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Jahrbuch des Föderalismus 2009

Regionale und kommunale Kooperation in Europa

Luxemburg und die Großregion Saar-Lor-Lux  Primus inter Pares?

Christin Friedemann / Gregor Halmes

S. 441-454

2002 empfahl Klaus Pöhle im Jahrbuch des Föderalismus, Luxemburg eine führende Rolle bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion Saar-Lor-Lux anzubieten. Die politische und ökonomische Ausnahmesituation des Großherzogtums prädestiniere für die Rolle eines Primus inter pares im Verhältnis zu den anderen Partnerregionen des langjährigen Kooperationsraumes. Eine derartige Rolle könne sowohl der Zusammenarbeit in der Großregion selbst als auch deren wirtschaftlicher Attraktivität bzw. Prosperität zu einer neuen Qualität verhelfen. Der vorliegende Beitrag untersucht, inwieweit die Hypothesen realistisch sind, die dieser Empfehlung zu Grunde liegen. Dabei wird zunächst auf den Ursprung und die wesentlichen Elemente der Idee von einer grenzübergreifenden Einheitsbildung Saar-Lor-Lux/Großregion eingegangen. Hierdurch soll geklärt werden, ob die Rolle eines Primus inter pares mit den Vorstellungen von Kohäsion vereinbar ist, die die grundlegenden Ideen von Saar-Lor-Lux bzw. Großregion seit mehr als vierzig Jahren prägen. In einem weiteren Schritt werden die inneren Widersprüche beleuchtet, die die Partnerkonstellationen in der Großregion kennzeichnen: Geschichte, Defizite und Widersprüche der institutionellen Architektur sowie der territorialen Unbestimmtheit der Saar-Lor-Lux/Großregion-Konzepte bilden hierfür aussagekräftige Anhaltspunkte. Vor diesem historischen bzw. theoretischen Hintergrund wird schließlich die politische und wirtschaftliche Ausnahmesituation Luxemburgs mit Blick auf deren zentrale Elemente und die wesentlichen Faktoren untersucht, die diese Sonderentwicklung erklären können. Entscheidende Frage ist in diesem Zusammenhang zurzeit, ob die partikulare Stellung und der besondere Entwicklungspfad des Großherzogtums als nachhaltig angesehen werden können. Nur wenn dies der Fall sein sollte, bestünden auf Dauer ernsthaft materielle bzw. strukturelle Voraussetzungen für Pöhles Hypothese. Aber selbst in diesem Fall ist zu prüfen, ob vor dem Hintergrund der Entwicklungszusammenhänge in der Großregion eine Führungsrolle Luxemburgs politisch vorstellbar und auch wünschenswert ist.

Zitiervorschlag für diesen Artikel:
Friedemann, Christin/Halmes, Gregor 2009: Luxemburg und die Großregion Saar-Lor-Lux  Primus inter Pares?, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung (Hrsg.): Jahrbuch des Föderalismus 2009. Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 441-454.

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Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/ezff/jahrbuch2009_friedemann-halmes.html