Aktuelles im Botanischen Garten

Öffentliche Vorträge

Gefördert durch den Förderkreis des Botanischen Gartens finden auch 2016 wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Thema "Eine Blüte ist eine Blume...?" finden am jeweils ersten Sonntag eines Monats Vorträge im Hörsaal Botanik (Auf der Morgenstelle 3) statt. Beginn: 11.00 Uhr, Hörsaal Botanik. Die genauen Themen und Termine finden Sie in unserem aktuellen Veranstaltungsprogramm.

 

 

Vortrag am Sonntag, den 3. Juli um 11 Uhr

"Bestäubungsbiologie bei Nacktsamern"

Dr. Veit Dörken, Universität Konstanz


im Hörsaal der Botanik N10 (Auf der Morgenstelle 3)

 

 

Nadelbäume stellen innerhalb der Nacktsamer die größte Gruppe dar. Es handelt sich dabei um eine Reliktpflanzengruppe, die in schon längst vergangenen Erdepochen ihre größte Vielfalt zeigte. Die reproduktiven Strukturen der Koniferen bzw. Nacktsamer sind wichtig zum Verständnis der Evolution der modernen Samenpflanzen.

Während viele der Bedecktsamer über auffällige bunte Blüten verfügen, um Bestäuber anzulocken, fehlen solche bei den Nadelbäumen, da diese ausnahmslos windbestäubt sind. Hier werden Samenanlagen und Pollenkörner in getrenntgeschlechtlichen Zapfen ausgebildet. Viele Zapfen sind zum Zeitpunkt der Bestäubung nur wenige Millimeter groß und nicht auffällig gefärbt, so dass man sie leicht übersieht. Nadelbäume scheiden oft glitzernde Bestäubungstropfen aus, mit denen die Pollenkörner eingefangen werden. Junge Zapfen und Bestäubungstropfen sind bei starker Vergrößerung betrachtet oft sehr ästhetische Gebilde. Im Vortrag werden Zapfenbau und Bestäubungsbiologie innerhalb der Nadelbäume vorgestellt.

 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Lesung: „Wie oft schalt ich des Veilchens Uebermuth….“

Lesung am Sonntag, den 10. Juli um 17 Uhr im Arboretum

 

 

„Wie oft schalt ich des Veilchens Uebermuth….“

Shakespeare und Pflanzen in seinen Werken sind in diesem Sommer das Thema im Arboretum des Botanischen Gartens.

Studierende des Studio Literatur und Theater der Universität Tübingen sind in diesem Sommersemester mit der Botanisiertrommel unterwegs gewesen und haben gesammelt: Was bei der Naturlyrik 4.0 herausgekommen ist, wollen sie am 10. Juli um 17 Uhr im Arboretum des Botanischen Gartens im Rahmen einer Lesung in sommerlicher Atmosphäre vortragen.

Noch bis zum 31. Oktober ist im Arboretum auch die Ausstellung „Garten=Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt“ zu sehen.

 

 

Treffpunkt: Eingang zum Arboretum (oberhalb des Nordrings, an der Bushaltestelle „Botanischer Garten“)

Bei schlechtem Wetter (Dauerregen) im Foyer der Gewächshäuser

 

Eintritt frei, Spenden sind willkommen.

 

 

 

Ausstellung

(C) N. Köster
(C) N. Köster

Garten=Theater: Pflanzen in Shakespeares Welt

im Arboretum

 

 

William Shakespeare (1564-1616), der bedeutendste Dramatiker unseres Kulturkreises, erwähnt in seinen Stücken etwa 120 Pflanzenarten. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um damals in England heimische oder in Gärten kultivierte Arten. Einige wenige "Neuheiten", importiert vor allem durch wohlhabende Händler und Pflanzenfreunde über Konstantinopel aus Kleinasien, kommen dazu.

 

Shakespeare "dekoriert" die fast leere Bühne seiner Zeit in den Köpfen seines Publikums mit imaginären Pflanzen, er illustriert Dynastisches an Hand des Baumschnitts und gestaltet mit pflanzlichen Objekten seine überbordenden, oft zotigen Wortspiele bildreich aus. 

