MA Hilfswissenschaften

Master-Studiengang (M.A.) Geschichtswissenschaften /
Historische Hilfswissenschaften

 

Ziel des Studiengangs

Das Historische Seminar der Universität Tübingen pflegt seit jeher die enge Verbindung von Forschung und Lehre. Den Historischen Hilfswissenschaften als unverzichtbaren „Werkzeugen des Historikers“ kommt dabei traditionsgemäß ein besonderer Stellenwert zu. Hier werden bereits im Studium die technischen Seiten der Geschichtswissenschaft behandelt. Es geht (1.) insbesondere um die Recherche, Aufarbeitung und wissenschaftliche Auswertung ungedruckter Quellen (vor allem Paläographie, Urkunden- und Aktenlehre), (2.) um die Recherche, Aufarbeitung und wissenschaftliche Auswertung von Sachüberresten (Münzen, Wappen, Siegeln etc.), (3.) um den Einsatz moderner statistischer Verfahren / Datenanalyse in der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und (4.) um die interdisziplinäre Erforschung der Grundgegebenheiten der Geschichte: Raum (historische Geographie), Zeit (Chronologie) und menschliche Abstammungsverhältnisse (Genealogie). 

Der Masterstudiengang Geschichtswissenschaften mit dem Schwerpunkt Historische Hilfswissenschaften soll die Kompetenz vermitteln, die Historischen Hilfswissenschaften im Rahmen der allgemeinen historischen Forschung gewinnbringend einzusetzen und weiterzuentwickeln. Der Weg kann dann über das Promotionsstudium in die wissenschaftliche Laufbahn des Historikers münden.

Die Historischen Hilfswissenschaften werden aber nicht nur an den Universitäten, sondern unter etwas anderen Vorzeichen auch in der Praxis der Archive und Bibliotheken wie der Museen und anderer Kultureinrichtungen eingesetzt und weiterentwickelt. Der Studiengang strebt deshalb eine enge Vernetzung mit dieser Praxis an und gestaltet sich vom Profil her insgesamt „stärker anwendungsorientiert“.

Wird neben der herausragenden Bedeutung wissenschaftlicher Arbeit in Tübingen in allen Studiengängen ein großer Wert auf den Bezug zur späteren außeruniversitären beruflichen Praxis und zur Öffentlichkeitsarbeit gelegt, so ermöglicht dies der Masterstudiengang Historische Hilfswissenschaften in besonders hohem Maße.

Für die Laufbahn außerhalb der Universität werden Kompetenzen erworben, die eine wissenschaftlich-fachkundliche Tätigkeit im öffentlichen Kulturbetrieb ermöglichen sollen, ebenso im wirtschaftlichen Bereich überall dort, wo die Aufarbeitung von Wissen, seine Präsentation aber auch seine institutionelle Bewahrung (Archivierung) gefordert sind. 

Studienstruktur und Studiendauer

Der Masterstudiengang umfasst 2 Jahre, also 4 Semester. Es sind insgesamt 120 Leistungspunkte nachzuweisen. Davon entfallen auf die Pflichtmodule 75, auf die Wahlpflichtmodule 45 Leistungspunkte.

Drei Semester finden an der Universität statt. Dabei sorgen neben dem hauptberuflichen Personal ausgewiesene auswärtige Fachleute als Lehrbeauftragte bereits für den Kontakt zu nichtuniversitären Einrichtungen.

Das Praxissemester beinhaltet ein Praktikum von mindestens 12 Wochen. Es findet zu mindestens 6 Wochen an einem Archiv statt. Maximal 6 Wochen können darüber hinaus an einer Bibliothek oder einer anderen Einrichtung abgeleistet werden, die Historische Hilfswissenschaften anwendet.

Zugangsvoraussetzungen

Der Masterstudiengang ist ein konsekutiver Studiengang. Er setzt den erfolgreichen Abschluss eines geschichtswissenschaftlichen Studiums (in der Regel BA oder Staatsexamen) voraus. Die Zugangsvoraussetzungen sind in der Prüfungsordnung des Masterstudiengangs geregelt, dazu gehören als Fremdsprachen Latein, Englisch und Französisch. Grundkenntnisse in mittelalterlicher (lateinischer) und neuzeitlicher (in der Regel deutscher) Paläographie sind weitere unabdingbare Voraussetzungen.

 

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unbedingt der Prüfungsordnung für die Bachelor- und Master-Studiengänge (ab WS 07/08) auf den Seiten des Historischen Seminars. Die Auskünfte dieser Seite sind nicht rechtsverbindlich!

Rechtsverbindliche Auskünfte erteilt das Dekanat der Fakultät für Philosophie und Geschichte / Geschäftsstelle und Prüfungsamt Geschichte.