Praktische Theologie III

Kathrin Sauer

Punktuell-selektives Teilnahmeverhalten im kirchlichen Freizeit- und Tourismusbereich als Gelegenheiten für „Gemeinde auf Zeit“

Im Fokus der Arbeit steht die Frage wie sich punktuell-selektive Partizipation im Bereich von Freizeit- und Tourismusangeboten gestaltet. Welche Menschen kommen hier wie mit der Kirche in Kontakt und warum? Welche Formen von Gemeinschaftsbildung lassen sich hier erkennen? Diesen Fragen soll, basierend auf empirischem Material, nachgegangen werden.

Zu diesem Zweck werden drei Bereiche exemplarisch untersucht: mit Teilnehmern an christlichen Reisen (z.B. biblischen Reisen) sowie Besuchern von Radwegekirchen werden halb-strukturierte narrative Interviews zu ihren Eindrücken geführt. Die Besucher von Gottesdiensten im Grünen werden mit kurzen Fragebögen zu ihrem Partizipationsverhalten befragt. Zudem werden Anliegenbücher aus verschiedenen Offenen Kirchen analysiert, die als Radwegekirche gestaltet sind. Bei Kirche im Grünen steht das rituelle Erleben im Mittelpunkt, bei den Radwegekirchen die je örtliche Logik und ihre Passung zum Freizeitverhalten. Bei den christlichen Reisen zeigt sich neben der Besonderung der Orte (Heiliges Land) eine religiöse Konnotierung des Gruppenerlebens.

Das – v.a. im Hinblick auf Formen von Vergemeinschaftung hin – ausgewertete empirische Material wird mit dem Konzept „Gemeinde auf Zeit“ in Verbindung gebracht und gemeindetheoretisch diskutiert.