Doppelte Abiturjahrgänge, Aussetzen der Wehrpflicht: Was bedeutet das für Studieninteressierte und Studierende der Universität Tübingen im Wintersemester 2013/14?

Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen
Foto: Friedhelm Albrecht/Universität Tübingen

Die Tübinger Universität hat sich auf diese Situation vorbereitet und besitzt die benötigten Kapazitäten.

 

Zum Wintersemester 2013/14 sind 28.467 Studierende an der Universität Tübingen eingeschrieben (Stand Dezember 2013), davon 16.516 weibliche und 11.951 männliche Studierende.

 

An Baden-Württembergs Hochschulen wird mit einem großen Studierendenandrang gerechnet: 2012 nahm ein doppelter Abiturjahrgang sein Studium auf. Bereits 2011 war dies in Bayern der Fall, zusätzlich wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Alarmierende Medienberichte haben angehende Erstsemester verunsichert. An der Universität Tübingen waren im Wintersemester 2011/12 in der Tat 50 Prozent mehr Bewerbungen in den zulassungsbeschränkten Fächern eingegangen als im Jahr zuvor. Dies war jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass sich die Studienbewerber noch häufiger gleichzeitig an mehreren Hochschulen beworben haben, um sicher einen Studienplatz zu bekommen.


Gibt es für diese Studierenden genügend Studienplätze und eine adäquate Betreuung?


Ja, die Universität Tübingen hat bereits in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um für die größere Nachfrage gewappnet zu sein. Im Rahmen des Ausbauprogrammes „Hochschule 2012“ des Landes Baden-Württemberg wurden 1.197 neue Studienanfängerplätze – verteilt auf drei Tranchen – und damit verbunden insgesamt 40 neue Professorenstellen bewilligt. Alle Tübinger Anträge wurden vom Land positiv beschieden.


Die neuen Stellen und Studienplätze werden in besonderen Schwerpunktbereichen geschaffen, aber auch in neuen interdisziplinären und innovativen Studiengängen. So entstanden folgende neue Studiengänge: gemeinsam mit der Universität Stuttgart die Medizintechnik (mit 50 Studienplätzen in Tübingen), Molekulare Medizin (35), Kognitionswissenschaft (60), Umweltnaturwissenschaften (40), Interdisziplinäre Amerika-Studien (35), Deutsch als Zweitsprache: Sprachdiagnostik und Sprachförderung (25). Zum Wintersemester 2011/12 wurde zudem der interdisziplinäre Studiengang Nano-Science mit 60 Plätzen neu eingerichtet, der sich in Kooperation von Physikern, Chemikern und Biologen mit Nanostrukturen beschäftigt.


Ausgebaut wurden auch Schwerpunkte in Forschung und Lehre wie die Medienwissenschaft/Medieninformatik, wo 110 neue Plätze geschaffen wurden, oder die Empirische Bildungsforschung (50 neue Plätze in der Erziehungswissenschaft). In weiteren sehr stark nachgefragten Fächern erlauben zusätzliche Professuren neue strukturbildende Schwerpunktsetzungen und Spezialisierungen, so etwa in Biochemie (30) und Pharmazie (70) sowie in den wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen (100). Für Fächer, die im Wintersemester 2009/10 einen Studentenansturm erlebt hatten, wurden zudem 162 neue Studienanfängerplätze geschaffen, darunter die Lehramtsstudiengänge in den Neuphilologien und in der Soziologie.

Stehen für die zusätzlichen Studienplätze genügend Räume in der Lehre zur Verfügung?


Über die räumliche Situation macht sich die Universität Tübingen schon länger Gedanken: 2010 wurde die Arbeitsgruppe „Raummanagement“ gegründet, um bestehende Raumressourcen effizienter nutzen zu können. Mehr als 140 „klassische“ Lehrräume wie Hörsäle, Seminar- und Übungsräume wurden hinsichtlich ihrer Nutzung überprüft. Das elektronische System „Campus LSF“, in das seit dem Wintersemester 2011/12 Veranstaltungen verpflichtend eingetragen werden, macht Raumkapazitäten sichtbar und zeigt auf den ersten Blick, wo Räume verfügbar sind.

 
Zudem fangen Veranstaltungen nicht mehr beliebig an, sondern einheitlich zu den geraden Stunden (beispielsweise immer um 8 oder 10 Uhr statt um 9 Uhr). Damit werden Leerstunden vermieden. Zusätzlich können Vorlesungen auch täglich von 8 bis 22 Uhr und in Ausnahmefällen an Samstagen stattfinden.

 

Zuletzt fand im Wintersemester 2011/2012 im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst eine Auslastungsuntersuchung der Lehrräume der Universität statt. Die HIS GmbH führte Zählungen in allen 210 universitären Lehrräumen durch und kam zu dem Schluss, dass an der Universität Tübingen ausreichend Raumkapazitäten vorhanden sind: So gibt es Reserven hinsichtlich der zeitlichen Auslastung. Aber auch in Hinblick auf die platzmäßige Auslastung dokumentiert die Erhebung noch Spielraum für größere Teilnehmerzahlen in Veranstaltungen, sowohl im Hörsaal- als auch Seminarraumbereich.

Steht für die neuen Studienanfänger genügend Wohnraum zur Verfügung?

 

Das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim bietet am Standort Tübingen derzeit 3.670 Plätze an, zusätzlich stehen weitere Wohnheimplätze anderer Träger zur Verfügung. Die vom Studentenwerk Tübingen-Hohenheim zur Verfügung gestellten Wohnheimplätze sind bis auf wenige Ausnahmen belegt. Anfragen für die Restzimmer können an die Wohnheimverwaltung gestellt werden. Auch bei der weiteren Wohnungssuche steht das Studentenwerk beratend zur Seite.