Finanzen

Studiengebühren an der Universität Tübingen

Der Landtag von Baden-Württemberg hat am 21. Dezember 2011 des Gesetzentwurf der Landesregierung zur Abschaffung der allgemeinen Studiengebühren verabschiedet. Diese Gebühren werden nun ab dem Sommersemester 2012 nicht mehr erhoben. Künftig zahlt das Land den Hochschulen auf Basis der bisherigen Einnahmen eine jährliche Kompensation, die der Entwicklung der Studierendenzahlen angepasst wird. Die Hochschulen müssen diese Qualitätssicherungsmittel zweckgebunden für Studium und Lehre verwenden, zum Beispiel für zusätzliches Lehrpersonal, für besseren Service in Bibliotheken oder für die Anschaffung von Lernmaterial. Alle Maßnahmen, die aus diesen Mitteln finanziert werden, sind kapazitätsneutral. Das bedeutet: Die Qualitätssicherungsmittel führen nicht zu einer höheren Anzahl von Studierenden, sondern zu einer höheren Qualität in Studium und Lehre. Über die Verwendung der Qualitätssicherungsmittel wird im Einvernehmen mit den Studierenden entschieden.

Nähere Infos: http://mwk.baden-wuerttemberg.de/studium/kosten-eines-studiums/studiengebuehren/

Die Studiengebühren stehen der Universität Tübingen seit dem Sommersemester 2007 zweckgebunden für die Erfüllung ihrer Aufgaben in Studium und Lehre gem. § 4 Landeshochschulgebührengesetz zur Verfügung. Über die Verwendung der Einnahmen ist im Rahmen des Landeshochschulgesetzes im Benehmen mit einer Vertretung der Studierenden zu entscheiden.

Die Universität Tübingen verwendet die Einnahmen aus Studiengebühren zur Verbesserung der Studienbedingungen durch Stärkung der Lehrqualität, Ausbau der Betreuungssituation der Studierenden sowie Verbesserung der Infrastruktur und des Studierendenservices.

Anlässlich der Einführung der Studiengebühren wurde 2006 eine Kommission zur Erörterung der Verwendung von Studiengebühren einberufen. Der Kommission gehören neben dem Rektorat und der Gleichstellungsbeauftragten, drei Professoren, ein Vertreter des wissenschaftlichen Mittelbaus, eine Vertreterin der Gruppe Sonstige Mitarbeiter sowie vier Studierende an. Nach Erörterung diverser Verteilungsmodelle wurde im Jahr 2007 Konsens über das nachfolgende Verfahren erzielt.

Verteilungskonzept:

Das Verteilungsmodell beruhte auf einer geschätzten Einnahme von 16 Mio. Euro pro Jahr und gliederte sich in drei Blöcke mit 25% (ca. 4 Mio. Euro) für belastungsbezogene Anteile im Bereich von Studium und Lehre basierend auf Studierenden- und Prüfungszahlen incl. Mittel für Lehraufträge und Exkursionen (ohne Antrag) und 25% (ca. 4 Mio. Euro) für gesamtuniversitäre und fakultätsübergreifende Maßnahmen auf Antragsbasis sowie 50% (ca. 8 Mio. Euro) für die Fakultäten und Institute auf Antragsbasis.

Aufgrund der zum 01.03.2009 eingeführten „Geschwisterregelung“ ergaben sich starke Mindereinnahmen von fast fünf Millionen Euro, die durch eine 20% Kürzung der antragsbezogenen Bewilligungen kompensiert werden mussten, da zum Zeitpunkt der Verteilung ein solch gravierender Einbruch nicht abschätzbar war.

Seit 2009 erfolgt die Verteilung auf der Basis von geschätzten Einnahmen in Höhe von ca. 12 Mio. €, so dass für

Ø belastungsbezogene Anteile ca. 3 Mio. €

Ø gesamtuniversitäre und fakultätsübergreifende Maßnahmen ca. 3 Mio. €

Ø die Fakultäten und Institute auf Antrag ca. 6 Mio. €

zur Verfügung gestellt werden.

