Untersuchungen beim Betriebsärztlichen Dienst

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Die Arbeitsmedizinische Vorsorge wurde durch die Novellierung der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) 2013 neu geregelt.

 

Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze hat der Arbeitgeber eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu gewährleisten.

Die Arbeitsmedizinische Vorsorge dient der Prävention von arbeitsbedingten Gesundheitsstörungen, Berufskrankheiten, Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit und Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes.

Inhalt der Vorsorge sind ein ärztliches Beratungsgespräch mit Anamnese (einschließlich Arbeitsanamnese), sowie in Abhängigkeit von der Gefährdung am Arbeitsplatz und dem Einverständnis des/der Beschäftigten eine körperliche Untersuchung, die Erhebung von Laborwerten und Funktionstests.
Die Aufforderung bzw. das Angebot zur Vorsorge erfolgt schriftlich über die Personalabteilung.
Mitarbeiter/innen vereinbaren über Tel. im Ring 83529 einen Termin beim Betriebsärztlichen Dienst.
Aktuelle Befunde (Laborwerte, Röntgenbefunde der Lunge u.a.) sowie Impfausweis und ggf. Allergiepass sollten zu Untersuchung mitgebracht werden.

  

 

1. Pflichtvorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge, die bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten vor Aufnahme der Tätigkeit und danach in regelmäßigen Abständen veranlasst werden muss. Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit nur ausüben lassen, wenn der oder die Beschäftigte an der Pflichtvorsorge teilgenommen hat.

  

Beispiele (komplette Liste siehe Anhang ArbMedVV):

  • Umgang mit Gefahrstoffen, wenn der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) nicht eingehalten wird oder direkter Hautkontakt zu hautresorptiven Stoffen besteht (z.B. Xylol oder Toluol, Methanol, Dimethylformamid)
  • Feuchtarbeit regelmäßig > 4 Std./d
  • Tätigkeiten mit Labortierstaub
  • Gezielte und nicht gezielte Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen wie Hepatitis-A, -B, -C-Virus, Influenza A u. B- Virus, Masern- Virus, Tollwut- Virus etc. einschließlich gentechnische Arbeiten mit humanpathogenen Organismen
  • Tätigkeiten mit physikalischen Einwirkungen (Lärm ab 85 dB(A))
  • Tragen von Atemschutzgeräten Gruppe 2 und 3

   

2. Angebotsvorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge, die bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten angeboten werden muss. Angebotsvorsorge muss vor Aufnahme der Tätigkeit und anschließend in regelmäßigen Abständen angeboten werden.

 

Beispiele:

  • Tätigkeiten an Bildschirmgeräten
  • Tätigkeiten mit krebserzeugenden oder erbgutverändernden Stoffen
  • Tätigkeiten mit Methanol, Ethanol, n- Hexan etc., wenn Exposition besteht
  • Feuchtarbeit > 2 Std./d
  • Tätigkeiten im Lärm ab 80 dB(A)
  • Tragen von Atemschutzgeräten Gruppe 1 (z.B. FFP2- Maske mehr als 30 min/d)
  • Tätigkeiten mit wesentlich erhöhten körperlichen Belastungen durch Lastenhandhabung beim Heben, Tragen, Halten, Ziehen oder Schieben von Lasten oder repetitiven manuellen Tätigkeiten (z.B. Pipettieren)

  

3. Wunschvorsorge

Arbeitsmedizinische Vorsorge, die bei Tätigkeiten, bei denen ein Gesundheitsschaden nicht ausgeschlossen werden kann, auf Wunsch des oder der Beschäftigten ermöglicht werden muss.

  

Strahlenschutzuntersuchungen

Beruflich strahlenexponierte Mitarbeiter/innen werden nach der Höhe der jährlichen Strahlenbelastung in Kategorie A (mehr als 6 mSv effektive Jahresdosis) und Kategorie B (mehr als 1 mSv effektive Jahresdosis) unterteilt.
Strahlenschutzuntersuchungen sind nur bei Personen der Kategorie A (jährlich) vorgeschrieben. Diese Untersuchung erfolgt nach staatlichen Rechtsvorschriften und ist duldungspflichtig.
Für Beschäftigte der Kategorie B sind in der Regel keine Strahlenschutzuntersuchungen erforderlich (Ausnahme: auf Anordnung der Behörde).