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Wie verändert die mediale Öffentlichkeit wissenschaftliche Fachkulturen?
Historiker und Soziologe untersuchen Transformationen in Deutschland und in den USA seit 1970
Das Verhältnis zwischen Wissenschaft und politischer Öffentlichkeit scheint sich in jüngster Zeit immer wieder zuzuspitzen und beide Sphären müssen sich immer wieder von der jeweils anderen abgrenzen. Das liegt nicht zuletzt daran, daß Wissenschaft auf die methodische Geltungsüberprüfung von Wissen zielt, wohingegen es der politischen Öffentlichkeit um die Klärung und Bewertung politisch relevanter Entwicklungen zu tun ist. In Konflikte geraten beide Praxisformen häufig dann, wenn wissenschaftliche Entwicklungen ethische oder politische Interessen berühren oder wenn die Praxis der Wissenschaft Vorgaben zu machen versucht.
In einer Kooperation zwischen der Universität Tübingen und der University of California, Los Angeles (UCLA) untersuchen der Historiker Axel Jansen und der Soziologe Andreas Franzmann ab Oktober 2011 die Veränderungen, die sich in diesem Spannungsfeld für einzelne Fachkulturen seit etwa 1970 ergeben haben. Beleuchtet werden soll das konkrete Handeln von Wissenschaftlern und Journalisten anhand typischer Veränderungen beider Berufe im Kontext des Strukturwandels der Öffentlichkeit in den USA und Deutschland: Inwiefern fördert etwa die Selbstinszenierungslogik des Fernsehens Tendenzen einer Deprofessionalisierung? Vier Forschungsfelder und ihre öffentliche Rezeption werden untersucht: Astrophysik, Stammzellenforschung, Islamwissenschaft und Psychotraumatologie. Als Material dienen Interviews und historische Dokumente, die mit den methodischen Verfahren der Objektiven Hermeneutik (Sequenzanalyse) ausgewertet werden.
Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung gefördert. Das Projekt trägt den Titel "Professionalization and Deprofessionalization in the Public Context of Science since 1970. A Case-Based Analysis of Four Research Fields in the U.S. and in Germany: Astrophysics, Stem Cell Research, Islamic Studies, and Posttraumatic Stress Disorder (PTSD)."
Kontakt:
PD Dr. Axel Jansen
Universität Tübingen
Seminar für Zeitgeschichte
Wilhelmstr. 36 (Hegelbau)


