forschte und lehrte von April 2006 bis September 2012 als Akademischer Rat am Musikwissenschaftlichen Institut der Eberhard Karls Universität Tübingen. Die nebenamtliche Kirchenmusikerin und Fagottistin studierte in Tübingen und Oxford Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte und wurde als Stipendiatin des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit an der Universität Tübingen im Juli 2006 promoviert. Ihre Dissertation „Studien zur mittelalterlichen Dreistimmigkeit“ wurde mit dem Promotionspreis der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2007 ausgezeichnet (erschienen bei Hans Schneider, Tutzing 2008). Im Juli 2012 habilitierte sie sich mit der Studie "Formen langsamer Sätze im klassischen Zyklus. Zweiteilige Modelle in vokaler und instrumentaler Ausprägung bei W. A. Mozart und J. Haydn". Im Wintersemester 2012/13 nimmt sie u.a. Lehraufträge für Musikgeschichte, Werkanalyse und Musikinstrumentenkunde in München und Trossingen wahr.

Ihre Forschungsschwerpunkte reichen von früher Mehrstimmigkeit über Tastenmusik des 15.-18. Jahrhunderts, Heinrich Schütz, Musik der Wiener Klassiker, Richard Strauss, Musikikonographie und Musikinstrumentenkunde (Kuratorin der Musikinstrumentensammlung Stiftung Dr. h.c. Karl Ventzke; Assistentin von Prof. William Waterhouse, London/Oxford 2001/02) bis hin zu landeskundlichen Themen (Herausgeberin des Jahrbuchs Musik in Baden-Württemberg). Insbesondere interessiert sie sich für zeitübergreifende Aspekte von Gattung, Besetzung, Aufzeichnungsweise und musikalischem Satz.

Wissenschaftlicher Werdegang und universitäre Laufbahn

  • 1998 Allgemeine Hochschulreife am naturwissenschaftlichen Raichberg-Gymnasium Ebersbach
    Leistungskurse: Biologie, Französisch; Preise: u.a. Landeswettbewerb Mathematik (1992)
  • 1998-2003 Studium der Musikwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität Tübingen und der University of Oxford (Abschluss: mit Auszeichnung)
  • 2000-2003 wissenschaftliche Hilfskraft am Kunsthistorischen und am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen
  • 2001-2002 Assistentin von Prof. William Waterhouse (London/Oxford)
  • 2003-2006 Promotion in Musikwissenschaft an der Universität Tübingen mit der Arbeit "Studien zu mittelalterlichen Dreistimmigkeit" (summa cum laude)
  • 2006-2012
    • Akademischer Rat am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen
    • Wissenschaftliche Assistentin von Prof. Dr. Manfred Hermann Schmid
  • 2012 Habilitation an der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen im Fach Musikwissenschaft mit "Formen langsamer Sätze im klassischen Zyklus. Zweiteilige Modelle in vokaler und instrumentaler Ausprägung bei Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn"

Stipendien und Auszeichnungen

  • 2003-2006 Stipendiatin des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit an der Universität Tübingen
  • 2006 Promotionspreis der Universität Tübingen
  • 2007 Förderung der Drucklegung der Dissertation durch die Geschwister Boehringer Ingelheim-Stiftung für Geisteswissenschaften

Monographien

  • Studien zur mittelalterlichen Dreistimmigkeit (Tübinger Beiträge zur Musikwissenschaft, Bd. 29), Tutzing 2008 (Dissertation).
  • Formen langsamer Sätze im klassischen Zyklus. Zweiteilige Modelle in vokaler und instrumentaler Ausprägung bei Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn (Habilitationsschrift, unveröffentlicht).
  • Die Celesta (in Vorbereitung; erscheint voraussichtlich Herbst 2012)

