Aktuelles im Botanischen Garten

Öffentliche Vorträge

Gefördert durch den Förderkreis des Botanischen Gartens finden auch 2016 wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Thema "Eine Blüte ist eine Blume...?" finden am jeweils ersten Sonntag eines Monats Vorträge im Hörsaal Botanik (Auf der Morgenstelle 3) statt. Beginn: 11.00 Uhr, Hörsaal Botanik. Die genauen Themen und Termine finden Sie in unserem aktuellen Veranstaltungsprogramm.

 

 

Vortrag am Sonntag, den 7. August 2016 um 11 Uhr

(C) Brigitte Fiebig
(C) Michael Mauser

"Persische Schätze für das Alpinenhaus – auf den Spuren der Dionysien im Iran"

 

Brigitte Fiebig und Michael Mauser, Botanischer Garten der Universität Tübingen

 

 

Die Dionysien - meist polsterförmig wachsende Primelgewächse - stellen eine Spezialsammlung des Botanischen Gartens der Universität Tübingen dar. Die etwa 45 bekannten Vertreter dieser ausdauernden und langlebigen Polsterpflanzen kommen im Iran und in Afghanistan vor und wachsen dort an senkrechten oder gar überhängenden Felsen im Gebirge. Dorthin gelangt kaum Regen und die Pflanzen ziehen das wenige Wasser, das sie benötigen, mit Hilfe der Wurzeln aus der Feuchtigkeit der Felsspalten.

 

Brigitte Fiebig und Michael Mauser konnten 2015 und 2016 in den Iran reisen und dort zahlreiche Naturstandorte der Dionysien aufsuchen und dokumentieren. Mit vielen Bildern nehmen sie das Publikum mit auf eine botanisch und kulturell interessante Reise.

 

 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen!

 

 

Offentliche Führung sonntags um zwei

Ausstellungseröffnung und Führung:

"Frucht der Arbeit – Pflanzennutzung im Spannungsfeld der Globalisierung":

Stationentafeln im Botanischen Garten der Universität Tübingen

 

 

 

„Die Frucht der Arbeit“ ist eine Ausstellung mit Stationenpfad, welche ab dem 14. August 2016 um 14 Uhr im Botanischen Garten Tübingen gezeigt wird. Die Ausstellung besteht aus 10 Stationen, die direkt vor den einzelnen Pflanzen im Gartenareal installiert sind. Die Installation beleuchtet das weltumspannende Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung: Mit Geschichten aus den Produktionsländern unserer exotischen Alltagspflanzen werden die Verbindungen zwischen unserem Lebensstil und dem Lebensinhalt vieler Menschen rund um den Erdball verdeutlicht. So wird das Netz an weltumspannenden Nachhaltigkeitskonzepten sichtbar, die im Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung tagtäglich von zentraler Bedeutung sind.

Der Diplombiologe Marian Lechner entwickelte das Ausstellungskonzept im Zuge seiner Promotion an der Universität Tübingen mit dem Ziel,  Perspektivenübernahme als nachhaltigkeitsrelevante Kompetenz zu fördern.

Am Sonntag, den 14. August 2016 um 14 Uhr führt Diplombiologe Marian Lechner durch die Ausstellung, erklärt das Konzept und berichtet über erste Ergebnisse.

 

Treffpunkt: Haupteingang des Botanischen Gartens (Auf der Morgenstelle, neben Gebäude Nr. 5)

 

 

 

 

Ausstellung

(C) N. Köster
(C) N. Köster

Garten=Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt

im Arboretum

 

 

William Shakespeare (1564-1616), der bedeutendste Dramatiker unseres Kulturkreises, erwähnt in seinen Stücken etwa 120 Pflanzenarten. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um damals in England heimische oder in Gärten kultivierte Arten. Einige wenige "Neuheiten", importiert vor allem durch wohlhabende Händler und Pflanzenfreunde über Konstantinopel aus Kleinasien, kommen dazu.

 

Shakespeare "dekoriert" die fast leere Bühne seiner Zeit in den Köpfen seines Publikums mit imaginären Pflanzen, er illustriert Dynastisches an Hand des Baumschnitts und gestaltet mit pflanzlichen Objekten seine überbordenden, oft zotigen Wortspiele bildreich aus. 

