Wintersemester 2016/17: Von den Weltreligionen lernen? Ideen und Innovationen aus dem Christentum

jeweils Dienstag, 18 Uhr c. t., Universität Tübingen, Kupferbau, Hörsaal 22

 

 

Die Veranstalter und ihre Idee

"Von den Weltreligionen lernen" - das ist die Motivation für eine Vorlesungsreihe im Studium Generale, die das Weltethos-Institut an der Universität Tübingen, das Forum Scientiarum, die zentrale Einrichtung der Universität Tübingen zur Förderung des Dialogs zwischen den Wissenschaften, und die Stiftung Weltethos über mehrere Jahre hinweg in Partnerschaft umsetzen wollen. Begonnen wurde im Wintersemester 2015/2016 mit einer Reihe "Ideen und Innovationen aus dem Judentum". 

Ethische und intellektuelle Traditionen der Weltreligionen haben auch unsere gegenwärtigen Kulturen geprägt. Die Einsichten der Weltreligionen haben nicht nur Gläubigen etwas zu bieten, sondern auch für säkulare Lebenszusammenhänge lässt sich viel von religiösen Erzählungen und den in ihnen verdichteten Intuitionen, Erfahrungen und Spekulationen der Menschheit lernen. Die spirituellen Traditionen der Menschheit bieten uns Begriffe, Ideen, Denkmodelle und Erzählungen, die Zugänge zu unserer konkreten Lebenswelt bieten. So können sie unser Bild von der Welt, von Anderen und von uns selbst bereichern - und damit erweitern sie auch unsere Möglichkeiten, besser zu handeln. Gerade im Zeitalter der Globalität und im Blick auf moralische, soziale und ökologische Verantwortung wollen wir untersuchen, von welchen Ideen der Weltreligionen wir lernen können.

 

Zweite Reihe WS 2016/2017: Ideen und Innovationen aus dem Christentum

Das Christentum ist derzeit die Religion mit den meisten Anhängern weltweit. In seiner zweitausendjährigen Geschichte hat es nachhaltigen Einfluss auf die Gesellschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft zahlreicher Länder ausgeübt. Von heute aus betrachtet, bietet das Christentum zum einen Anregungspotentiale für Fragen der Globalisierungsethik aufgrund seiner kosmopolitischen Weltanschauung, die alle Menschen als Kinder Gottes und damit als einander moralisch gleich gestellte Weltbürger anspricht. Zum anderen verdanken sich wichtige soziale Innovationen dem christlichen Anspruch, bestimmten Werten - wie etwa Gerechtigkeit und Nächstenliebe - in der Lebenswelt stimmigen Ausdruck zu verleihen. Und schließlich lassen sich erhebliche zivilisatorische Effekte der Text- und Streitkultur des Christentums zuschreiben, die es im konservativen wie kritischen Umgang mit der Heiligen Schrift hervorgebracht hat, z.B. die Pflege einer theologisch motivierten Philosophie sowie spirituell inspirierter Kunst. Im Rahmen unserer Ringvorlesung "Von den Weltreligionen lernen" wollen wir im Hinblick auf gegenwärtige menschheitliche Herausforderungen diese und weitere "Ideen und Innovationen aus dem Christentum" näher diskutieren.
 

Die Vorlesungen

18. Oktober 2016
Prof. Dr. Dr. h.c. Oda Wischmeyer, Universität Erlangen-Nürnberg

Zwischen Texttreue und Auslegungsfreiheit. Das Christentum als hermeneutische Religion.


25. Oktober 2016
Prof. Dr. Matthias Remenyi, Freie Universität Berlin

Hoffnung und Heil: Geschichtsdeutung aus christlicher Perspektive


8. November 2016
Prof. Dr. Peter Schallenberg, Theologische Fakultät Paderborn

Caritas als Institution? Christliche Inkubatoren der Nächstenliebe


15. November 2016
Prof. Dr. Dietmar Mieth, Universität Tübingen

Christentum und Mystik: Von Meister Eckhart lernen


22. November 2016
Dr. Johannes Frühbauer, Stiftung Weltethos Tübingen

Umweltschutz als praktiziertes Christentum?


29. November 2016
Prof. Dr. Klaus Hock, Universität Rostock

Von der Mission zur Interkulturalität: Christliche Globalisierung


6. Dezember 2016
Prof. Dr. Arnulf von Scheliha, Universität Münster

Staatspolitische Impulse des Christentums


13. Dezember 2016
Dialog: Prof. Dr. Johanna Rahner und Prof. Dr. Christoph Schwöbel,

Universität Tübingen

Religio semper reformanda: Reformation als Innovation?


10. Januar 2017
Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse, Universität Tübingen

"Diese Wirtschaft tötet" Christliche Kapitlismuskritik


17. Januar 2017
Prof. Dr. Anne-Charlott Trepp, Universität Kassel

Im Buch der Natur lesen: Zum Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion in der Frühen Neuzeit


24. Januar 2017
Dialog: Prof. Dr. Jörg Dierken, Universität Halle-Wittenberg; Prof. Dr. Claus Dierksmeier, Weltethos-Institut Tübingen

Christ und Welt: Weltbürgertum aus protestantischer und katholischer Sicht


31. Januar 2017
Prof. Dr. Dr. h.c. Karl-Josef Kuschel, Universität Tübingen

"Christentum" als literaturbildende Kraft:

Das Jesus-Judas-Drama von Jorge Luis Borges  bis  Amos Oz.


7. Februar 2017
Prof. Dr. Dr. h.c. Friedrich Wilhelm Graf, Universität München

Vom Christentum lernen?