Antike Numismatik


 

Im Jahr 1972 wurden die numismatischen Bestände und Ressourcen der Universität Tübingen zu einer „Numismatischen Arbeitsstelle“ zusammengefasst und sind seitdem dem Institut für Klassische Archäologie angegliedert. Die institutionelle Verbindung mit der Archäologie sowie der Universitätssammlung antiker Münzen ist ein besonderes Merkmal der Tübinger Numismatik und findet ihren Niederschlag in Forschung und Lehre: Der Schwerpunkt der in Tübingen betriebenen Numismatik liegt in der Erforschung der Funktion und Bedeutung von Münze und Geld in der griechisch-römischen Welt unter besonderer Berücksichtigung eines archäologisch geprägten kulturwissenschaftlichen Ansatzes.

 

Lehre

Mit dem im Wintersemester 2007/08 aufgenommenen BA-und MA-Studiengängen ist in Tübingen die Antike Numismatik fester Bestandteil der Ausbildung in Klassischer Archäologie: Für den BA- und MA-Studiengang sind numismatische Module mit Vorlesung und Hauptseminar verpflichtend zu absolvieren. Offen stehen diese Module auch Studierenden anderer Fächer im Rahmen bestehender Import-Regelungen. Numismatische Abschlussarbeiten sind im BA- und MA-Studiengang sowie als Promotion möglich.

 

Sammlung

Mit über 20.000 Objekten zählt die Tübinger Münzsammlung zu den größten und bedeutendsten Universitätssammlungen in Deutschland; mit einer Geschichte von über 200 Jahren ist sie auch eine der ältesten. Schwerpunkt sind die Münzen der Antike mit ca. 8.000 griechischen und rund 6.000 römischen Münzen. Hinzu kommen ca. 2.000 mittelalterliche und neuzeitliche Münzen, rund 3.000 Medaillen sowie weitere numismatische Objekte. Die Prunkstücke der Tübinger Sammlung sind stets in der Dauerausstellung im Museum der Universität Tübingen MUT | Alte Kulturen auf Schloss Hohentübingen zu sehen. Darüber hinaus ist eine thematische Auswahl an Münzen regelmäßig Teil verschiedener Sonderausstellungen.

 

Forschung

Gemeinsam mit der Numismatischen Arbeitsstelle am Institut für Klassische Archäologie und der Forschungsstelle für Islamische Numismatik verfügt die Universität Tübingen über ein auch im internationalen Rahmen herausragendes Alleinstellungsmerkmal in numismatischer Forschung. Als Teil der Bereichsbibliothek Schloss Nord verfügt die Numismatische Arbeitsstelle über eine umfangreiche Numismatische Fachbibliothek und eine Spezialsammlung von Auktionskatalogen aus dem internationalen Münzhandel. Aktuelle Forschungsprojekte der Numismatischen Arbeitsstelle umfassen die Digitalisierung der Tübinger Bestände und die Bearbeitung sowie Auswertung von Fundmünzen aus archäologischen Ausgrabungen in Baden-Württemberg, Virunum und Karthago.

 

Weiterführende Literatur

  • D. Mannsperger, Vom akademischen Münz- und Antiquitätenkabinett zur Numismatischen Arbeitsstelle. Attempto 45/46, 1972/73, 124–137.
  • St. Krmnicek, Münzsammlung der Klassischen Archäologie. In: E. Seidl (Hrsg.), Schätze aus dem Schloss Hohentübingen. Ausgewählte Objekte aus den Sammlungen des Museums der Universität Tübingen MUT. Schriften des Museums der Universität Tübingen MUT 1 (Tübingen 2012), 167–189.

 

Bestandskataloge

  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 1. Hispania – Sikelia, Nr. 1–730. Berlin 1981, bearb. von D. Mannsperger.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 2. Taurische Chersones – Korkyra, Nr. 731–1542. Berlin 1982, bearb. von D. Mannsperger.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 3. Akarnanien – Bithynien, Nr. 1543–2173. Berlin 1985, bearb. von D. Mannsperger u. G. Fischer-Heetfeld.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 4. Mysien – Ionien, Nr. 2174–3306. Berlin 1989, bearb. von D. Mannsperger.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 5. Karien und Lydien, Nr. 3307–3886. München 1994, bearb. von D. Mannsperger.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 6. Phrygien – Kappadokien, Römische Provinzprägungen in Kleinasien, Nr. 3887–4744. München 1998, bearb. von D. Mannsperger u. M. Matzke.
  • Sylloge nummorum Graecorum Deutschland. Münzsammlung der Universität Tübingen, Band 7. In Bearbeitung

 

Weiterführende Links

Numismatische Arbeitsstelle auf Wikipedia
Forschungsstelle für Islamische Numismatik (Universität Tübingen)
Institut für Numismatik und Geldgeschichte der Universität Wien
INC- International Numismatic Council