Komponisten

Sixt Bachmann (1754-1825)

Sixt Bachmann wurde am 18. Juli 1754 in Kettershausen geboren und trat 1770 in das Prämonstratenserkloster Obermarchtal ein. Er war als Musiklehrer, Chorregent und Assessor der Klosterkanzlei tätig. Am 18. Oktober 1825 starb er in Reutlingendorf. Klavier- und Orgelwerke nehmen den breitesten Raum im kompositorischen Schaffen Bachmanns ein; an Kirchenwerken sind vier Messen bekannt.

Nikolaus Betscher (1745-1811)

Nikolaus Betscher wurde am 31. Oktober 1745 in Berkheim geboren. Am 11. November 1765 legte er das Ordensgelübde ab und wurde am 3. November 1789 zum 45. und letzten Abt von Rot an der Rot gewählt. Ab 1795 war er auch Generalvikar der schwäbischen Zirkade des Prämonstratenserordens. Im Zuge der Säkularisation nahm Graf Ludwig von Wartenberg die ehemalige Reichsabtei Rot an der Rot am 1. März 1803 in Besitz, Betscher durfte aber bis zu seinem Tod am 12. November 1811 in den Konventsgebäuden wohnen. Bei den zahlreich erhaltenen Kompositionen Betschers handelt es sich vorwiegend um Kirchenmusik. Zum einen sind es verhältnismäßig groß angelegte Werke für das damals übliche Orchester mit lateinischen Texten, zum anderen kleinere und schlichter gestaltete deutschsprachige Stücke.

Johann Evangelist Brandl (1763-1837)

Johann Evangelist Brandl wurde 1784 Hofkapellmeister in dem zum Haus Hohenlohe gehörenden Bartenstein, 1789 Hofkapellmeister in Bruchsal und 1808 zweiter Musikdirektor in Karlsruhe. Besondere Beachtung verdient seine Kammermusik, in der er dem Fagott eine führende Rolle zuweist.

Franz Xaver Brixi (1732-1771)

Franz Xaver Brixi stammt aus Prag, wo ihn eine glänzende Musikerlaufbahn bis zum Kapellmeisteramt am Veitsdom führte. Er war ein fortschrittlicher Komponist, der den modernen klassischen Stil beherrschte und bekannt machte. 1771 ist er gestorben.

Meingosus Gaelle (1752-1816)

Meingosus Gaelle wurde 1752 in Buch bei Tettnang geboren. Er trat 1771 ins Kloster Weingarten ein. Nach der Auflösung des Klosters 1802 lehrte er an der Universität Salzburg. Er komponierte Lieder, Kirchenmusik, Kammermusik und „Adams und Evas Erschaffung, eine comische Oper“ (1796) nach Sebastian Sailers „Schwäbischer Schöpfung“. Am 4. Februar 1816 starb er im Wallfahrtsort Maria Plain nahe Salzburg.

Ernst von Gemmingen (1759-1813)

Ernst von Gemmingen-Hornberg wurde am 11. Februar 1759 in Celle geboren. Er war nicht nur ein beachtlicher Geiger und Liebhaber von Kammermusik – in seiner Bibliothek findet sich fast das gesamte Streichquartettschaffen von Joseph Haydn –, er hat auch selbst vier Violinkonzerte komponiert. Wie und wo er seine kompositorischen Fähigkeiten erworben hat, ist allerdings unklar. Nach dem Tod seines Vaters wurde er in Heilbronn von seiner Mutter erzogen. 1777 ging er an die Universität Göttingen, 1781 folgte eine Reise nach Frankreich, England, Schottland und die Niederlande. Dann trat er als Hofkammer- und Landschaftsrat und Direktor der Hofmusik in den Dienst des Markgrafen Karl Alexander von Brandenburg. 1786 ging er als Kammerherr und außerordentlicher Gesandter nach Berlin, verließ aber die diplomatische Laufbahn nach einem Jahr wieder und zog sich nach Heilbronn zurück. 1792 heiratete er Henriette Charlotte von Holle. Nach der Reichsauflösung verlegte Ernst von Gemmingen seinen Wohnsitz nach Mannheim, wo er am 3. März 1813 starb.

