Teamfähigkeit und Rekrutierung

Bearbeiter:

Agnes Bäker

Beschreibung:

In der Mehrheit aktueller Stellenausschreibungen findet sich entweder die Forderung nach Teamfähigkeit der Bewerber oder ein Hinweis auf die spätere Einbindung in ein Team. Eine nahe liegende Erklärung hierfür wäre die gegenwärtig große Bedeutung von Teamarbeit in Unternehmen und die darauf beruhende Notwendigkeit teamfähiger Arbeitnehmer. Allerdings ist fraglich, ob die derartige Formulierung von Stellenanzeigen tatsächlich den vom Unternehmen gewünschten Effekt einer Selbstselektion der Bewerber nach ihrer Teamfähigkeit erzielt. In diesem Forschungsprojekt wird theoretisch in Anlehnung an GROSSMANN (2004) und empirisch mithilfe eines Experimentes und einer Studentenbefragung untersucht, wie sich die Eigenschaften einer Person (insbesondere Talent, Teamfähigkeit und Erwartungen über potenzielle Teammitglieder) und die Art der Teamaufgabe auf die Selbstselektionsentscheidung zwischen Einzelarbeit und Teamarbeit auswirken. Im Ergebnis lässt sich sowohl theoretisch als auch empirisch zeigen, dass qualifiziertere Personen weniger gerne im Team arbeiten, während sich teamfähigere Personen und solche mit hohen Erwartungen bezüglich potenziellen Teammitgliedern eher für Teamarbeit entscheiden. Auch die Teamaufgabe beeinflusst die Attraktivität von Teamarbeit. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse könnten Unternehmen Probleme haben, gute Arbeitnehmer für Teamarbeit zu gewinnen. Um dieses Problem zu mildern, empfiehlt es sich, nur bestimmte Arten von Aufgaben als Teamaufgaben zu implementieren und eine Reputation für die Rekrutierung guter Arbeitnehmer aufzubauen.

Publikationen:

  • Stribeck, Agnes, Kerstin Pull (2010): Self-Selection into Teamwork: A Theoretical and Experimental Analysis. SSRN-Working Paper Nr. 1619292.
  • Stribeck, Agnes (2010): Wer wählt Teamarbeit? Eine theoretische und empirische Analyse der Effekte der Forderung nach Teamfähigkeit. München, Mering: Hampp.