Sie sind hier: EZFF >> Jahrbuch des Föderalismus >> Jahrbücher >> Band 9 >> Japan
Außereuropäische Länderberichte
Olaf Leiße
S. 475-487
Japan war während seines ununterbrochenen Aufstiegs nach den Zweiten Weltkrieg ein hochgradig zentralisiertes Land, das die politischen, ökonomischen und administrativen Kompetenzen auf der zentralstaatlichen Ebene in der Hauptstadt Tokio bündelte. Mit der einsetzenden Stagnation in der Wirtschaft und den finanziellen Schwierigkeiten der öffentlichen Hand, der Krise der langjährigen Regierungspartei LDP und der zunehmenden Organisation der japanischen Zivilgesellschaft begann ein Umdenken unter den maßgebenden Eliten. Die Entflechtung der Verwaltung, die Abgabe von Kompetenzen und Kontrollmöglichkeiten durch die Regierung sowie die Stärkung der regionalen und lokalen Ebenen sind eine Revolution für dieses an Traditionen und Hierarchien orientierte Land. Die Aufwertung und Fusion der Kommunen sowie die geplante Einführung von Regionen an Stelle der Präfekturen etablieren erstmals in der Geschichte des Landes Ansätze föderale Strukturen.
Zitiervorschlag für diesen Artikel:
Leiße, Olaf 2008: Föderalisierungstendenzen im Fernen Osten Japans Dezentralisierungsreformen im Praxistest, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung (Hrsg.): Jahrbuch des Föderalismus 2008.
Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 475-487.
© 2000-2011 EZFF - Impressum - Haftungsausschluss - Kontakt
Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/ezff/jahrbuch2008_leisse.html