Aufsätze und Artikel

  • Über den gemeinsamen Ursprung von Musik und Sprache bei Richard Wagner und Rousseau, in: Athenäum. Jahrbuch für Romantik, 14. Jg. (2004), S.173-190.
  • 6 Artikel für den Personenteil der Musik in Geschichte und Gegenwart 2005/06.
  • Zur Interpretation musikalischer Texte, in: Renk, Herta Elisabeth (Hg.): Texte lesen objektiv oder persönlich? Kongressbericht Eichstätt 2010.
  • Kompositionsstrategien in Beethovens C-Dur-Messe, in: Klaus Aringer und Ann-Katrin Zimmermann (Hg.): Mozart im Zentrum. Festschrift Manfred Hermann Schmid zum 60. Geburtstag, Tutzing 2010, S. 323-352.
  • Frühe Zeugnisse volkssprachlicher Musikterminologie: Musik in der Spruchdichtung Hans Rosenplüts (gemeinsam mit Matthias Kirchhoff), in: Jahrbuch Musik in Baden-Württemberg 2010, S. 51-88.
  • "Überlegenes Spiel mit der Farbenpracht des modernen Orchesters". Zur Verwendung des Heckelphons in Max von Schillings’ Mona Lisa, in: Jahrbuch Musik in Baden-Württemberg 2010, S. 141-156.
  • Das Weißenfelser Schütz-Fragment (gemeinsam mit Matthias Kirchhoff), in: Schütz-Jahrbuch 2009, hg. von Walter Werbeck, Kassel etc. 2010, S. 95-120.
  • Die Ritornelle der continuo-Arien von Johann Joseph Fux (Kongressbericht Graz 2010 in Vorbereitung).
  • Johann Melchior Dreyers Werke in Quellen des Schwäbischen Landesmusikarchivs: Beobachtungen zu Kompositionstechnik, Aufführungspraxis und Rezeption, in: Musik in Baden-Württemberg 2011, S. 73-93.
  • Adagio und Menuett KV 266. Mozart experimentiert mit alten Satzarten und Formmodellen, in: Mozart Studien Bd. 20, Tutzing 2011, S. 173-191.
  • Im Gefolge der Salomé: Anfänge und frühes Repertoire des Heckelphons, in: Tradition und Innovation im Holzblasinstrumentenbau des 19. Jahrhunderts (Kongressbericht München 2010), Augsburg 2012, S. 175-197.

Vorträge (Auswahl, chronologisch)

