch seine spirituelle Orientierungskraft sind auf den Erhalt und die Förderung von Frieden und Freiheit zwischen den Religionen und den gegenwärtigen Gesellschaften ausgerichtet.“

 

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios sprach in seiner Festrede zur Ehrendoktorwürde über „Treue und Offenheit“. Mit seiner Reise nach Deutschland folgte er einer Einladung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Mit der Auszeichnung im Gedenkjahr der Reformation 2017 wird auch auf lutherisch-orthodoxe theologische Kontakte Bezug genommen, zu denen es bereits im 16. Jahrhundert zwischen Tübingen und Konstantinopel kam. In der Gegenwart wird seit Jahren wieder ein intensiver bilateraler Dialog zwischen der EKD und dem Ökumenischen Patriarchat geführt.

 

Der Festakt in Tübingen bildete den Auftakt zu der zweitägigen wissenschaftlichen Tagung „Christliche Freiheit“ mit orthodoxen und protestantischen Theologinnen und Theologen. Bereits am 29. Mai war der Patriarch in Stuttgart unter der Begleitung des Ratsvorsitzenden der EKD mit Vertretern aus der Politik und dem Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, zusammengetroffen.

 

Bartholomaios wurde 1940 als Dimitrios Archondonis auf der Insel Imbros (Türkei) geboren. Nach dem theologischen Diplom auf Chalki und der Diakonenweihe auf Imbros leistete er von 1961 bis 1963 seinen Militärdienst in der türkischen Armee. In den Jahren 1963 bis 1968 studierte er in Rom, München und Bossey. 1968 wurde er an der Gregoriana zum Dr. Iuris Canonici promoviert. Am 19. Oktober desselben Jahres wurde er zum Archimandriten geweiht. Von 1972 bis 1980 leitete er das Büro des Patriarchen Dimitrios. Am 25. Dezember 1973 wurde er zum Metropoliten von Philadelphia erhoben, und seit 1974 ist er Mitglied der Heiligen Synode des Ökumenischen Patriarchats. Im Jahr 1990 wurde er zum Metropoliten von Chalcedon erhoben und am 22. Oktober desselben Jahres zum Ökumenischen Patriarchen gewählt.

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Tilly
Universität Tübingen
Evangelisch-Theologische Fakultät
Telefon: +49 7071 29 - 72538
michael.tilly[at]uni-tuebingen.de

 

 

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

 

Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

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