Aktuelles im Botanischen Garten

Öffentliche Vorträge

Gefördert durch den Förderkreis des Botanischen Gartens finden auch 2017 wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Thema "Regionale Botanik und Naturschutz" finden am jeweils ersten Sonntag eines Monats Vorträge im Hörsaal Botanik (Auf der Morgenstelle 3) statt. 

Beginn: 11.00 Uhr, Hörsaal Botanik (N10). Die genauen Themen und Termine finden Sie in unserem aktuellen Veranstaltungsprogramm.

 

 

Öffentlicher Vortrag am Sonntag, den 2. Juli

Eine Spur wilder!? – Zur Debatte um den Nationalpark Schwarzwald und die Idee des Prozessschutzes

 

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Potthast

am 2. Juli 2017, 11 Uhr im Hörsaal N10, Auf der Morgenstelle 3 

 

 

Seit 2014 gibt es den "Nationalpark Schwarzwald", der sich das Motto "Eine Spur wilder" gegeben hat. 'Wild' ging es allerdings zuvor bereits in den Diskussionen um seine mögliche Einrichtung im Nordschwarzwald zu: Heftig wurde gestritten, vor allem um die Idee, mitten in einer Kulturlandschaft nun Prozessschutz mit dem Ziel "Unbeeinflusste Natur" zu praktizieren. Der Vortrag stellt die unterschiedlichen Positionen dar und erläutert, welche grundlegenden ethischen und politischen Annahmen über Natur und Heimat, über Artenschutz und gelingende Mensch-Umwelt-Beziehungen hier verhandelt wurden und immer noch werden. Thomas Potthast ist Biologe und Philosoph; er ist Professor für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften sowie Leiter des Ethikzentrums der Universität Tübingen.

 

 

Der Eintritt ist kostenlos, wir freuen uns über eine Spende.

 

 

 

Highlight des Monats: Chinesischer Gewürzstrauch

Calycanthus chinensis, Familie der Calycanthaceae (Gewürzstrauchgewächse)

 

Standort: Rhododendrontal

 

Die Gattung der Gewürzsträucher umfasst nur vier Arten die in USA und China vorkommen. Sie sind verwandt mit den Lorbeergewächsen und gelten als relativ ursprünglich. In Botanischen Gärten findet man häufig die rotbraun blühenden amerikanischen Arten wie C. floridus, den Nelkenpfeffer, oder C. occidentalis, den Kalifornischen Gewürzstrauch.


Eine echte Rarität ist aber der Chinesische Gewürzstrauch: er kommt nur in einem sehr kleinen Gebiet in Bergwäldern der ost-chinesischen Provinz Zhejiang vor. Außerdem hat er außergewöhnliche Blüten: sie sind cremeweiß und können bis zu zehn Zentimeter im Durchmesser erreichen. Die inneren Blütenblätter sind kleiner, gelblich und etwas nach innen geneigt. Kleine Käfer und Fliegen besuchen diese Blüten und sorgen für reichen Samenansatz, obwohl auch durch Selbstbestäubung Samen entstehen können. Diese seltene und wegen des sehr kleinen Verbreitungsgebietes  gefährdete Art wurde erst in den 1960er Jahren entdeckt. Seit den 1980er Jahren gibt es Pflanzen auch in Botanischen Gärten in Europa, mittlerweile sogar mit wenigen Sorten im Handel.

 

 

 

Laden Sie sich hier die Infotafel zum Chinesischen Gewürzstrauch herunter!

 

Hier gelangen Sie zum Archiv Highlight des Monats!

 

 

 

Ausstellung

"Frucht der Arbeit – Pflanzennutzung im Spannungsfeld der Globalisierung":

Stationentafeln im Botanischen Garten der Universität Tübingen

 

 

„Die Frucht der Arbeit“ ist eine Ausstellung mit Stationenpfad, welche ab dem 14. August 2016  im Botanischen Garten Tübingen gezeigt wird. Die Ausstellung besteht aus 10 Stationen, die direkt vor den einzelnen Pflanzen im Gartenareal installiert sind. Die Installation beleuchtet das weltumspannende Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung: Mit Geschichten aus den Produktionsländern unserer exotischen Alltagspflanzen werden die Verbindungen zwischen unserem Lebensstil und dem Lebensinhalt vieler Menschen rund um den Erdball verdeutlicht. So wird das Netz an weltumspannenden Nachhaltigkeitskonzepten sichtbar, die im Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung tagtäglich von zentraler Bedeutung sind.

Der Diplombiologe Marian Lechner entwickelte das Ausstellungskonzept im Zuge seiner Promotion an der Universität Tübingen mit dem Ziel,  Perspektivenübernahme als nachhaltigkeitsrelevante Kompetenz zu fördern.