Institutsgeschichte

Gründung

Das Institut wurde 1954 auf Betreiben des damals noch der alten Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen angehörenden Historischen Seminars gegründet.

Prof. Dr. Otto Herding

Erster Leiter war Prof. Dr. habil. Otto Herding (1911-2001), 1943 von Erlangen nach Tübingen als außerordentlicher Professor für historische Hilfswissenschaften und Landesgeschichte berufen. Herding konnte bereits eine Reihe wichtiger Projekte erfolgreich durchführen und eine bedeutende Zahl einschlägiger Dissertationen betreuen. Aus der Beschäftigung mit der südwestdeutschen Landesgeschichte gingen seine bahnbrechenden Forschungen zum deutschen und europäischen Humanismus hervor. 1955 wurde er nach Münster berufen.

Prof. Dr. Hansmartin Decker-Hauff

Auf Otto Herding folgte Prof. Dr. Hansmartin Decker-Hauff (1917-1992), der das Institut bis zu seiner Pensionierung 1982 leitete, und es - nicht zuletzt mit der Hilfe tatkräftiger Assistenten - in hohem Flor gehalten hat. Neben seiner Arbeit in Lehre und Forschung verstand es Decker-Hauff in besonderem Maße, einer breiteren Öffentlichkeit wissenschaftliche Ergebnisse und Erkenntnisse zu vermitteln und so nicht nur das Institut sondern auch dessen Fächer über die Universität hinaus im Bewußtsein weitester Kreise zu verankern. Neben der schon von Herding gepflegten Historiographie setzte er mit Hilfe von über 70 promovierten Wissenschaftlern gewichtige Akzente auf zahlreichen Feldern von Landeskunde und Hilfswissenschaften. Ein besonders wichtiges Beispiel bietet dafür die kirchliche Institutionengeschichte, die neben den Benediktinern auch andere Orden berücksichtigte. Zentrales Anliegen war Decker-Hauff zudem die Aufhellung der Tübinger Universitätsgeschichte. Mit seinem Engagement maßgeblich verbunden ist die Gründung zweier noch heute blühender Reihen: "Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde" (seit 1963) und "Contubernium, Tübinger Beiträge zur Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte" (seit 1971).

Prof. Dr. Dieter Mertens

Als dritter Institutsdirektor trat 1984 Prof. Dr. Dieter Mertens (geb. 1940) seinen Dienst an. Als Schüler von Herding war er sowohl der Erforschung des Humanismus verpflichtet als auch - wie nicht nur seine Arbeiten zur Frühgeschichte von Haus und Herrschaft Württemberg zeigen - der südwestdeutschen Landeskunde. So gehört zu seinen bleibenden Verdiensten der richtungsweisende Artikel "Württemberg" im Handbuch der baden-württembergischen Geschichte, mit dem er die Arbeit des Instituts auch für die Zeit nach seinem Wechsel 1991 an die Universität Freiburg weiter prägte.

Prof. Dr. Sönke Lorenz

Seit 1991 leitet Prof. Dr. Sönke Lorenz (geb. 1944) das Institut. Den bereits angesprochenen Forschungsfeldern fügte er das der Geschichte der Hexenverfolgung hinzu. Diesem Interesse entsprang eine weitere vom Institut betreute Reihe, die von einem internationalen und interdisziplinären Kreis von Wissenschaftlern herausgegebene Reihe "Hexenforschung" (seit 1995). Aus dem bildungs- und wissenschaftsgeschichtlichen Interesse von Lorenz erwuchs die Beteiligung an dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Graduiertenkolleg "Ars und Scientia im Mittelalter und in der frühen Neuzeit", das 1996 eingerichtet und mittlerweile zum zweiten Mal verlängert wurde. Wie seinerzeit Mertens fungiert jetzt auch Lorenz als Mitherausgeber der Reihe "Contubernium" und der "Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde". Darüber hinaus ergänzen zwei weitere Schriftenreihen die Publikationstätigkeit des Instituts: "Gemeinde im Wandel" und "Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte".

Im Jahr 1997 wurde aus dem Kreis der vielen Freunde und Schüler des Instituts der "Verein der Freunde und Förderer des Instituts für Geschichtliche Landeskunde und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Tübingen e.V." gegründet. 2004 konnte das Institut sein 50jähriges Bestehen feiern.

 

Prof. Dr. Sigrid Hirbodian

Seit dem Wintersemester 2011/12 ist Prof. Dr. Sigrid Hirbodian Direktorin des Instituts.