In der Regel werden die Pflanzen nicht beiläufig-dekorativ, sondern ganz gezielt eingesetzt: Als "Wortkulissen" rufen sie beim Publikum im elisabethanischen Theater ganz bestimmte Bilder von Szenerien und Landschaften hervor. Der "Feenhügel" im "Sommernachtstraum" mit seinem duftenden Geißblatt, den Veilchen und dem Quendel ist geradezu sprichwörtlich geworden. Oft spielen Gift- oder Heilpflanzen ihre Rolle als konkrete Objekte im Handlungsgefüge. Nicht alle durch Pflanzen vermittelten Botschaften sind uns heute noch verständlich, doch die Symbolik vieler Bilder ist bis in unsere Tage nachvollziehbar. Hierzu zählen die "Lilie" (gemeint ist hier zum Teil die Iris als Symbol des französischen Königshauses) oder die Rosen (man denke an die "Rosenkriege" genannten Bürgerkriege der Zeit um 1480, die Shakespeare in den insgesamt zehn Historiendramen untersucht und darstellt). Aber auch sensationelle Neuheiten in den englischen Gärten wie Schachbrettblume oder wie die Kaiserkrone finden Erwähnung.

 

Als gemeinsames Projekt zeigen zahlreiche Botanische Gärten von Rostock und Bremen bis Freiburg, München und Wien ab dem 10. Juni eine Poster-Ausstellung zum Thema "Garten=Theater - Pflanzen in Shakespeares Welt". Autor der Ausstellung und des zugehörigen Katalogs ist PD Dr. Stefan Schneckenburger (Botanischer Garten der TU Darmstadt). Näheres unter www.verband-botanischer-gaerten.de/pages/bg_woche.html

 

Im Botanischen Garten der Universität Tübingen ist die Ausstellung ab dem 12. Juni bis zum 31. Oktober im Arboretum zu sehen.

 

Führungen durch die Ausstellungen können gebucht werden über:

sekretariat(at)botgarten.uni-tuebingen.de 

 

 

 

 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen (Spendengießkanne im Foyer der Gewächshäuser).

 

 

Ausstellung im Foyer der Gewächshäuser

Von der Naturstudie zur großen Komposition – frühe und späte Arbeiten von Gudrun Gantzhorn

 

Gudrun Gantzhorn lebt und arbeitet in Reutlingen. In ihren Arbeiten findet man Menschen, Landschaften, und immer wieder Pflanzen: blühend, fruchtend und vergehend. Neben detailgenauen Studien, die auch das Botanikerherz höher schlagen lassen gibt es Kompositionen, die schon fast abstrakt anmuten.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über Spenden.

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:  

8:00 bis 16:30 Uhr

Wochenenden und Feiertage:  

10:00 bis 16:30

 

 

 

 

Highlight des Monats: Winter-Linde

(C) A. Roloff
(C) A. Kehl

Highlight im Juli: Blühender Baum des Jahres 2016 - die Winter-Linde (Tilia cordata)

Familie der Malvengewächse (Malvaceae)

Standort im Botanischen Garten: Schwäbische Alb, Waldrand

 

Dass die Winter-Linde blüht, riecht und hört man oft schon bevor man es sieht: der intensive Duft lockt zahlreiche Bienen und Hummeln an, die hier relativ spät im Jahr noch große Mengen Nektar sammeln können. Als Baum des Jahres 2016 wird die Winter-Linde in diesem Jahr besonders geehrt, auch wegen der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und der hohen Wertschätzung.

 

In den germanischen Völkern galt die Linde als heiliger Baum der Fruchtbarkeitsgöttin Frigga, was sicherlich mit den herzförmigen Blättern dazu beiträgt, dass die Linde auch als Baum der Liebe bzw. Liebenden gilt. Vielleicht auch deshalb haben Linden seit jeher eine wichtige Bedeutung für Menschen: in früheren Zeiten waren sie auf jedem Dorfplatz zu finden, wurden oft als Gerichtslinde genutzt oder als Tanzlinde gezogen. Die hohe Bedeutung zeigt sich auch darin, dass der Gasthausname „Zur Linde“ einer der häufigsten in ganz Deutschland ist.

Die Winter-Linde kommt typischerweise in Laubwäldern vor und ist gut schattenverträglich. Von der nah verwandten Sommer-Linde unterscheidet sie sich durch die spätere Blüte, die kleineren und kahlen Blätter und die braunen „Achselbärte“: auf der Blattunterseite stehen in den Achseln zwischen den Hauptadern kleine Haarbüschel. Diese Achselbärte sind bei der Winter-Linde hellbraun, bei der Sommer-Linde weiß.

 

Wer die Winter-Linde im Botanischen Garten besucht, entdeckt bei genauem Hinsehen noch etwas Spannendes: auf der Blattoberseite stehen immer wieder wenige Millimeter hohe, schmale, gelb-rote Hörnchen. Hier handelt es sich um Pflanzengallen: eine Milbenart (Aceria lateannulatus) manipuliert die Linde so, dass das Blatt diese Hörnchen ausbildet. Die Milben sitzen dann gut geschützt im Inneren der Gallen und können ungestört Pflanzensaft saugen.

 

 

Laden Sie sich hier die Infotafel zur Winter-Linde herunter!

 

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