Arnold Feil (* 02.10.1925 in Mannheim), Musikwissenschaftler, Universitätsprofessor i. R.

 

Aufgewachsen in Ludwigshafen/Mannheim. Musikhochschule in Mannheim und Heidelberg (Rehberg, Petersen, Frommel). Studium in Heidelberg: Musikwissenschaft (Georgiades, Hermelink, Jammers, Poppen), Lateinische Philologie des Mittelalters (Bulst), Geschichte (Ernst), Kunstgeschichte (Paatz). 1954 Promotion zum Dr. phil. der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg (Diss. „Satztechnische Fragen in den Kompositionslehren von Niedt, Riepel und Koch“).

 

1955-1958 Musikbeauftragter beim Kulturamt der Stadt Ludwigshafen/Rhein. 1958 ff. Wissenschaftlicher Assistent am Musikwissenschaftlichen Seminar in Heidelberg (Jammers, Hermelink, Gerstenberg), seit 1959 bei Walter Gerstenberg am Musikwissenschaftlichen Institut in Tübingen und hier zugleich Leiter des Collegium musicum der Universität.

 

Seit 1959 Lehrbeauftragter für Musikwissenschaft an der FH für Bibliothekswesen und an der Universität Stuttgart. 1965 Habilitation an der Philosophischen Fakultät in Tübingen (Habil. „Studien zu Schuberts Rhythmik“).

 

1972 apl. Professor für Musikwissenschaft in Tübingen. 1977/78 ordentlicher Professor für Musikwissenschaft an der Staatl. Hochschule für Musik und Theater in Hannover. 1978 Rückkehr nach Tübingen. Seit 1982 im Ruhestand.

 

Im Zusammenhang der Bemühungen um die Reformierung der Hochschulselbstverwaltung war Feil in Tübingen jahrelang Mitglied des Fakultätsrates und des Senats der Universität. In mehreren Jahren wechselte er sich mit den Fachkollegen in der Leitung des Musikwissenschaftlichen Instituts ab.

 

Mitglied der Kommission „Mannheimer Hofkapelle“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaft.

 

Seit 1965 Leiter des Laienorchesters „Tübinger Kammermusikkreis“, zugleich Leiter des musikal. Kabarett-Ensembles „Tübinger Harmonium Comedists“.

 

Mit Walter Gerstenberg war Feil maßgeblich beteiligt an der Gründung der „Internationalen Schubert-Gesellschaft“ und an der von dieser herausgegebenen „Neuen Schubert-Ausgabe“. Von 1965 an war er, zusammen mit Christa Landon und Walther Dürr, Editionsleiter der „Neuen Schubert-Ausgabe“. 1978 bis 1990 Präsident der „Internationalen Schubert-Gesellschaft“.

 

Aufgrund seiner Bemühungen um Kontakte zu Musikwissenschaftlern der osteuropäischen Nachbarländer wurde Feil 1975 zum Korrespondierenden Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und der Künste zu Ljubljana ernannt.

 

Eines seiner Hauptarbeitsgebiete ist die Geschichte der abendländischen Musik, darin insbesondere die Musik der Wiener Klassiker mit ihren satztechnischen Voraussetzungen. Nebenschwerpunkte seiner Arbeit sind musikwissenschaftliche Editionsprobleme, die Verbindung mit der Musikethnologie sowie musikalische Aufführungspraxis als praktische Anwendung der historischen Arbeit.

 

Veröffentlichungen (Auswahl):

 

  • Satztechnische Fragen in den Kompositionslehren von Friedrich Erhard Niedt, Joseph Riepel und Heinrich Christoph Koch, Heidelberg 1955.
  • Studien zu Schuberts Rhythmik, München 1966.
  • Franz Schubert. Die schöne Müllerin, Winterreise, Stuttgart 1975 (auch in engl. und franz. Übersetzung).
  • Reclams Musikführer Franz Schubert (gemeinsam mit Walther Dürr), Stuttgart 1991.
  • Metzler Musik Chronik vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart, Stuttgart, Weimar 1993 (2., erweiterte Aufl. 2005).
  • Zur Genesis der Gattung Lied, wie sie Franz Schubert definiert hat, in: Muzikološki zbornik XI, Ljubljana 1975.
  • Die Musikkultur des Mittelmeerbeckens und die abendländische Polyphonie, in: Report of the Twelfth Congress (IGMW) Berkeley 1977, Kassel 1981.
  • Volksmusik und Trivialmusik. Bemerkungen eines Historikers zu ihrer Trennung, in: Die Musikforschung XXVI, Kassel 1973.
  • Goethes und Schuberts 'Erlkönig', in: Festschrift Rudolf Bockholdt zum 60. Geburtstag, Pfaffenhofen 1990.

 

 

In der Neuen Schubert-Ausgabe Herausgeber der Bände:

 

·         Otto Erich Deutsch, Franz Schubert. Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge. Neuausgabe in deutscher Sprache (zusammen mit Werner Aderhold, Walther Dürr, Christa Landon), Kassel 1978.

·         Sinfonien 1-3 und 4-6

·         Oktette und Nonett

·         Werke für Klavier und mehrere Instrumente

 

 

Festschriften

 

·         Franz Schubert. Jahre der Krise 1818–1823 (Kongressbericht Kassel 1982). Arnold Feil zum 60. Geburtstag, Kassel 1985.

·         Franz Schubert: Werk und Rezeption (Kongressbericht Duisburg 1997). Arnold Feil zum 75. Geburtstag. Schubert-Jahrbuch 1999, hrsg. v. d. Deutschen Schubert-Gesellschaft, Duisburg, Kassel 2001.