Ordnung der Wirklichkeit

Im Wintersemester 2007/08 organisierte das FORUM SCIENTIARUM für das Studium generale eine Vortragsreihe zum Thema

 

 

"Ordnung der Wirklichkeit“ – Geisteswissenschaftler im Gespräch mit Naturwissenschaftlern

 

 

Organisatoren: PD Dr. Dirk Evers und Dr. Niels Weidtmann, FORUM SCIENTIARUM

 

 

Wie ist die Wirklichkeit strukturiert? Und was ist das eigentlich – die Wirklichkeit? Die ‚Welt da draußen’? Welchen Platz hätte dann der Mensch in der Wirklichkeit? Wenn der Mensch aber Teil der Wirklichkeit ist, welche Konsequenzen hat das für die Beschreibung der Wirklichkeit? Müssen wir immer zweierlei untersuchen: die ‚Welt da draußen’ und die ‚Welt im Kopf’? So könnte man denken und man könnte geneigt sein, darin die Aufgabenteilung zwischen Geistes- und Naturwissenschaften zu sehen. Doch eine strikte Trennung von „Geist“ und „Natur“ lässt sich schon lange nicht mehr aufrechterhalten. Naturwissenschaftler arbeiten heute intensiv an der Erforschung von Bewusstsein und Denken, und umgekehrt untersuchen Geisteswissenschaftler kulturelle Realitäten, die keinesfalls nur im Kopf existieren – unsere Lebenswirklichkeit ist eben weder eine bloß natürliche noch eine rein geistige. Erforschen Geistes- und Naturwissenschaften also doch ein und dieselbe Wirklichkeit, nur mit unterschiedlichen Methoden?



Das FORUM SCIENTIARUM hat sich die Förderung des Dialogs zwischen den Wissenschaften zur Aufgabe gemacht. In enger Zusammenarbeit mit den Fakultäten bietet das Forum interdisziplinäre Lehrveranstaltungen an und lädt Wissenschaftler aller Fächer zum Dialog ein. In der interdisziplinären Vortragsreihe im Rahmen des Studium generale sprechen je ein Geistes- und ein Naturwissenschaftler zu einem gemeinsamen Thema und zeigen, dass das Überschreiten von Fächergrenzen für beide Seiten gewinnbringend sein kann.

 

  1. 24.10.2007, 20 Uhr ct.: „Wie wirklich ist die Illusion“
    Professor Dr. Jürgen E. Wertheimer, Deutsche Philologie, Universität Tübingen
    Professor Dr. Heinrich Bülthoff, Biologie, MPI für Biologische Kybernetik Tübingen
  2. 14.11.2007, 20 Uhr ct.: „Biokulturelle Evolution“
    Professor Dr. Friedemann Schrenk, Paläobiologie, Universität Frankfurt/M. und Forschungsinstitut Senckenberg
    Professor Dr. Nicholas J. Conard, Ältere Urgeschichte und Quartärökologie, Universität Tübingen
  3. 28.11.2007, 20 Uhr ct.: „Die Bedeutung der Evolutionstheorie für das Menschenbild“
    Professor Dr. Thomas Junker, Biologie, Universität Tübingen
    Professor em. Dr. Robert Spaemann, Philosophie, LMUniversität München
  4. 12.12.2007, 20 Uhr ct.: „Entstanden oder erschaffen - wie wurde das Universum?“
    Professor Dr. Amand Fäßler, Physik, Universität Tübingen
    Professor Dr. Urs Baumann, Theologie, Universität Tübingen
  5. 16.01.2008, 20 Uhr ct.: „Wirklichkeit – ein Konstrukt?“
    Professor Dr. Jürgen Audretsch, Physik, Universität Konstanz
    PD Dr. Hans-Peter Großhans, Evangelische Theologie, Universität
  6. 30.01.2008, 20 Uhr ct.: „Eine Welt ohne Seele? Verantwortung und Gefühl zwischen Hirnforschung und Juristerei“ 
    Professor Dr. Martin Korte, Biologie, Universität Braunschweig
    PD Dr. Rainer Maria Kiesow, Jura, MPI für europäische Rechtsgeschichte Frankfurt/M.
  7. 13.02.2008, 20 Uhr ct.: „Bilder in der Wissenschaft - Bilder in der Kunstgeschichte“
    Professor Dr. Charlotte Klonk, Kunstgeschichte, HU-Berlin
    Professor Dr. Michael Hagner, Wissenschaftsforschung, ETH Zürich