Das Studium des Faches Neues Testament widmet sich den ursprünglichen Zeugnissen des christlichen Glaubens in ihrem geschichtlichen Werden und ihren theologischen Aussagen. Es umfasst die Hauptschriften des Neuen Testaments, insbesondere die vier Evangelien, die Briefe des Paulus (hier vor allem den Römerbrief, die beiden Korintherbriefe und den Galaterbrief) sowie weitere Schriften (Apostelgeschichte, Hebräerbrief, Offenbarung). Besonderes Gewicht liegt auf der historischen und geistes- und religionsgeschichtlichen Einordnung des Urchristentums und der urchristlichen Schriften in die jüdische und hellenistisch-römische Welt; dabei findet die alttestamentlich-jüdische Tradition, aus der das Urchristentum entstand, besondere Beachtung.

Studienziel ist die Befähigung zu eigener wissenschaftlicher Arbeit an den Texten des Neuen Testaments auf der Grundlage des griechischen Textes. Die methodischen Kenntnisse werden im Proseminar erworben und ihre Anwendung möglichst in einer Proseminararbeit demonstriert. Die Bibelkunde verschafft einen Überblick über das gesamte Schrifttum des Neuen Testaments. Einführungsvorlesungen vertiefen die Grundkenntnisse. In exegetischen Hauptvorlesungen werden zentrale Texte erschlossen, Vorlesungen zur Umwelt des Neuen Testaments und zur Geschichte des Urchristentums geben historische und religionsgeschichtliche Orientierung. In Hauptseminaren werden Einzelthemen der neutestamentlichen Theologie sowohl einzelner Schriften als auch des gesamten Neuen Testaments exegetisch-theologisch erarbeitet und hermeneutisch reflektiert.

Die wissenschaftliche Arbeit an den Quellen des Urchristentums führt zur Einsicht in die historischen Bedingungen ihrer Entstehung. Sie nimmt die Einheit und die Verschiedenheit der theologischen Konzeptionen wahr, reflektiert diese in ihrem Verhältnis zu einander als Zeugnis des einen Heilsgeschehens und fragt nach ihrer Bedeutung für Lehre und Handeln der Kirche.


Hinweise/Empfehlungen

 

  • Der Besuch eines neutestamentlichen Hauptseminars setzt die bescheinigte Teilnahme an einem neutestamentlichen Proseminar voraus; die Anfertigung einer Proseminararbeit wird dringend empfohlen.
  • Es wird angeraten, mindestens eine weitere Hauptvorlesung aus den Bereichen 1 oder 2 des Studienplans und Vorlesungen und Hauptseminare zu weiteren Texten des Neuen Testaments zu besuchen.
  • In Kategorie B des Studienplans können je 2 SWS aus Lehrveranstaltungen benachbarten Fakultäten und Wissenschaften (z.B. Alte Geschichte, Klassische Philologie, Judaistik, Sprachen der neutestamentlichen Textüberlieferung wie Syrisch, Koptisch, Armenisch) auf die Gesamtstundenzahl angerechnet werden.