Musikwissenschaftliches Institut

Wissenschaftsgeschichte und Vergangenheitspolitik. Musikwissenschaft in Forschung und Lehre im frühen Nachkriegsdeutschland


(im Rahmen des Gesamtprojekts "Kontinuitäten und Brüche im Musikleben der Nachkriegszeit" in Verbindung mit der Universität der Künste Berlin).


DFG-Forschungsprojekt 2010 - 2014 (vormals an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim)

Projektleiter

Prof. Dr. Thomas Schipperges

Stellv. Projektleiter

Prof. Dr. Jörg Rothkamm

Akademische Mitarbeiterin (Tübingen)

Dr. Christina Richter-Ibáñez

Akademische Mitarbeiter (Mannheim)

Dr. Michael Malkiewicz

Dr. Kateryna Schöning

Wissenschaftliche / Studentische Hilfskräfte (Tübingen)

Anne-Marie Wurster, M. A.

Jonathan Schilling

Studentische Hilfskräfte (Mannheim)

Dominik Dieterle
Monica Panella

Projektbeschreibung:

Musik kam im kulturellen Verständigungsprozess der Nachkriegszeit eine besondere Rolle zu. Man betrachtete sie als Inbegriff guter deutscher Leitkultur. Diese vermeintlich politisch und moralisch unversehrte Musikkultur galt es als Relikt eines abendländisch-humanistischen Weltbildes im zerstörten Deutschland nach 1945 zu retten. Viele Berichte schreiben den ersten Konzerten nach dem Krieg geradezu mythische Wirkungen zu. Diese Sonderstellung ermöglichte eine emphatische Verständigung ohne Zwang zur Auseinandersetzung. Zwar hat sich die Musikwissenschaft, wie andere Wissenschaften auch, in den letzten Jahrzehnten verstärkt mit ihrer Einbindung über Institutionen, Themen, Methoden und Personen in den NS-Staat beschäftigt. Weniger richtete sie ihr Augenmerk bislang auf die Geschichte des Faches in der unmittelbaren Nachkriegszeit und im Kontext der Vergangenheitspolitik.

Drei DFG-Teilprojekte eines Paketantrags arbeiteten auf breiter Materialbasis parallel an der Universität der Künste Berlin (Projektteile "Musikremigration. Die Rückkehr von Personen, Werken und Ideen" unter Leitung von Prof. Dr. Dörte Schmidt sowie "Archiv und Diskurs: Die Materialität der Kommunikation" unter Leitung von Dr. Dietmar Schenk) und an der Universität Tübingen zu den Brüchen und Kontinuitäten im Musikleben Nachkriegsdeutschlands. Es geht um Personen und Strukturen, Institutionen und Ideen, Methoden und fachliche Mentalitäten.

Der Tübinger Projektteil befasste sich mit der Überlagerung des Weltkriegsbruches durch Kontinuitäten an Hochschulen, Universitäten, freien Forschungsinstituten und größeren Bibliotheken. Diese Institutionen gehörten zu den ersten, die ihren Betrieb neu aufnehmen konnten. Dass sich die Musik von den gesellschaftlichen und ästhetischen Debatten der frühen Nachkriegszeit löste, blieb indes nicht ohne Folgen auch für die akademische Ausbildung in Musik und Musikwissenschaft. Unter welchen konkreten Bedingungen aber situierten sich Forschung und Lehre, wie wurde Musik eingebunden in die ästhetischen und gesellschaftlichen Debatten der Zeit? Wie wirkten wissenschaftliche Programme, ästhetische Ideen oder die angewandte Musikwissenschaft im Kontext mit anderen Institutionen hinein in den kulturellen Alltag der Besatzungszonen bzw. der beiden deutschen Staaten?

http://www.etk-muenchen.de

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