Johann Wendelin Glaser (1713-1783)

Johann Wendelin Glaser wurde am 1. Mai 1713 als Sohn eines Kantors in Ostheim vor der Röhn geboren. Nach zwei Jahren als Schüler des Gymnasiums zu Schleusingen besuchte er sechs Jahre lang die Lateinschule in Nürnberg. Neben der Erfahrung aus der Familientradition scheint die Musiklehre an diesen beiden Schulen die einzige musikalische Ausbildung gewesen zu sein, die Glaser erfahren hat. 1738 befand sich Glaser wieder in Ostheim und versah dort das Amt des Kantors, 1741 wurde er Präzeptor und Kantor in Langenburg. Nach Wertheim, wo er bis zu seinem Tode blieb, kam er 1744. Er starb am 6. Februar 1783. Sein kompositorisches Werk umfasst mehr als 300 Kantaten, darunter drei komplette Jahrgänge. Darüber hinaus verfasste er eine musikpädagogische Lehrschrift mit dem Titel Praeceptor bene instructus das ist: Gruendlicher Unterricht von dem geistlichen Choral=Gesang.

Joseph Haydn (1732-1809)

Nachdem Haydn 1766 seine umfangreichste Messe, die sog. Cäcilienmesse, komponiert hatte, folgte ein Jahr später, 1767, ein weiteres großes geistliches Werk, das Stabat mater in g-Moll (Hob. XXbis). Die Uraufführung erfolgte im März 1768 in der Kirche der Barmherzigen Brüder in Wien. Doch machte dieses Werk Haydn auch jenseits der Landesgrenzen bekannt; 1781 wurde es in Paris mehrmals mit großem Erfolg aufgeführt, 1782 in Rom, 1783 in London. Unabhängig von verschiedenen Drucken war das Stabat mater in zahlreichen Abschriften verbreitet. In Ochsenhausen fand sich eine Fassung dieses Werks mit deutschem Text, der sich allerdings von der seinerzeitigen, allgemein verbreiteten Nachdichtung Johann Adam Hillers unterscheidet. Diese Ochsenhausener Fassung dürfte um 1800 angefertigt worden sein und stellt eine wohl speziell auf die lokalen Verhältnisse zugeschnittene Fassung dar. Abweichend vom Original beschränkt sie sich auf eine reine Streicherbesetzung, die Bläserstimmen sind weggelassen, bzw. in die Streicherstimmen eingearbeitet.

Andreas Heichlinger (1746-1809)

Andreas Heichlinger wurde 1746 in Großköz bei Günzburg geboren. Seine Profess legte er am 2. Juni 1765 in der Zisterzienser-Reichsabtei Salem ab. Er starb am 4. September 1809.

Balduin Hoyoul (um 1548-1594)

Balduin Hoyoul wurde um 1548 wohl in Lüttich geboren. 1561 trat er als Diskantist in die Stuttgarter Hofkapelle ein, von 1564 bis 1565 war er Schüler von Orlando di Lasso in München. Nach dem Tod von Ludwig Daser im März 1589 wurde Hoyoul in Stuttgart Hofkapellmeister, an seiner Stelle wurde Leonhard Lechner zum Hofkomponisten ernannt. Am 26. November 1594 starb Hoyoul in Stuttgart an der Pest. Er hatte sich wohl infiziert, als er zusammen mit der Hofkapelle den Herzog zum Reichstag in Regensburg begleitete. Sein Nachfolger als Hofkapellmeister wurde Leonhard Lechner. Zwischen Daser und Lechner war Hoyoul ein eigenständiger und nicht weniger bedeutender Musiker am ambitionierten Stuttgarter Hof.

Æmilian Kayser (1749-1831)

Æmilian Kayser wurde 1749 in Oberndorf am Neckar geboren. Er war Pater des Benediktinerklosters Petershausen (Konstanz), hielt sich jedoch gerne in Weingarten auf und komponierte für dieses Kloster zwei umfangreiche Vespern. 1831 ist er gestorben.

