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Außereuropäische Länderberichte
Christian Wagner
S. 488-501
Der Föderalismus hat neben der Demokratie maßgeblich zur Bewahrung der territorialen Integrität der Indische Union seit der Unabhängigkeit 1947 beigetragen. Der indische Föderalismus ist eher zentralistisch und gibt der Regierung in Neu-Delhi ein deutliches politisches und finanzielles Übergewicht gegenüber den Bundesstaaten. Die Länderkammer (Rajya Sabha) steht somit politisch im Schatten des Abgeordnetenhauses (Lok Sabha). Seit Mitte der fünfziger Jahre haben Regierungen immer wieder die Möglichkeit genutzt, neue Bundesstaaten zu schaffen, um den Forderungen von Sprachgruppen nach größere politischer Autonomie zu begegnen. Der 73. und 74. Verfassungszusatz 1993 hat den Gremien der lokalen Selbstverwaltung einen eigenen verfassungsrechtlichen Status gewährt und die Mitsprache sozial benachteiligter Gruppen ausgeweitet. Die wirtschaftlichen Erfolge der vergangenen Jahren haben die regionalen Disparitäten in Indien weiter verstärkt. Bislang hat dies aber keine neuen separatistischen Bewegungen hervorgebracht, sondern den Wettbewerb um eine bessere soziale und wirtschaftlichen Entwicklung zwischen den Bundesstaaten befördert.
Zitiervorschlag für diesen Artikel:
Wagner, Christian 2008: Föderalismus in Indien, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung (Hrsg.): Jahrbuch des Föderalismus 2008.
Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 488-501.
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Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/ezff/jahrbuch2008_wagner.html