Pressemitteilungen

10.04.2017 15:00

Studium Generale der Universität Tübingen im Sommersemester 2017

Öffentliche Vorlesungsreihen beleuchten Weltliteratur und -politik, wichtige Entwicklungsschritte der Menschheit und einige Tübinger Jubiläen

Mit dem Sommersemester 2017 startet wieder das Studium Generale der Universität Tübingen. Die neun öffentlichen Vorlesungsreihen sind kostenlos und stehen allen Interessierten offen. Studierende können sich für den Besuch ECTS-Punkte anrechnen lassen. Alle Veranstaltungen finden im Kupferbau der Universität, Hölderlinstr. 5, statt.

 

Im Oktober 1817 wurde die Staatswirtschaftliche Fakultät als fünfte Fakultät der Universität Tübingen gegründet, heute ist der Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der älteste seiner Art in Deutschland. Das 200-jährige Jubiläum ist Anlass, in der Reihe Perspektiven der Wirtschaftswissenschaft ‒ Zum 200-jährigen Tübinger Jubiläum (Montag, 18 Uhr c.t., Hörsaal 21) aktuelle wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen zu präsentieren. Kooperationspartner ist die Kunsthalle Tübingen. Am 15. Mai findet ein Rundgang durch die Ausstellung „Kapitalströmung“ statt, bei dem wirtschaftswissenschaftliche und künstlerische Sichtweisen aufeinander treffen.

 

Ebenfalls ein Jubiläum, das 100-jährige, feiert das Institut für Tropenmedizin. 1917 wurde die erste Professur für Tropenmedizin an der Tübinger Medizinischen Fakultät eingerichtet. In der Reihe 100 Jahre Tropenmedizin an der Universität Tübingen (Montag, 18 Uhr c. t., Hörsaal 25) beleuchten Mediziner, Biologen und Ethiker die Disziplin unter vielfältigen Aspekten. Auch das Lebenswerk Albert Schweitzers wird Thema sein: Aus seinem „Urwaldhospital“ im afrikanischen Lambaréné ist heute ein weltweiter anerkannter Forschungsstandort geworden.

 

Zu ihren Lebzeiten hatten Sie keine nennenswerte Bedeutung, heute gelten sie als Schwergewichte der Weltliteratur: In der Reihe Hölderlin, Kleist, Kafka: Eigensinnige Klassiker (Montag, 20 Uhr c. t., Hörsaal 21) befasst sich Professor Jürgen Wertheimer mit drei Autoren, die ihren Durchbruch nicht selbst erleben durften. Anhand der Biografien und ihrer wichtigsten Werke untersucht er, worin das offensichtliche Potential dieser Schriftsteller für die Zukunft lag.

 

Die gesellschaftliche Bedeutung von Ideologien, die soziale Ungleichheiten rechtfertigen, scheint ungebrochen: Mit ihnen lassen sich bestimmte soziale Gruppen als minderwertig und weniger wertvoll degradieren. Als gelebte Überzeugungen sind sie auch heute allgegenwärtig. In der Ringvorlesung Ideologien der Ungleichheit: Analyse und Kritik (Dienstag, 18 Uhr c. t., Hörsaal 21) untersuchen Referenten auf Einladung von Professor Markus Rieger-Ladich und Professor Marcus Emmerich zeitgenössische Spielarten solcher Ideologien, wie Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit. Die Veranstalter möchten so einen Beitrag zur politischen Urteilsbildung leisten.

 

Viele Jahrhunderte lang war Ostasien die wirtschaftlich dynamischste Region der Welt. Nach zahlreichen territorialen Konflikten haben einige Nationalstaaten der Region heute wieder wirtschaftlich und politisch Gewicht. In der Reihe Ostasien im Umbruch? Politische und ökonomische Veränderungsprozesse in der Region (Dienstag, 20 Uhr c. t., Hörsaal 21) analysiert das China Centrum Tübingen (CCT) den „Wiederaufstieg“ Ostasiens auf der globalen Bühne zu Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts. Beleuchtet werden sowohl ökonomische Erfolgsgeschichten wie die Japans und Chinas als auch die unterschiedlichen politischen Entwicklungen zu Demokratien wie auch zu autoritär regierten Staaten. 

 

Bundesweit wird 2017 das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert. Die Reihe Reformation in Württemberg (Mittwoch, 18 Uhr c. t., Hörsaal 21) des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften beleuchtet speziell den württembergischen Aspekt aus theologischer, historischer und kulturgeschichtlicher Perspektive – und dies bis ins 18. Jahrhundert. Das Themenspektrum reicht von der Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich über das Zusammenleben der Konfessionen und die dabei entstehenden Konflikte bis zur württembergischen Musik der Reformationszeit und die Umsetzung der lutherischen Konfession im Bild.

 

Zum 20-jährigen Jubiläum des Museums Alte Kulturen im Schloss Hohentübingen lädt das Museum der Universität Tübingen MUT in seiner Reihe Ursprünge. Schritte der Menschheit (Mittwoch, 20 Uhr c.t., Hörsaal 21) zu einer Zeitreise ein: Besucht werden zentrale Stationen der menschlichen Kulturgeschichte: der aufrechte Gang, Kunst, Religion und Musik, Krieg, Haus und Hof, Schrift, Demokratie, Globalisierung, Industrialisierung und Digitalisierung.

 

Bildung ist keine „Glaubenssache“ mehr, sondern (auch) Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung: In der Reihe Jenseits von Ideologie und Bauchgefühl: Empirische Bildungsforschung erforscht, wie Bildung gelingt (Donnerstag, 18 Uhr c.t., Hörsaal 21) stellt LEAD, Graduiertenschule und Forschungsnetzwerk, seine Arbeit vor: Disziplinen wie die Psychologie, Erziehungswissenschaft, Neurowissenschaft, Biologiedidaktik, Sportwissenschaft und Soziologie erforschen hier in Zusammenarbeit, wie Bildungsprozesse gelingen können – sei es auf Ebene des Schülers oder Lehrers, einer Schule oder im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang.

 

Ein weiteres Jubiläum: Vor 50 Jahren stellte Walter Jens bei der damaligen Philosophischen Fakultät Antrag auf Gründung eines Seminars für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen. Bis heute ist es das einzige seiner Art in Europa. In der Reihe Lebendige Rhetorik – 50 Jahre Seminar für Allgemeine Rhetorik (Donnerstag, 20 Uhr c.t., Hörsaal 21) geben Referenten aus Tübingen und ganz Deutschland Einblick in wichtige Fragestellungen und Forschungsfelder der Rhetorik.

 

Das Programm für das Studium Generale im Sommersemester 2017 liegt an der Universität Tübingen und im Buchhandel aus. Es kann zudem unter Sekretariat[at]hochschulkommunikation.uni-tuebingen.de oder unter Telefon 29-77851 bestellt werden. Im Internet ist es zu finden unter: www.uni-tuebingen.de/aktuelles/studium-generale.html 

Kontakt:

Antje Karbe
Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Telefon +49 7071 29-76789
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

 

 

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Dr. Karl Guido Rijkhoek
Leitung

 

Antje Karbe
Pressereferentin
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566
antje.karbe[at]uni-tuebingen.de

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