Isfrid Kayser (1712-1771)

Isfrid Kayser wurde am 13. März 1712 in Türkheim an der Wertach geboren. 1732 legte er Profess ab und wurde 1741 Musikdirektor in Obermarchtal, 1763 Subprior. Kayser starb am 1. März 1771. Sein musikalischer Nachlass umfasst vornehmlich geistliche Werke. Das einzig erhaltene weltliche Werk sind „Drei Parthien für Klavier“ op.4.

Augustinus Plattner (um 1590-um 1630)

Zur Biographie Plattners gibt es nur einzelne Anhaltspunkte. Das älteste sichere Zeugnis ist der Eintrag vom 17. Juni 1613 im Hochzeitsbuch der Dompfarre St. Jacob in Innsbruck. Er ist auf Kosten des Deutschen Ordens zum Musiker ausgebildet worden. 1621 ist er Organist in Mergentheim, möglicherweise ist er schon vor 1629 gestorben. Erhalten sind acht Messen, Zeugnisse für die Tätigkeit Plattners als Organist konnten bislang ebenso wenig gefunden werden wie weitere Kompositionen.

Jakob Reiner (um 1555-1606)

Jakob Reiner wurden zwischen 1555 und 1559 in Altdorf geboren und besuchte als Kind die Klosterschule. 1574 wurde Reiner für zwei Jahre Schüler von Orlando di Lasso, dann kehrte er wieder ins Kloster Weingarten zurück. Er blieb bis zu seinem Tod am 12. August 1606 seinem Kloster als Kapellmeister, Komponist und Musiklehrer treu, gehörte aber nie dessen Konvent an. Seine frühen Werke stehen stilistisch denen seines Lehrers nahe. In seinen späteren Motetten und Messen bezieht er das venezianische Wechselspiel verschiedener Chorgruppen verstärkt mit ein.

Æmilian Rosengart (1757-1810)

Æmilian Rosengart wurde am 29. März 1757 in Kirchheim (Schwaben) geboren. 1775 legte er die Profess ab und wurde 1781 zum Priester geweiht. In Ochsenhausen war er Professor der Theologie und Philosophie und ab 1795 Musikdirektor. Er starb am 29. Mai 1810 in Tannheim.

Meingosus Rottach (1711-1760)

Meingosus Rottach wurde 1711 in Leutkirch geboren und legte 1730 in Weingarten die Profess ab. Dort wirkte er als Philosophieprofessor, Chorregent und Kellermeister. Er schrieb einen wohlklingenden Vokalsatz mit guter Stimmführung. Im Jahr 1760 starb Meingosus Rottach.

Franz Xaver Schlecht (um 1797-1865)

Franz Xaver Schlecht wurde in Wendlingen am Dosbach geboren. Er war der ältere Bruder von Abt Robert Schlecht, der von 1778 bis 1802 die Geschicke des Klosters Salem lenkte. Zunächst studierte Schlecht Jura in Salzburg und war dann als Domkapellmeister in Eichstätt tätig. Von ihm sind zahlreiche geistliche Kompositionen und Instrumentalwerke erhalten.

Gregor Schmid (1748-1780)

Gregor Schmid wurde am 15. November 1748 in Ravensburg geboren und studierte in Ehingen und Augsburg Theologie und Philosophie. Seine Profess legte er am 26. November 1769 in Ochsenhausen ab und hielt am 26. Juni 1774 Primiz. Am 6. Februar 1780 ist er gestorben.

Christian Friedrich Daniel Schubart (1739-1791)