In der Regel werden die Pflanzen nicht beiläufig-dekorativ, sondern ganz gezielt eingesetzt: Als "Wortkulissen" rufen sie beim Publikum im elisabethanischen Theater ganz bestimmte Bilder von Szenerien und Landschaften hervor. Der "Feenhügel" im "Sommernachtstraum" mit seinem duftenden Geißblatt, den Veilchen und dem Quendel ist geradezu sprichwörtlich geworden. Oft spielen Gift- oder Heilpflanzen ihre Rolle als konkrete Objekte im Handlungsgefüge. Nicht alle durch Pflanzen vermittelten Botschaften sind uns heute noch verständlich, doch die Symbolik vieler Bilder ist bis in unsere Tage nachvollziehbar. Hierzu zählen die "Lilie" (gemeint ist hier zum Teil die Iris als Symbol des französischen Königshauses) oder die Rosen (man denke an die "Rosenkriege" genannten Bürgerkriege der Zeit um 1480, die Shakespeare in den insgesamt zehn Historiendramen untersucht und darstellt). Aber auch sensationelle Neuheiten in den englischen Gärten wie Schachbrettblume oder wie die Kaiserkrone finden Erwähnung.

 

Als gemeinsames Projekt zeigen zahlreiche Botanische Gärten von Rostock und Bremen bis Freiburg, München und Wien ab dem 10. Juni eine Poster-Ausstellung zum Thema "Garten=Theater - Pflanzen in Shakespeares Welt". Autor der Ausstellung und des zugehörigen Katalogs ist PD Dr. Stefan Schneckenburger (Botanischer Garten der TU Darmstadt). Näheres unter www.verband-botanischer-gaerten.de/pages/bg_woche.html

 

Im Botanischen Garten der Universität Tübingen ist die Ausstellung ab dem 12. Juni bis zum 31. Oktober im Arboretum zu sehen.

 

Führungen durch die Ausstellungen können gebucht werden über:

sekretariat(at)botgarten.uni-tuebingen.de 

 

 

 

 

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen (Spendengießkanne im Foyer der Gewächshäuser).

 

 

Ausstellung im Foyer der Gewächshäuser

Von der Naturstudie zur großen Komposition – frühe und späte Arbeiten von Gudrun Gantzhorn

 

Gudrun Gantzhorn lebt und arbeitet in Reutlingen. In ihren Arbeiten findet man Menschen, Landschaften, und immer wieder Pflanzen: blühend, fruchtend und vergehend. Neben detailgenauen Studien, die auch das Botanikerherz höher schlagen lassen gibt es Kompositionen, die schon fast abstrakt anmuten.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über Spenden.

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:  

8:00 bis 16:30 Uhr

Wochenenden und Feiertage:  

10:00 bis 16:30

 

 

 

 

Highlight des Monats: Tulpenbaum

Die großen Blüten des Tulpenbaums

Lriodendron tulipifera, Familie der Magnoliaceae (Magnoliengewächse)

 

Standort: im Arboretum, bei der systematischen Abteilung und am Beginn des Rhododendrontals

 

Schon die Blätter des Tulpenbaums haben eine ungewöhnliche Form: sie ähneln einem Ahorn-Blatt, an dem die oberste Spitze fehlt. Die Blüten jedoch sind der Grund für den deutschen Namen „Tulpenbaum“. Ihre Größe und becherartige Form erinnert tatsächlich an Tulpen, doch die Färbung ist sehr viel unscheinbarer als wir das von Tulpen gewöhnt sind. Hat man sie aber erstmal entdeckt, erkennt man auch den besonderen Reiz: von grasgrün werden sie nach innen gelb und schließlich leuchtend orange. Bei schönem Wetter kann man im Botanischen Garten regelmäßig Fliegen, Bienen und Käfer beobachten, die hier Nektar und Pollen sammeln.


Im Arboretum des Botanischen Gartens kann man auch den Chinesischen Tulpenbaum sehen, der nur sehr selten in Gärten oder Parks angepflanzt zu finden ist. Seine Blätter sind tiefer gelappt, und die Blüten vor allem grünlich. Er kommt nur in kleinen Arealen in China und Nord-Vietnam vor und ist in Natur gefährdet.

 

 

Laden Sie sich hier die Infotafel zum Tulpenbaum herunter!

 

Hier gelangen Sie zum Archiv Highlight des Monats!