Aktuelles im Botanischen Garten

Öffentliche Vorträge

Gefördert durch den Förderkreis des Botanischen Gartens finden auch 2018 wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Thema "Praktisch & Lecker: Vielfalt der Kulturpflanzen" finden am jeweils ersten Sonntag eines Monats Vorträge im Hörsaal Botanik (Auf der Morgenstelle 3) statt. 

Beginn: 11.00 Uhr, Hörsaal Botanik (N10). Die genauen Themen und Termine finden Sie in unserem aktuellen Veranstaltungsprogramm.

 

Vortrag am Sonntag, den 4. März um 11 Uhr

Die Geschichte des Brotes – Entstehung und Zukunft von Weizen und Roggen

Prof. Dr. Thomas Miedaner, Universität Hohenheim, Landessaatzuchtanstalt

 

Brot ist für uns etwas Selbstverständliches, war es aber nicht immer. Die Entwicklung der Landwirtschaft begann vor mehr als 10000 Jahren. Die ältesten echten Brote, die wir kennen, stammen aus der Schweiz und sind rund 5500 Jahre alt. Zuvor aßen die Menschen eher Getreidebrei und Fladenbrote ohne Triebmittel, wie heute noch die Tortillas aus Mexiko oder die Chapatis aus Indien. Echtes Brot, das mit Hefe oder Sauerteig in einem Backofen gebacken wird und locker aufgehen soll, kann nämlich nur aus Weizen oder Roggen hergestellt werden, weil nur diese Getreide die entsprechenden Eigenschaften besitzen.
Die Geschichte dieser beiden Getreide begann vor rund 12.000 Jahren im „Fruchtbaren Halbmond“ als die ersten Menschen Ackerbau betrieben. Der Vortrag umfasst neben (evolutions-)geschichtlichen Aspekten auch die heutige Vielfalt des Brotes in Deutschland und beschäftigt sich Zukunftsfragen, etwa alternativen Weizenformen zum Brotbacken (Dinkel, Emmer, Einkorn), der weiteren Verwendung von Weizen und Roggen (Teller oder Trog?), sowie der Frage, ob das Gluten im Weizen wirklich gefährlich für die Gesundheit ist.

 

Der Eintritt ist kostenlos, wir freuen uns aber über Spenden!

 

Highlight im Februar: das blühende Süße Bitterblatt

Baccharoides calvoana (syn. Vernonia calvoana), Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae)

Standort im Botanischen Garten: Tropicarium

 

Hüllblätter wie Rosenblüten

Das Süße Bitterblatt gehört zur Familie der Korbblütengewächse, ist also verwandt mit Disteln und Gänseblümchen. Typisch für alle Vertreter dieser Familie ist, dass die Einzelblüten sehr klein sind, aber in großer Zahl in einem korbartigen Blütenstand zusammenstehen, der für unser Auge (und das der Bestäuber) wie eine große Einzelblüte aussieht. Dieser „Blüten-Korb“ ist an der Basis von zahlreichen Hüllblättern umgeben, die bei den Disteln stachelig und beim Gänseblümchen unauffällig grün sind. Diese Hüllblätter sind beim Süßen Bitterblatt groß, weiß und rosenblattartig geformt. Dadurch wirkt der kleine Strauch schon früh als stünde er bereits in voller Blüte, obwohl es sich eigentlich erst um das Knospenstadium handelt. Erst nach einiger Zeit erscheinen dann die eigentlichen Blüten zwischen den weißen Hüllblättern: sie sind klein, violett bis weiß und röhrenförmig.

Das Süße Bitterblatt stammt aus Afrika, es kommt in zahlreichen Unterarten in verschiedenen Regionen vor. In Natur werden die Pflanzen etwa 3 Meter hoch, sind aber sehr kurzlebig. Sie kommen vor allem in Bergwäldern entlang von Flussläufen vor. Das Süße Bitterblatt und seine nahen Verwandten spielen in der Volksmedizin eine wichtige Rolle. Die Blätter werden auch als Gemüse gegessen.