Christian Friedrich Daniel Schubart ist uns heute als Dichter des Sturm und Drang geläufig. Für seine Zeitgenossen war er vor allem Journalist. Als berufliches Ziel galt ihm eine Pfarrstelle, sein Brot verdiente er lange Zeit als Schulmeister, dann vier Jahre als Organist, zuletzt als Theaterdirektor. Er selbst aber sah sich zeitlebens mindestens eben so sehr als Musiker, und zweifellos war er ein begnadeter Improvisator auf Orgel und Klavier, doch ihn als Komponisten zu bezeichnen ist übertrieben. Der Natur seines Schaffens nach ist Schubart das, was in unserer Zeit als „Liedermacher“ bezeichnet wird. Geboren wurde er am 24. März 1739 in Obersontheim. Einen ersten Musikunterricht erhält Schubart von seinem Vater, 1756 geht er zur Beendigung seiner Schulausbildung nach Nürnberg und erhält dort auch Musikunterricht. 1758 studiert Schubart in Erlangen Theologie. Zurück in Aalen, wohin die Familie bereits 1740 umgezogen war, übt er sich im Predigen, kümmert sich um die Aalener Stadtmusik und beginnt zu komponieren. In den Jahren bis 1763, in denen Schubart stellungslos war, scheint er sein Klavier- und Orgelspiel vervollkommnet zu haben. 1763 nimmt Schubart für sechs Jahre die Stelle eines Schuladjunkten und Organisten in Geislingen an, 1769 dann die Stelle des Organisten und Musikdirektors an der Ludwigsburger Stadtkirche. Dort führt er ein ausschweifendes Leben und wird durch einen herzoglichen Erlass seines Amtes enthoben und aus Württemberg verwiesen. Mittellos geht er zunächst nach Heilbronn, dann nach Heidelberg, Mannheim und Schwetzingen, schließlich nach München. 1774 verlässt Schubart München und geht nach Augsburg. Er konzertiert und gibt Klavierunterricht, doch macht er sich mit seinen Schriften unbeliebt, wird unter Hausarrest gestellt und 1775 aus Augsburg verwiesen. Die folgenden zwei Jahre verbringt Schubart in Ulm. Durch eine List wird er auf württembergisches Gebiet gelockt und dort ohne Haftgrund festgenommen. Die nächsten zehn Jahre verbringt Schubart in Haft auf dem Hohenasperg bei Ludwigsburg. Dort entstehen seine zahlreichen Lieder. 1787 wird Schubart aus der Haft entlassen und zum Herzoglich Württembergischen Hof- und Theaterdichter ernennt. Früh gealtert ruiniert Schubart seine von der Haft angegriffene Gesundheit vollends und stirbt am 10. Oktober 1791 an einem „Schleimfieber“.

Joachim (Jakob) Sommer (1764-1786)

1764 wurde Jakob Sommer in Ottobeuren geboren. Über seine Lebensumstände wissen wir heute nichts, lediglich ist überliefert, dass er seine Profess 1781 ablegte und seine Primiz 1788 feierte. Jakob Sommer starb am 20. Mai 1796 in Salem. Seine Musik entspricht ganz der Klassik.

Bernard Wahl (?-1786)

Bernhard Wahl stammt aus Treffelshausen (bei Geislingen), war Chorregent in Weingarten und galt als hervorragender Organist. Er starb 1786.

Ernest Weinrauch (1730-1793)

Ernest Weinrauch wurde 1730 in Donauwörth geboren. Mitsieben Jahren kam er in das Kloster Zwiefalten und hat es bis zu seinem Tod 1793 nicht mehr verlassen. 1748 legte er die Profess ab, 1755 feierte er Primiz. Neben Funktionen als Subprior und Ordenskapitular war er auch über 30 Jahre Chorregent, zu dessen Pflichten auch die musikalische Ausbildung der Klosterschüler gehörte. Conradin Kreutzer ging aus seiner Schule hervor. Weinrauchs Rang als Komponist belegt die damals große Verbreitung seiner Werke.

Johann Samuel Welter (1650-1720)

Johann Samuel Welter wurde am 27. August 1650 in Obersontheim geboren und war Organist an der Michaelskirche in Schwäbisch Hall. Bei ihm handelt es sich um einen der bedeutendsten Vertreter des Generalbasszeitalters. Er komponierte allein über 400 Kantaten. Von seinem umfangreichen Werk lässt sich heute nur etwa ein Zehntel namhaft machen, erhalten sind nur eine Psalm-Kantate, zwei Spruch-Oden-Kantaten und acht Choral- bzw. Odenkantaten (darunter „Jesu, meine Freude“). Weiterhin liegen noch elf Kirchenlieder für Singstimme mit Generalbassbegleitung, zwei Magnificat-Vertonungen und eine Trauer-Arie vor. Welter starb am 27. Juli 1720 in Schwäbisch Hall.

Johann Georg Zechner (1716-1778)

Johann Georg Zechner stammt aus der Steiermark und war Organist am Benediktinerkloster Göttweig und an St. Veit in Kreuz. 1778 starb er.