Die Verteilung an die Fakultäten erfolgt auf der Basis von Fallzahlen unter Berücksichtigung von ECTS-Punkten (Basis: WS) und Kosten-Leistungs-Rechnungsdaten (des Vorjahres) im Verhältnis von 70% zu 30% und Anpassungen aufgrund von Auslastungsfaktoren.

Die Anträge werden über die Fakultäten eingereicht und sind vom Antragsteller, dem Studiendekan und dem Dekan zu unterschrieben sowie mit einem Sichtvermerk eines studentischen Vertreters zu versehen.

Auf der Grundlage der Beratungen und den Empfehlungen der Kommission erfolgt die Verteilung der Einnahmen abschließend durch das Rektorat in der Regel für den Zeitraum von zwei Semestern. Zum Jahresende nicht verausgabte Mittel werden in das folgende Haushaltsjahr übertragen und stehen damit weiterhin ausschließlich für Maßnahmen zur Verbesserung der Lehre zur Verfügung.

Stand der Einnahmen und Ausgaben:

Die Einnahmen pro Jahr ergeben sich aus der Zahl der zahlungspflichtigen Studierenden unter Abzug von Studierenden, die von der Zahlung der 500 Euro pro Semester befreit werden bzw. nicht zahlungspflichtig sind.

(Stand 30.12.2011)

Einnahmen

Bewilligungen

(jeweils für SoSe und WS)

Ausgaben

____________________ ____________________ _________________________ ____________________


2007

16.937.526,02 €

14.729.760,00 €

8.573.415,31 €

(ab 01.04.2007)


2008

16.401.149,90 €

15.583.906,00 €

1.448.535,00 €

13.948.466,24 €


2009

11.550.581,65 €

13.737.730,00 €

15.889.601,26 €


2010

11.442.147,80 €

12.279.352,00 €

13.444.502,72 €


2011

11.849.025,40 €

11.269.998,00 €

ca. 11,5 Mio. €

Im Jahr 2007 wurden zunächst rund 14,73 Mio. Euro verteilt, da die Einnahmen nur schätzungsweise berechnet werden konnten.

In 2008 wurden in einer ersten Bewilligungsrunde ca. 15,5 Mio. Euro für das Sommersemester 2008 und das Wintersemester 2008/2009 verteilt. In einer zweiten Vergaberunde wurden im Oktober 2008 Restmittel aus dem Jahr 2007 in Höhe von ca. 1,4 Mio. Euro verteilt. 2009 wurden wegen gravierender Mindereinnahmen aufgrund der Geschwisterregelung nur ca. 13,7 Mio. Euro auf die Einrichtungen verteilt. Die Verteilungssumme in 2010 betrug ca. 12,3 Mio. Euro und damit ca. 840.000 Euro über den tatsächlichen Einnahmen, die bei ca. 11,4 Mio. Euro lagen.

Nachfolgend finden Sie die aktuelle Verteilung für 2011:

Die aktuelle Verteilung im Jahr 2011 basiert auf den Einnahmen für das Sommersemester 2011 und den Einnahmen für das Wintersemester 2011/2012.

Das bisherige bewährte Verfahren zur Verteilung der Studiengebühren an unserer Universität soll weitestgehend fortgeführt werden. Anträge auf Qualitätssicherungen sind bis zum 15. Januar 2012 über die Fakultäten einzureichen.

Verwendung:

Die Bewilligungsübersichten für die Jahre 2007, 2008, 2009, 2010 und 2011 sind mit weiterführenden Links zu den einzelnen Einrichtungen versehen. Hier erhalten Sie detaillierte Informationen zur weiteren Verwendung.

Schwerpunktmäßig werden die Mittel für folgende Maßnahmen verwendet:

Stand: 30.12.2011