Die Selbstgestaltung des Menschen. Interdisziplinäre Einsichten

Ringvorlesung im Studium Generale der Universität Tübingen

Sommersemester 2013


jeweils montags, 18 Uhr c.t., Kupferbau Hörsaal 22

Konzeption und Organisation: Dr. Roland Kipke (Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften – IZEW) und PD Dr. Ruth Conrad (Forum Scientiarum


Menschen versuchen sich zu verändern, zu verbessern, nach ihren Vorstellungen zu gestalten – ihre Körper, ihre Fähigkeiten, ihre Haltungen, ihre Gewohnheiten, ihre Tugenden usw. Dieses Streben nach Selbstverbesserung findet sich zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte und ist auch heute allgegenwärtig. Zahlreiche Fragen stellen sich dabei: In welchem Umfang kann sich der Mensch überhaupt aus eigener Kraft verändern? Warum versucht er es? Welche Selbstveränderung ist wünschenswert und warum? Das Thema ist zwar in verschiedenen wissenschaftlichen Debatten präsent. Doch geraten dabei zumeist nur einzelne Aspekte in den Blick, z.B. in der populärpsychologischen Ratgeberliteratur oder in der aktuellen Debatte um das so genannte Hirndoping oder das Streben nach moralischer Verbesserung in manchen religiösen Strömungen. So ist das Thema der menschlichen Selbstverbesserung zersplittert in viele verschiedene Diskussionsfäden. Die Ringvorlesung will diese Fäden zusammenführen, das Thema als ganzes in den Blick nehmen, die Möglichkeiten und Formen des menschlichen Selbstverbesserungsstrebens abmessen, aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und die damit verbundenen ethischen, anthropologischen, psychologischen, naturwissenschaftlichen und theologischen Fragen verknüpfen.

22.04.

Dr. Roland Kipke, IZEW, Universität Tübingen

Der Mensch verbessert sich selbst – vom Umgang mit einem allgegenwärtigen Phänomen

29.04.

 

Prof. Dr. Werner Greve, Institut für Psychologie, Universität Hildesheim

Sich entwickeln – Spielräume und Randbedingungen der Selbst-Gestaltung im Lebenslauf


06.05.


Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Niels Birbaumer, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie, Universität Tübingen

Hirn und Selbstveränderung – verträgt sich das?


13.05.


Prof. Dr. Wilhelm Schmid, Philosoph und freier Autor

Selbstgestaltung und Lebenskunst


27.05.


Prof. Dr. Friedrich Hermanni, Evangelisch-theologische Fakultät, Universität Tübingen

Menschliche Freiheit und die Unmöglichkeit radikaler Selbstbestimmung


03.06.


Prof. Dr. Karl Baier, Institut für Religionswissenschaft, Universität Wien, Yogalehrer

Die Eigenart und der Wert spiritueller Selbstentwicklung am Beispiel des modernen Yoga


10.06.


Prof. Dr. Robert Horres, Asien-Orient-Institut, Universität Tübingen

"…nichts zu gewinnen…" – Selbstverbesserungs-praktiken im ostasiatischen Buddhismus


17.06.


Prof. Dr. Ulrich Trautwein, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Tübingen

Realitätssinn oder Selbstüberschätzung: Psychologische Erkenntnisse zu Kosten und Nutzen einer positiven Selbstsicht


24.06.


Prof. Dr. Martin Hautzinger, Fachbereich Psychologie, Universität Tübingen

Selbstgestaltung, Selbstmanagement, Verhaltens- und Einstellungsänderungen durch Psychotherapie


01.07.


Dr. Matthis Synofzik, Universitätsklinikum, und Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universität Tübingen

Kognition à la carte? Möglichkeiten und Grenzen des Neuroenhancements


08.07.


Prof. Dr. Dr. Urban Wiesing, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin und IZEW, Universität Tübingen

Dürfen Ärzte kosmetische Chirurgie durchführen und wenn ja, in welchen Grenzen?