Tagungen und Workshops des Kunsthistorischen Instituts

Tiere zwischen Leben und Tod: Bilder tierlicher Transformationen vom 15. – 21. Jahrhundert. Interdisziplinärer Workshop am Kunsthistorischen Institut Tübingen vom 17. – 18. Februar 2017

Menschen und Tiere verbindet neben ihrer Lebendigkeit auch ihre Verwundbarkeit und Sterblichkeit, die seit der Antike im Zentrum theologischer, wissenschaftlicher und nicht zuletzt ästhetischer Diskurse stehen. Die Transformations- und Werdensprozesse der tierlichen Anderen zwischen Leben und Tod werden in unserer europäischen Bildkultur aufgegriffen und führen dort zu dynamischen und mitunter widersprüchlichen Darstellungen. Diese finden ihren spannungsreichen Höhepunkt in paradoxen Zwischenfiguren, die das Übergangsstadium zwischen Leben und Tod in einer Tiergestalt vereinen.
In unserem Workshop, der thematisch diejenigen Bilder behandeln möchte, die Tiere im Übergang zwischen Leben und Tod zeigen oder verschiedene Lebensstadien in einer Tiergestalt verbinden, soll die zentrale These verfolgt werden, dass diese Tierdarstellungen der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Werden und Dasein sowie der eigenen Sterblichkeit dienen. Das Ziel unseres Workshops ist es, die Frage auszuloten, inwiefern sich gerade Tiere und Darstellungen von tierlichen Anderen dazu anbieten, die Übergänge von Leben und Tod visuell zur Disposition zu stellen und wie sich in diese Bilder nicht nur soziales menschliches Verhalten im Umgang mit sterbenden Tieren einschreibt, sondern gerade durch diese geprägt wird.

Freitag, 17. Februar 2017
13:00     Begrüßung
13:15     Lukas R.A. Wilde (Tübingen): Cartoon-Körper und sterbliche Tierwesen
14:00     Irina Dudar (Köln): Darstellungen der umgekehrten Jagd in Marginalien
          mittelalterlicher Codices
14:45     Kaffeepause
15:15     Lisa Thumm (Hamburg): Zwischen tierlicher Präsenz und symbolischer Repräsentation -
          Erscheinungsformen der Heilig-Geist-Taube im späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit
16:00     Marius A. T. Wittke (Tübingen): Kröten, Schlangen und Gewürm. Divergenzen von
          Transformationsprozessen des toten Leibes und animalischer Verwesungsikonographie
16:45     Kaffeepause
17:15     Maurice Saß (Hamburg): Fatale Allianzen. Tierliche Opfer von Jagd und Kunst
18:00     Andrea Haarer (Hamburg): Formen im Werden. Überlegungen zu Victor Hugo und Meerschleim

Samstag, 18. Februar 2017
9:00      Ninja Elisa Felske (Köln): Stiere zwischen Leben und Tod: Die Polyvalenz des
          Stiersymbols bei Pablo Picasso
9:45      Tim Jegodzinski (Tübingen): Zwischen Ethik und Ästhetik: Ting Tong Changs “Whence Do
          You Know the Happiness of Fish?” (2015)
10:30     Kaffeepause
10:45     Theresa Heßling (Hamburg): Töten, um zu retten. Narrative des Naturschutzes in
          Habitat Dioramen um 1900
11:30       Idis Hartmann (Tübingen): Tod oder Lebendig? Tierdarstellungen bei Hiroshi Sugimoto
12:15     Mittagspause
13:15     Marcel Finke (Tübingen): "Sterben wie die ...". Fliegen in der Kunst
14:00     Sebastian Dohm (Göttingen): Vom Ei zum Imago – Das naturwissenschaftliche Bild der
          Insektenentwicklung zwischen dem 15. und 21. Jahrhundert
14:45     Abschlussdiskussion

Ort:
Kunsthistorisches Institut, Raum XI
Eberhard Karls Universität Tübingen
Bursagasse 1
72070 Tübingen

 

Flyer zur Tagung


Plakat zur Tagung