DFG-Projekt: Musik zum Konstanzer Konzil

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Rosgartenmuseums Konstanz

Das Konstanzer Konzil (1414-1418) bildete die wohl größte und längste Versammlung europäischer Dimension des Spätmittelalters bzw. der frühen Neuzeit. Über einen Zeitraum von fast vier Jahren begegneten sich in der Stadt am Bodensee die höchsten kirchlichen und geistlichen Würdenträger aus dem gesamten europäischen Raum und darüber hinaus.
Mit Päpsten, Kardinälen, Bischöfen, Königen, Herzögen und Grafen kamen auch die mit ihnen jeweils verbundenen Musiker und Musikrepertoires nach Konstanz. Nicht nur begegneten einander die Kapellen der konkurrierenden Päpste mit den avanciertesten geistlichen Kompositionen jener Jahre (repräsentiert etwa im Codex Apt und im Codex Ivrea), sondern auch zahlreiche höfische Kapellen mit der neuesten weltlichen Musik aus Paris und Burgund (u.a. Machauts Werke und Codex Chantilly), aus Mailand, Florenz und Padua (u.a. Codex Squarcialupi), aus Aragon, Kastilien und Portugal (u.a. Llibre Vermell), aus England (Old Hall Manuscript) sowie aus Böhmen und Zypern (Codex I-Tn J.II.9). Es trafen hier in einmaliger Weise und Dichte und teilweise zum ersten Mal verschiedene musikalische Stile und Traditionen aufeinander, deren Interaktion sowohl durch gegenseitige Beeinflussung als auch durch jeweilige Profilierung und Abgrenzung gekennzeichnet ist. Dies betrifft soziale (höfisch – städtisch), geographische (verschiedene Nationalstile, etwa England – Frankreich), religiöse (etwa Musik des Bischofssitzes Konstanz – päpstlich-römische Liturgien – Musik anderer am Konzil vertretener Glaubensrichtungen) sowie musiksoziologische (höfische „Kunstmusik“ – Musik der Spielleute) Kategorien.

 

Das Konzilsjubiläum wird mit einer Konzertreihe (2014-2018) und wissenschafltlichen Symposien begleitet.