Warum Kirchengeschichte? Nicht etwa, weil Jahreszahlen, endlos erscheinende Ereignisketten und die Taten vermeintlich Großer (Männer zumeist...) ihren Sinn schon in sich selbst trügen! Ziel des Studiums der Kirchengeschichte ist es, Denken in Geschichte als Grundkategorie christlicher und theologischer Identitätsbildung zu vermitteln. Indem wir uns mit den Menschen befassen, die vor uns Christen gewesen sind, den Prominenten wie den Marginalen, sprechen wir – mittelbar – von Gott. Wir sprechen von dem Gott, wie er geglaubt, geliebt, gefürchtet, erlitten und zurückgewiesen wurde. Zu dieser Geschichte des „geglaubten Gottes“ gehört unmittelbar, dass dieser Glaube eine soziale Gestalt angenommen hat: In Kirchen mit allen ihren institutionellen Verästelungen, Hierarchien, Gemeinden und Gruppen, aber auch über die Kirchen im engeren Sinne hinaus in ganzen Gesellschaften, ihren politischen Konzepten und ihren Selbstverständnissen, in Ritualen und Bauten, Texten und Bildern, in Macht und Geld, in Krieg und Gewalt, kurz: in der ganzen Ambivalenz alltäglich gelebten Lebens. Die Geschichte des „geglaubten Gottes“ ist in diesem Sinne eine „totale“ Geschichte. Nicht eine umfassende, anmaßend-unmögliche Rekonstruktion der vergangenen Wirklichkeit als Ganze ist gemeint, sondern eine Geschichte, die das politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben der Menschen in engster Beziehung zur deren christlicher Identität begreift. Insofern gibt es grundsätzlich kein Feld historischer ‚Wirklichkeit‘, das nicht zum Gegenstand einer solchen Geschichte werden könnte.

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