 

Laden Sie sich hier die Infotafel zum Süßen Bitterblatt herunter!

 

Hier gelangen Sie zum Archiv Highlight des Monats!

 

Eierfärben mit Pflanzenfarben

Mitmachaktion für Kinder (6–12 Jahre)

am Samstag, den 24. März und Donnerstag, den 29. März 2018, jeweils von 15-17:30 Uhr

Unter fachkundiger Anleitung werden kleine Blättchen gesammelt, Farben vorbereitet und schließlich drei Eier kunstvoll gefärbt.

 

Anmeldung bitte bis 19. bzw. 24. März 2018 unter gruenewerkstatt[at]botgarten.uni-tuebingen.de

 

Kosten: 5€

 

 

 

 

 

 

 

Ausstellung

Wir mähen Tübingen bunt!

Für mehr Artenvielfalt auf städtischen Grünflächen

 

im Foyer der Gewächshäuser

vom 11. März 2018 bis 10. Februar 2019

 

Eröffnung am Sonntag, den 11. März 2018 um 14 Uhr

mit einem Vortrag von Prof. Oliver Betz und einer kurzen Führung durch die Ausstellung

 

Die Vielfalt des Lebendigen in unserer direkten Umwelt nimmt erschreckend schnell ab. Dass es manchmal ganz leicht ist, dem auf kleinen Flächen entgegen zu wirken zeigt die Ausstellung "Wir mähen Tübingen bunt!" der Bunte Wiese Tübingen.

 

Die „Bunte Wiese“ ist eine Initiative von Studierenden und Mitarbeiter*innen der Universität Tübingen zur Förderung der Artenvielfalt auf öffentlichen Grünflächen. Seit 2010 setzt sich die Initiative gemeinsam mit der Stadt Tübingen und dem Amt für Vermögen und Bau dafür ein, öffentliche Flächen der Stadt durch ein geändertes Mahdregime bunter und artenreicher zumachen. Begleitet durch wissenschaftliche Studien und viel Öffentlichkeitsarbeit werden die bunten Wiesen in Tübingen immer häufiger.

 

Wie wird eine Rasenfläche zu einer bunten Wiese? Sind bunte Wiesen wirklich artenreicher? Kann man das auch im eigenen Garten machen?

Diese und andere Fragen werden bei der Ausstellung beantwortet. Beeindruckende Fotos zeigen das Leben in bunten Wiesen und bei einem Quiz kann jede*r sein Wissen testen.

 

 

Ort: Tübingen, Foyer der Gewächshäuser im Botanischen Garten

der Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle

 

Öffnungszeiten:

11.3.2018 bis 10.2.2019

Mo-Fr 08:00 - 16:30 Uhr

Sa-So 10:00 - 16:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.

 

 

Ausstellung

"Frucht der Arbeit – Pflanzennutzung im Spannungsfeld der Globalisierung":

Stationentafeln im Botanischen Garten der Universität Tübingen

 

„Die Frucht der Arbeit“ ist eine Ausstellung mit Stationenpfad, welche ab dem 14. August 2016  im Botanischen Garten Tübingen gezeigt wird. Die Ausstellung besteht aus 10 Stationen, die direkt vor den einzelnen Pflanzen im Gartenareal installiert sind. Die Installation beleuchtet das weltumspannende Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung: Mit Geschichten aus den Produktionsländern unserer exotischen Alltagspflanzen werden die Verbindungen zwischen unserem Lebensstil und dem Lebensinhalt vieler Menschen rund um den Erdball verdeutlicht. So wird das Netz an weltumspannenden Nachhaltigkeitskonzepten sichtbar, die im Beziehungsgefüge moderner Pflanzennutzung tagtäglich von zentraler Bedeutung sind.

Der Diplombiologe Marian Lechner entwickelte das Ausstellungskonzept im Zuge seiner Promotion an der Universität Tübingen mit dem Ziel,  Perspektivenübernahme als nachhaltigkeitsrelevante Kompetenz zu fördern.