Wissenskulturen der Vormoderne: Autorisierungen – Remediationen – Transfers

Forschungstagung des GrK 1662 in Kooperation mit dem SFB 980 "Episteme in Bewegung" an der FU Berlin (Berlin, 03.-05. Mai 2018)

 

Programm und Poster der Tagung

 

 

 

 

Das Tübinger Graduiertenkolleg 1662 ‚Religiöses Wissen im vormodernen Europa‘ und den Berliner Sonderforschungsbereich 980 ‚Episteme in Bewegung‘ verbinden zahlreiche gemeinsame Interessen. Beiden Forschungsverbünden geht es unter anderem um eine Revision und Entdramatisierung traditioneller Epochenzäsuren und historischer Verlaufserzählungen. Wie in Tübingen stehen auch in Berlin Prozesse des Wissenstransfers im Mittelpunkt; beide Projekten zielen darauf, Komplexität solcher Transfers nicht durch ein starres, ‚purifizierendes’ Vokabular (alt vs. neu, Norm vs. Abweichung, Tradition vs. Transformation usw.) zu vereinfachen.

 

Auf der Basis dieses dynamischen Wissensbegriffs gehen beide Forschungsverbünde zudem davon aus, dass es in allen Wissenskulturen autoritative, kanonische Texte (oder andere Medien) gibt, denen zeitlose Gültigkeit und Orientierungsfunktion zugesprochen wird. Um dieses Wissen jedoch handlungsleitend zu machen, muss es immer neu an je aktuelle Kontexte und Lebenswelten angepasst werden. Beide Verbünde sind gleichermaßen an den praxeologischen wie an den ideen- und wissenschaftsgeschichtlichen Dimensionen dieses ‚In-Bewegung-Bringen’ von Wissen interessiert, genauso wie an dessen Trägern, Modi und Vektoren.

 

Die gemeinsame Tagung in Berlin brachte den programmatischen Rahmen beider Verbundprojekte produktiv zueinander in Bezug und schärfte vor allem den Wissensbegriff durch die Analyse und Diskussion konkreter historischen Fallstudien.