Digital Humanities in Tübingen

Die Anwendung von IT-gestützten Methoden und Werkzeugen entwickelt sich unter dem Terminus Digital Humanities auch in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen immer mehr zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel. Aus immer größeren Datenbeständen und immer komplexeren Analysemöglichkeiten  entstehen vollkommen neue Fragestellungen. Digitale Texte, Objekte, Karten und Modelle haben in vielen Fachbereichen zu einem weitreichenden Paradigmenwechsel geführt, dessen Auswirkungen aufgrund der rasanten Entwicklung der Technologie noch kaum abzuschätzen sind. Wegen der digitalen Genese vieler forschungsrelevanter Daten, stellen diese nicht mehr nur ein Abbild analoger Vorlagen dar, sondern sind bereits selber als ein Teil des kulturellen Erbes zu verstehen, dessen Bewahrung eines der vordringlichen Aufgabenfelder der Digital Humanities ist.  

 

Der Text steht an nahezu allen deutschsprachigen Standorten mit einem Digital Humanities Studienprogramm im Fokus der Forschung und der Lehre. Nicht-textuelle Ausprägungen der Kultur und deren Verortung in Raum und Zeit finden hierbei in der Regel nur wenig Beachtung. Gerade an dieser Stelle sieht die Universität Tübingen jedoch den besonderen Anreiz der Verwendung von neuen digitalen Methoden. Diese bieten nun erstmals die Möglichkeit, sämtliche Ausprägungen des menschlichen Kulturschaffens im allerweitesten Sinne miteinander in semantische, analysierbare Beziehungen zu setzen. Zugleich ist es mit derartigen integrierten digitalen Methoden nun möglich, bedrohte Objekte und Räume, aber auch immaterielle kulturelle Ausprägungen wie Sprachen, deren Dialekte, Musik oder Bräuche präzise zu dokumentieren und dauerhaft nachhaltig zu bewahren und der Forschung bereitzustellen. Besonders in diesem Aufgabenspektrum sehen sich die Digital Humanities in Tübingen in einer besonderen Verantwortung.