Prof. Bernd Jochen Hilberath

Adresse: | Liebermeisterstraße 12 |
Telefon: | 07071 / 29 - 72867 |
Fax: | 07071 / 29 - 5794 |
E-Mail: | bernd-jochen.hilberath@uni-tuebingen.de |
Sprechstunde: | Di. 14-15:30 Uhr (Zimmer 36) |
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Forschungsschwerpunkte
Kommunikative Theologie
Die hinter dem Communio-Projekt stehenden Intentionen haben sich inzwischen mit der wesentlich von Matthias Scharer an der Universität Innsbruck entwickelten Kommunikativen Theologie und der von Bradford Hinze an der Marquette-University in Milwaukee (Wiskonsin), jetzt an der Fordham-University in New York konzipierten Dialogischen Theologie getroffen und zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt Kommunikative Theologie/Communikative Theology geführt.
Dabei ist das Geschehen selbst Teil des Programms: Der erfahrungs- bzw. personenbezogene Ansatz der Theologie will Kommunikationsprozesse theologisch verstehen. Die Beteiligten werden als Subjekte ihres Glaubens ernst genommen. Die teilnehmenden Leiterinnen und Leiter solcher Prozesse achten auf eine dynamische Balance zwischen den inhaltlichen theologischen Anliegen, der subjektiven Ebene aller Betroffenen, der Dynamik in der Gruppe und dem jeweiligen Kontext. Zusammen mit den reflektierenden Wissenschaftlerinnen und den Teilnehmern üben sie sich in der Aufmerksamkeit auf implizite Theologien. Theologische Wahrheit bzw. Glaubenswahrheit zeigt sich so als bestimmende Wirklichkeit in prozesshaft gestalteten Beziehungen.
Diese differenzierte Aufmerksamkeit eröffnet sowohl der theologischen Forschung als auch der Glaubenskommunikation neue Möglichkeiten. Diese sollten auch mit Blick auf die ökumenische Bewegung und ihre Kommunikationsformen erforscht und erprobt werden. Für die Vernetzung der unterschiedlichen Kommunikationsebenen (Sache, Person, Interaktion, Kontext) spielt die kritische Rezeption der Themenzentrierten Interaktion R.C. Cohns eine wichtige Rolle.
Communio-Ekklesiologie
I. Zielsetzungen
Entwicklung einer Theorie und Praxis der Kirche als Communio, in der die Getauften als Subjekte des Glaubens ernst genommmen und in Beziehung zueinander gebracht werden.
Das heißt:
1. Theorien und Strukturen von Communio daraufhin zu überprüfen, ob sie die ekklesiologische Perspektive einnehmen, die in der Kirchenkonstitution »Lumen gentium« eröffnet wird.
2. Durchführung in interdisziplinärer Reflexionsarbeit, sowohl innerhalb der Theologie wie mit Vertreterinnen und Vertretern einschlägiger Disziplinen wie Systemtheorie, Institutionenökonomie, Religionssoziologie.
Schwerpunkte der Theoriebildung sind:
- Fundierung der Ekklesiologie durch Reflexion der Wechselbeziehung von (trinitarischem) Gottesbild, Menschenbild, Gesellschaftsbild;
- Klärung des Verhältnisses der verschiedenen ekklesiologischen Leitideen zueinander vor allem in ökumenischem Interesse: biblische Grundlage einer solchen Ekklesiologie; Bewertung der nachbiblischen (v.a. der altkirchlichen) Entwicklung;
- Überlegungen in Richtung eines Kirchenrechts als »Communio-Recht« (Überprüfung des Konzepts einer »communio hierarchica«; Validierung von Formen der Kollegialität und Synodalität);
- interdiszipinäre Klärung der »corporate identity« von Kirche(n);
- kritische Selbstreflexion des eigenen wissenschaftlichen Ansatzes (Theorie-Praxis-Problem; Innen-/Außenperspektive im Sinne von Gaudium et spes).
Konstitutiv ist die Zusammenarbeit mit Menschen »vor Ort« (in Gemeinden, Verbänden, Gruppen, Personalabteilungen und Planungsbüros): Austausch, Begleitung, Symposien, Studientage.

