Maßnahmen zur
Verringerung der
Energieintensität in
der Ukraine:
Traurige Berühmtheit erlangte die ukrainische Energiewirtschaft durch das Reaktorunglück in Tschernobyl am 26. April 1986. Durch die Abschaltung des letzten Reaktorblocks am 15. Dezember 2000 wurde der schwerste Zwischenfall der zivilen Kernkraftnutzung erneut in Erinnerung gerufen.
Doch auch nach der Stilllegung von Tschernobyl setzt die ukrainische Regierung weiterhin auf die Kernkraftnutzung. Die geplante Fertigstellung der beiden Reaktorblöcke in Khmelnitski und Rivne (K2-R4 Projekt) zeigt, dass die Kernkraft trotz der Folgen von Tschernobyl in der Ukraine auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen soll.
Ursache dieser Politik ist die tiefe energiewirtschaftliche Krise, in der sich die Ukraine seit ihrer Unabhängigkeit befindet.
Ursachen für diese Krise sind unter anderem:
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Der Zerfall der UdSSR, der die Ukraine von den Ressourcen in Russland abgeschnitten hat.
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Der desolate Zustand der heimischen Kohleproduktion.
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Der schlechte technische Zustand und die Überalterung der Anlagen im Energiesektor.
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Die hohe Energieintensität des produzierenden Sektors.
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Die Langsamkeit des Transformationsprozesses und der damit einhergehenden Wirtschaftskrise.
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Die rent-seeking Mentalität wichtiger Entscheidungsträger.
Die Energiekrise belastet in einem hohen Maß den Staatshaushalt der Ukraine und zwingt das Land in eine wirtschaftliche und politische Abhängigkeitsposition gegenüber Russland. Gleichzeitig ist der Energiesektor, trotz sinkender Produktion hauptverantwortlich für die hohe Belastung der ukrainischen Umwelt.
Eine, im Vergleich zum weiteren Ausbau der Kernkraft nachhaltige Möglichkeit zur Überwindung dieser Probleme, stellen Maßnahmen dar, die die Energieintensität in der Ukraine verringern. Das Potential, mit verhältnismäßig einfachen Maßnahmen gute Resultate zu erlangen, ist in den ehemaligen RGW-Ländern aufgrund der bisherigen sehr extensiven Wirtschaftsweise sehr hoch.
Im Verlauf meiner Untersuchung sollen in einem ersten Schritt die politischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des bisher sehr extensiven Umgangs mit Energie dargestellt werden.
Danach werden bereits umgesetzte, laufende und geplante Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz beschrieben. Dazu gehört sowohl die Analyse der sektoralen und regionalen Verteilung, die Darstellung des Zeitrahmens, die Quantifizierung von Kosten und Nutzen, als auch die Benennung der beteiligten Akteure und Ihrer Handlungsinteressen.
In einem weiteren Schritt werden Projekte vorgestellt, die in anderen Ländern besonders erfolgreich waren und deren Umsetzbarkeit für die Ukraine überprüft.
Wer an diesem Thema oder den Problemen der ukrainischen Energiewirtschaft interessiert ist, kann sich an mich wenden und bei den folgenden
Web-Sites vorbeischauen.
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Aktualisierung: 10.6.2005 / L.-B. Brujan |