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Konferenzen und Tagungen

2. Pluridisziplinäres Symposium über Regionen der iberischen Halbinsel:

Castilla La Mancha  Kultur und Universalität
(400 Jahre nach Don Quijote)

In Zusammenarbeit mit dem
Zentrum für Wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika/Centro de Comunicación Científica con Ibero-América (CCC Tübingen)
und der
Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart (Weingarten)

Weingarten (Oberschwaben), 01.-03. Juli 2005


Leitung und Koordination: Rafael Sevilla (CCC Tübingen) / Rainer Öhlschläger (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Anmeldung und Rückfragen: Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart  Geschäftsstelle  Im Schellenkönig 61, 70184 Stuttgart, Tel. 0711-1640-600, E-Mail: info@akademie-rs.de. Dr. Rainer Öhlschläger, Tel. 0751-5686-107 oehlschlaeger@akademie-rs.de / Rafael Sevilla, Tel. 07071-254180, E-Mail: ccc@oe.uni-tuebingen.de

Tagungsort:Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart - Tagungshaus Weingarten -  Kirchplatz 7, 88250 Weingarten (Oberschwaben), Tel. 0751-5696-0. E-Mail: weingarten@akademie-rs.de

Weitere Informationen und das komplette Tagungsprogramm zum Ausdrucken:
Tagungsprogramm als PDF-Datei


Einleitung

Jede Region der Welt stellt eine kulturelle und geografische Realität dar, eine differentielle Gegebenheit. Castilla La Mancha hat, obgleich augenscheinlich jung als eine aus der Verwaltungseinteilung der neuen spanischen Demokratie hervorgegangene Junta de Comunidades Autónomas eine Identität vorzuweisen, welche sich in bemerkenswerter Weise durch Tiefe und Reichtum auszeichnet.

Durch den Roman Don Quijote ist die Hochebene von La Mancha möglicherweise die in der Weltiteratur bekannteste Region. Ihre unendlichen, flachen Landstriche haben zahlreiche Völker und Viehherden,Armeen und Religionen, Kulturen und Bräuchevorüberziehen sehen, aber das weite Land musste für so viele Reisende als Herberge dienen, dass sie sich hier und da niederließen und im Verlauf der Jahrtau­sende dem fundamental integrativen und weltoffenen Charakter Castilla La Manchas Gestalt gaben. Ibe­rer, Keltiberer, Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Westgoten, Araber, Juden und Christen waren hier unterwegs und hinterließen ihre Spuren. Großzügige Spuren, die sich in Segóbriga römisch und westgo­tisch zeigen, im Toledo der drei Kulturen und der Übersetzer der griechischen Philosophie, in Erasmisten wie den Gebrüdern Valdés und in Fray Luis de León, die es mit der Inquisition zu tun bekamen, in den Vorfahrern jener Sepharden, die sich dort niederließen, wie die Familie von Elías Canetti (die aus dem Kleinstadt Cañete der Provinz Cuenca stammt), in liberalen Denkern wie Mendizábal und in Malern wie López oder Cineasten wie Almodóvar... Denn immer noch gedeihen in dieser flachen Landschaft kulturelle Glanzlichter von unschätzbarer Universalität und tragen sichtbare Früchte.

Doch Castilla La Mancha ist nicht nur ein Dickicht von Geschichte: durch die Errichtung der Junta de Co­munidades (JCCM) hat es sich zu einer der wirtschaftlich dynamischsten Regionen der iberischen Halbinsel ent­wickelt, die Europa und der Welt gegenüber offen ist und die in bester quichotischer Tradition ein kultu­relles und gesellschaftliches Bewusstsein über die Notwendigkeit von menschlicher Förderung und sozi­aler Gerechtigkeit besitzt.

Das Ziel dieses Symposiums, welches in Zusammenarbeit mit der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und an ihrem Sitz in Weingarten (Oberschwaben, Baden-Württemberg) stattfindet, besteht darin, mittels einer pluridisziplinären Analyse die Ursachen der spezifischen Entwicklung der Region Castilla La Mancha unter besonderer Berücksichtigung ihres kulturellen Hintergrundes darzustellen und zu erläutern. Die emblematische Figur der Region, Don Quijote de la Mancha, wird dabei als Symbol einer ganzen Welt von Idealen und Werten obligatorischer Bezugspunkt sein.

Mit dieser Tagung wird eine Reihe fortgesetzt, die mit den verschiedenen Regionen der iberischen Halb­insel befasst ist (die Ergebnisse der letzten, Katalonien gewidmeten Tagung finden sich in einer deutsch­sprachigen Publikation mit dem Titel  Katalonien  Tradition und Moderne) und die, getragen vom Wunsch nach einem tatsächlich interkulturellen und interdisziplinären Dialog, vom Zentrum für Wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika (CCC) gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Föderalismus­forschung thematisch zu und in Zusammenarbeit mit den behandelten Regionen, einberufen wurde.


