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Jahrbuch des Föderalismus 2009

Europäische Länderberichte

Auf dem Weg zum Einheitsstaat? Russland und die Entmachtung der Regionen

Olaf Leiße / Ksenia Chepikova

S. 367-379

Als sich die Sowjetunion auflöste, musste sich auch Russland selbst im Inneren so weit reformieren, dass die zuvor vom politischen Zentrum dominierten Regionen sich demokratisieren und ihre politische Identität angemessen repräsentieren konnten. Aufgrund der Schwäche des institutionellen Systems, der Interessensvielfalt innerhalb des noch immer riesigen Landes und der mangelnden Vertrautheit und Eingespieltheit der Akteure mit der Transformation kam es in den vergangenen knapp 20 Jahren seit dem Entstehen der Russländischen Föderation zu einem beständigen und tief greifenden Wandel im föderalen System. Der Beitrag gibt einen Überblick über die Entwicklung des Föderalismus in der Russländischen Föderation entlang der Präsidentschaften Jelzins, Putins und Medwedews. Nach einer Phase des ungezügelten Föderalismus in der Ära Jelzin folgte eine strikte Rezentralisierung und Demontage unter Putin. Gerade die Reform der Gouverneurswahlen und die Fusion von Regionen sind bis heute fortgesetzte und umstrittene Maßnahmen. Unter Präsident Medwedew gibt es nun einen dilatorischen Föderalismus, der sowohl aus- als auch weiter rückgebaut werden kann.

Zitiervorschlag für diesen Artikel:
Leiße, Olaf/Chepikova, Ksenia 2009: Auf dem Weg zum Einheitsstaat? Russland und die Entmachtung der Regionen, in: Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung (Hrsg.): Jahrbuch des Föderalismus 2009. Föderalismus, Subsidiarität und Regionen in Europa, Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft, S. 367-379.

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Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/ezff/jahrbuch2009_leisse-chepikova.html