Ressourcenerschließung, Migration und Entwicklungsdynamik entlang des Nord-Süd-Korridors im Grenzgebiet Iran-Afghanistan-Pakistan
Diese Forschungsarbeit wird durch das BMBF (Bundeszentrale für Bildung und Forschung) im Rahmen der Area Studies Projekte geförderten und ist Teil des übergreifenden Projektes: Kompetenznetzwerk "Crossroads Asia" Konflikt - Migration - Entwicklung.
1. Projekttitel
„Ressourcenerschließung, Migration und Entwicklungsdynamik entlang des Nord-Süd-Korridors im Grenzgebiet Iran-Afghanistan-Pakistan“
2. Projektbearbeiterin
Asien-Orient-Institut
Abteilung für Ethnologie
Schloss
72070 Tübingen
3. Inhalt des Projekts
Der geographische Untersuchungsraum Crossroads Asia umfasst den Osten Irans, Mittelasien vom Kaspischen Meer bis zum Tarimbecken, den Westen und Nordwesten des indischen Subkontinents sowie im Kern die Gebiete nördlich und südlich des Hindukusch, die seit Jahrhunderten eine Arena für wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Austausch von wechselnder Dichte und Intensität bilden. Durch die gegenwärtigen, Grenzen überschreitenden Interaktionen der Bewohner entsteht der Handlungsraum Crossroads Asia, dessen Konstruktion spezifische wissenschaftliche Fragestellungen aufwirft und unterschiedliche (inter-)disziplinäre Zugänge erforderlich macht.
Im Zentrum des Forschungsprojektes steht das übergreifende Thema Mobilität, definiert als das Zusammenspiel sozialer und räumlicher Bewegungen von Personen und Dingen (materielle und immaterielle Ressourcen, Ideen, Wissen, Werte) über Austauschbeziehungen innerhalb, von und zwischen Netzwerken. Für die Beschäftigung im Kompetenznetzwerk Crossroads Asia wurden drei empirisch eng miteinander verzahnten Themen ‚Konflikt’, ‚Migration’ und ‚Entwicklung‘ gewählt. Das Teilprojekt Ressourcenerschließung, Migration und Entwicklungsdynamik entlang des Nord-Süd-Korridors im Grenzgebiet Iran-Afghanistan-Pakistan“ konzentriert sich auf die Förderung und Erschließung neuer Ressourcen in den Ostprovinzen Irans, durch die Mobilisierungsprozesse eingeleitet werden und die Bevölkerung veranlassen, neue räumliche und soziale Orientierungen vorzunehmen. Die Errichtung der industriellen Öl- und Gasinstallationen zwischen Iran, Indien und Pakistan hat infrastrukturellen und ökonomischen Aufschwung in die Region gebracht, gleichzeitig ist ein Nord-Süd-Korridor entstanden, der entlang der iranisch-afghanischen Grenze verläuft, und über den Handelsgüter zwischen Südasien, Afghanistan und den zentralasiatischen Ländern austauscht werden. Um den Verlauf gesellschaftlichen Wandels, Entwicklungsdynamiken und besonders die Bedingungen sozialer Mobilität zu erfassen, werden im Verlauf der Studie die Handlungsstrategien der agents of change in der Region zu erforschen sein. Diese sind Unternehmer, Innovatoren und Vermittler, die durch ihre Strategien und Interaktionen Entwicklungsprozesse in Gang setzen und Veränderungen herbeiführen. Die Fragestellung richtet sich also auf die sozialen Verhaltensweisen, die diese einsetzen und das Wissen und die kreativen Fähigkeiten, die sie einbringen, um Möglichkeiten zu nutzen, die sich ihnen in Form ökonomischer und infrastruktureller Veränderungen bieten.
Die Datensammlung wird mittels Feldforschung in der ostiranischen Provinz Khorassan, in Westafghanistan und in der Hafenstadt Chabahar an der Grenze zu Pakistan durchgeführt. Ziel ist es, die Organisationsformen und -muster sowie die konzeptuelle Struktur der Mobilitätssysteme innerhalb Crossroads Asia herauszuarbeiten. Darüber hinaus soll versucht werden, durch ethnographische Forschung auf lokaler Ebene das kreative Potential innerhalb der gesamten Kultur zu erfassen und die Dynamik von Innovationsprozessen, ihre Entstehung und die Bedingungen ihrer Wirksamkeit bzw. Verhinderung aufzuzeigen.