Programm

Freitag, 1. Juli 2005

14.00 Uhr
Ankunft

14.15 Uhr
Eröffnung / Begrüßung
Einführung
Rafael Sevilla, Zentrum für Wissenschaftliche Kommunikation mit Ibero-Amerika, CCC Tübingen

14.45 Uhr
Eröffnungsvortrag
María Luisa Araujo Chamorro, Wirtschafts- und Finanzministerin der Junta de Comunidades de Castilla La Mancha (JCCM) und Präsidentin des Gemeinwirtschaftlichen Unternehmens Don Quijote de la Mancha 2005, Toledo:
Castilla La Mancha: Wirtschaft und Kultur im Rahmen des Jubiläums Don Quijote de la Mancha 2005 (angefragt)

1. Sitzung Geschichte, politische Kultur und Wirtschaft
Moderator: Dieter Koniecki, Friedrich Ebert Stiftung, Madrid

15.30 Uhr
Reyes Mate, Institut für Philosophie, Span. Forschungsgemeinschaft (CSIC), Madrid:
Die Erfahrung des Zusammenlebens im mittelalterlichen Toledo als Inspirationsquelle für den modernen Toleranzbegriff

Walther E. Bernecker, Sozialwiss. Institut, Universität Erlangen-Nüremberg:
Der Franquismus in Castilla La Mancha

17.00 Uhr
Carlos San Juan, Lehrstuhl Jean Monnet für Europäische Wirtschaftsintegration, Universidad Carlos III, Madrid:
Auswirkungen der PAC (Gemeinschaftliche Agrarpolitik) auf die spanische Regionen

Matthias Chardon, Europäisches Zentrum für Föderalismus-Forschung / Institut für Politikwissenschaft, Universität Tübingen:
Die Comunidades Autónomas, die europäische Integration und die spanische Identität neue Interessen, neue Rollen, neue Konflikte?

18.00 Uhr
Abendessen

19.30 Uhr
1. Abendvortrag
José Bono, ehem. Ministerpräsident der JCCM, spanischer Verteidigungsminister, Madrid:
Castilla La Mancha, Don Quijote und soziale Verantwortung im 21. Jahrhundert (angefragt)

Samstag, 2. Juli 2005

8.00 Uhr
Frühstück

2. Sitzung Interkulturalität und Rechtsgeschichte (17. Jhdt.)
Moderator: Rafael Sevilla, CCC Tübingen

9.00 Uhr
Jesús Padilla Gálvez, Fakultät für Rechts- und Sozialwissenschaften, Universidad de Castilla La Mancha (UCLM), Toledo:
Interkulturalität und Castilla La Mancha

Santiago Palomero, Museo Sefardí, Toledo:
Ein Spaziergang mit Cervantes durch das Toledo der Drei Kulturen

11.00 Uhr
Joachim Vogel, Juristische Fakultät, Universität Tübingen:
Tatbestände und Strafen in der Carolina (zum Strafrecht in Deutschland zur Cervantes' Zeit)
Korreferat zum eingereichten Text von Luis Arroyo Zapatero, Internationales Institut für Strafrecht, UCLM Ciudad Real:
Tatbestände und Strafen in El Quijote

12.30 Uhr
Mittagsessen

3. Sitzung Literatur, Theater und Linguistik
Moderator: Wilfried Floeck, Institut für Romanistik, Universität Gießen / Präsident des Deutschen Hispanistenverbandes, Gießen

14.30 Uhr
Dieter Ingenschay, Institut für Romanistik, Humboldt Universität zu Berlin:
El Quijote in der spanischen und in der deutschen Literaturkritik

Ma Francisca Vilches de Frutos, Institut für Geschichte, Span. Forschungsgemeinschaft (CSIC), Madrid:
Die Theaterstücke von Cervantes auf der modernen Bühne: Identität und Avantgarde

16.00 Uhr
Pause

16.30 Uhr
Sabine Schlickers, Iberoromanische Sprachwissenschaft FB 10, Universität Bremen:
Don Quijote im Kampf gegen die pícaros: Cervantes und die poetologische Herausforderung des Schelmenromans

Klaus Zimmermann, Iberoromanische Sprachwissenschaft FB 10, Universität Bremen:
Lorenzo Hervás y Panduro und sein Beitrag zur modernen Sprachwissenschaft

18.00 Uhr
Abendessen

19.00 Uhr
Gottesdienst in der Basilika

20.00 Uhr
2. Abendvortrag
Pedro Almodóvar, Calzada de Calatrava (Ciudad Real):
Was bedeutet manchego zu sein? (angefragt)

21.00 Uhr
Orgelkonzert in der Basilika von Weingarten
Musik aus dem spanischen 17. Jahrhundert
Gespielt von Stefan Debeur
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG DER DEUTSCH-SPANISCHEN GESELLSHAFT BADEN-WÜRTTEMBERG e.V., Stuttgart

Sonntag, 3. Juli 2005

8.00 Uhr
Frühstück

4. Sitzung Reflexionen zu el Quijote
Moderator: Ernesto Garzón Valdés, em. Universität Mainz, Bonn

9.00 Uhr
Manuel Atienza, Universidad de Alicante:
El Quijote und das Recht

Manuel Cruz, Universidad de Barcelona:
Der Mythos und der Held

10.30 Uhr
Augusto Serrano López, Universidad Nacional Autónoma de Honduras, Tegucigalpa:
El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha als erste Kritik der utopischen Vernunft

12. 30 Uhr
Abschlussvortrag:
Francisco Rico, Barcelona (angefragt):
El Quijote, La Mancha, Amerika und die Welt

13.30 Uhr
Mittagsessen und Ende der Tagung

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Quelle: http://www.uni-tuebingen.de/ezff/konferenz_castillalamancha.html - Seite generiert am 17. September 2008