  • Musik der Renaissance: Die Betonung des Menschlichen (Urach 2003, Seminar der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg: Zeitenwende – Die Renaissance)
  • Anfänge der Dreistimmigkeit: Zu theoretischen und praktischen Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts (Vortrag Tübingen 2003, im Rahmen der Vortragsreihe des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit)
  • Et nota: pausaciones: mirabilem habere potestatem. Zur Pause in der Musiktheorie des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit (Vortrag Prag 2004, Tagung des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit)
  • Musikalische Notation als Hilfsmittel zur rationalen Erschließung des Erklingenden (Vortrag Weingarten 2004; Tagung des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit)
  • Dreistimmigkeit in Contrapunctus-Lehren der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (Vortrag Tübingen 2005 im Rahmen der Vortragsreihe des Graduiertenkollegs Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit; Ko-Referat: Prof. Dr. Klaus-Jürgen Sachs)
  • "Den Manen des göttlichen Mozart" – Zur Bläsersonatine "Fröhliche Werkstatt" von Richard Strauss (Vortrag Garmisch 2006, Tagung der Richard-Strauss-Arbeitsgruppe: Richard Strauss und Mozart)
  • Zur Interpretation musikalischer Texte (Vortrag Universität Eichstätt 2007, Tagung: Texte lesen objektiv oder persönlich?)
  • Was brachte die Dreistimmigkeit Neues? (Vortrag Universität Erlangen 2007 im Rahmen des Erlanger Kolloquiums zur Mittelalter-Forschung)
  • Zum Choralis Constantinus von Heinrich Isaak (Vortrag anlässl. des 500jähr. Jubiläums, Tübingen 2008)
  • Zu hoch, zu tief, zu früh, zu spät: Falsche Einsätze in der Musik des 16. bis 19. Jahrhunderts (Vortrag Tübingen 2008 beim Symposium "Mozart im Zentrum" – Tagung anlässlich des 60. Geburtstags von Prof. M. H. Schmid, Tübingen 2008)
  • Ein Donauwörther Mozart-Fund? Die Missa Solemnis in Es aus dem Bestand des Klosters Heilig Kreuz und ihre Zuschreibung an W. A. Mozart (Vortrag Donauwörth 2008, Tagung: Musik in nordschwäbischen Klöstern)
  • "Bearbeitung" in der Instrumentalmusik (Vortrag Trossingen 2009)
  • Ensembleformationen in der Kammermusik (Vortrag Trossingen 2009)
  • Obligate, solistische und konzertierende Bässe in der Musik des 16. und 17. Jahrhunderts (Vortrag Tübingen 2009 im Rahmen des Landeslehrerbildungstags)
  • Humor in Music (Vortrag Tübingen 2009, Philosophie-Workshop: Ästhetik und Ethik der Musik, mit Jerrold Levinson)
  • Zur Entwicklung der Holzblasinstrumente im 19. Jahrhundert (Vortrag Ludwigsburg 2010)
  • Die Ritornelle der continuo-Arien von J. J. Fux (Vortrag Graz 2010; J. J. Fux-Tagung)
  • Johann Melchior Dreyers Werke in Quellen des Schwäbischen Landesmusikarchivs: Beobachtungen zu Kompositionstechnik, Aufführungspraxis und Rezeption (Vortrag Ellwangen 2010)
  • Johann Sebastian Bachs Motetten – Formen und Satzarten (Tübingen 2012)
  • Im Gefolge der Salomé: Anfänge und frühes Repertoire des Heckelphons (Vortrag München 2010, Tagung „Innovation und Tradition: Zur Entwicklung der Holzblasinstrumente im 19. Jahrhundert“)
  • Arienformen der Entführung aus dem Serail KV 384 (Internationaler Mozart-Kongress Salzburg 2012)
  • "Das ist die Einfachheit des großen Stils" – Zu den "kleinen" Gesangsformen in der Fassung von 1912 (Internationales wissenschaftliches Symposium 100 Jahre Ariadne auf Naxos von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal, Stuttgart 2012)

Herausgeberschaft

  • Jahrbuch Musik in Baden-Württemberg seit 2010
  • Mozart im Zentrum. Festschrift Manfred Hermann Schmid zum 60. Geburtstag, Tutzing 2010 (gemeinsam mit Klaus Aringer)
  • redaktionelle Mitarbeit bei zahlreichen Bänden der
    • Mozart-Studien (Hg. Manfred Hermann Schmid)
    • Denkmäler der Musik in Baden-Württemberg (Hg. Andreas Traub)
    • des Bands Bassoon der Reihe Menuhin Music Guides 2003 (dt. Kassel 2006) von William Waterhouse.

Rezensionen und Berichte (Auswahl)

  • Musikforschung
    • Stenzl, Jürg: Der Klang des Hohen Liedes
    • Lüdtke, Karsten: Con la sudetta sprezzatura. Tempomodifikationen in der italienischen Musik der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts
    • Jagd- und Waldhörner (Michaelsteiner Konferenzberichte 70)
    • Raab, Armin u.a. (Hg.): Das Haydn Lexikon
    • Bericht über die Tagung „Mozart im Zentrum“ (Tübingen 2007)
  • Fontes
    • Werr, Sebastian: Geschichte des Fagotts (leicht verändert auch in: Rohrblatt)
  • Musik in Bayern
    • Bockmaier, Claus: Die instrumentale Gestalt des Taktes
    • Heimerl, Walter (Hg.) / Franz Xaver Hochmayer: Anleitung zum Fugiren (1777)
    • Wagner, Karl Friedrich (Hg.) / Georg Muffat: Regulae fundamentales
  • Musik in B.-W.
    • Kremer, Joachim u.a. (Hg.): Die Hofmusik Friedrichs I. von Württemberg
  • Die Tonkunst
    • W. A. Mozart: Sonate in B-Dur für Fagott und Violoncello, Bärenreiter Urtext