Aktuelles im Botanischen Garten

Öffentliche Vorträge

Gefördert durch den Förderkreis des Botanischen Gartens finden auch 2016 wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Thema "Eine Blüte ist eine Blume...?" finden am jeweils ersten Sonntag eines Monats Vorträge im Hörsaal Botanik (Auf der Morgenstelle 3) statt. Beginn: 11.00 Uhr, Hörsaal Botanik. Die genauen Themen und Termine finden Sie in unserem aktuellen Veranstaltungsprogramm.

 

 

Vortrag am Sonntag, den 5. Juni um 11 Uhr

"Bemerkenswerte Blumenbesucher"

Prof. Dr. Peter Leins, Universität Heidelberg


im Hörsaal der Botanik N10 (Auf der Morgenstelle 3)

 

 

 

Das vermutlich vor 140 Millionen Jahren entstandene auf gegenseitiges Geben und Nehmen ausgerichtete Verhältnis zwischen Blütenpflanzen und Insekten ist für die Evolution beider Organismengruppen von herausragender Bedeutung. Für ihre Bestäubungsdienste erhalten die Insekten als Nahrung zunächst Pollen und später Nektar oder beides. Veränderungen der Mundwerkzeuge, gekoppelt mit der Verbergung des Nektars in Blumenröhren, führten auf beiden Seiten zu Spezialisierungen. Die zunehmenden Anpassungen der Blumen an die Verhaltensmuster der Fress-, Sexual- und Bruttriebe der Tiere verändert die Blumen in der Optik, im Geruch und in der Tastbarkeit, ihr Spezialisierungsgrad steigt bis zum Extrem, manchmal verbunden mit Betrügereien auf der Pflanzenseite.

Bei einer schnellen Zeitreise durch eine 140 Millionen Jahre währende Interaktion von Insekten und Blumen stellt Prof. Leins einige, bislang weniger beachtete Blüten bestäubende Insekten in den Blickpunkt: Es sind u.a. die zu den ursprünglichen Bestäubern gehörenden, mit kauenden Mundwerkzeugen ausgestatteten Schmetterlinge (Urmotten), die „Pollenblumen“ besuchenden Wollschweber, die fast blumenstete Sizilianische Mörtelbiene, die bisher in ihrem Verhalten kaum bekannte Sizilianische Schneckenhausbiene, deren Sex besessene Machos im Gegensatz zu ihren Weibchen nur wenig effiziente Bestäuber sind und schließlich die Kreiselwespe, deren Bestäubungseffizienz Rätsel aufgibt.

Insgesamt ein spannendes Kaleidoskop!

 

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

 

Ausstellung im Foyer der Gewächshäuser

Von der Naturstudie zur großen Komposition – frühe und späte Arbeiten von Gudrun Gantzhorn

 

Gudrun Gantzhorn lebt und arbeitet in Reutlingen. In ihren Arbeiten findet man Menschen, Landschaften, und immer wieder Pflanzen: blühend, fruchtend und vergehend. Neben detailgenauen Studien, die auch das Botanikerherz höher schlagen lassen gibt es Kompositionen, die schon fast abstrakt anmuten.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns aber über Spenden.

 

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag:  

8:00 bis 16:30 Uhr

Wochenenden und Feiertage:  

10:00 bis 16:30

 

 

 

 

Highlight des Monats: Pyrenäen-Löffelkraut

Highlight im Mai: Schwäbisches Glazialrelikt: Pyrenäen-Löffelkraut

Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)

Standort im Botanischen Garten: Schwäbische Alb, Tuffsteinquelle

 

Unter den vielen kalkliebenden Sumpfpflanzen blüht zurzeit das Pyrenäen-Löffelkraut (Cochlearia pyrenaica) mit zahlreichen kleinen weißen Blüten in traubigen Blütenständen. Seinen Namen hat es von den löffelförmigen Grundblättern und seinem Verbreitungsgebiet, das von den Pyrenäen über die Alpen bis in die Nordkarpaten reicht.

Diese Pflanzenart ist in Natur in Baden-Württemberg nur noch sehr selten an einigen Standorten im Alpen-Vorland und auf der Schwäbischen Alb zu finden. Wie noch einige weitere auf der Alb seltene Arten gilt das Pyrenäen-Löffelkraut als so genanntes Glazialrelikt. Damit meint man ein botanisches Überbleibsel aus den Kälteperioden der Eiszeiten, das bei kälteren Temperaturen hier weit verbreitet war. Nach dem Ende der letzten Eiszeit ist es aufgrund seiner geringen Konkurrenzfähigkeit in Baden-Württemberg fast ausgestorben und hält sich nur noch an einzelnen feucht-kühlen, nordexponierten Stellen. Besonders gerne besiedelt das Pyrenäen-Löffelkraut Tuffgestein oder schattige Quellbereiche.

Hier im Botanischen Garten kann man es derzeit in voller Pracht und sicher auch noch viele Jahre sehen. Als botanischer „Star“ der Tuffsteinquelle wird es besonders gehegt und gepflegt, bildet jedes Jahr zahlreiche Samen aus und vermehrt sich bereits von selbst.

 

 

Laden Sie sich hier die Infotafel zum Pyrenäen-Löffelkraut herunter!

 

Hier gelangen Sie zum Archiv Highlight des Monats!

 

 

 

Ausstellung

Muckefuck und Echte Bohne – Kaffeeausstellung im Botanischen Garten

im Foyer der Gewächshäuser

vom 8. März 2015 bis 14. Februar 2016

 

 

 

Von über 300 Pflanzenarten ist nachgewiesen, dass Teile davon - geröstet und aufgebrüht - getrunken wurden. Manches davon wird auch heute noch getrunken oder sogar als alte Tradition wieder neu entdeckt. Das ist erstaunlich, da wir in unserer Geschichte noch nie so viel und so günstig echten Kaffee trinken konnten, wie heute.

 

Die neue Ausstellung des Botanischen Gartens gibt einen Einblick in die botanischen Hintergründe von Kaffee und Kaffee-Ersatzpflanzen und deren Aufbereitung.Sie erklärt die sich ändernden Trinkgewohnheiten im historischen Zusammenhang.

 

 

 


 

Ort: Tübingen, Foyer der Gewächshäuser im Botanischen Garten

der Universität Tübingen, Auf der Morgenstelle

 

Öffnungszeiten:

8.3.2015 bis 14.2.2016

Mo-Fr 08:00 - 16:30 Uhr

Sa-So 10:00 - 16:30 Uhr

Der Eintritt ist frei.