Tobias Grüßing

Anschrift 

Fachbereich Geschichtswissenschaft

Seminar für mittelalterliche Geschichte

Wilhelmstraße 36

72074 Tübingen



E-Mailtobias.gruessing[at]student.uni-tuebingen.de

 

 

 

 

 

Akademischer Werdegang

2007–2014

Studium der Fächer Latein und Geschichte (Staatsexamen) an der Universität Tübingen

2009–2014Tutor für Dr. Stefan Priwitzer (Seminar für Alte Geschichte)
2011–2012Mentor des Seminars für Alte Geschichte im Rahmen des ESIT-Programms
2014Staatsexamen in den Fächern Geschichte und Latein (Zulassungsarbeit: "Die Auswirkungen der konstantinischen Religionspolitik auf die Herrscherlegitimation")
Seit 10/2014Promotionsstudium an der Universität Tübingen

 

 

Adel und Herrschaft im ottonischen Ostfrankenreich nach der lehnsgeschichtlichen Wende

Diese Arbeit untersucht den Platz des 10. Jhs. in der Geschichte des Lehnswesens in Europa, speziell für die Gebiete des ottonisch regierten ostfränkischen Reiches. Ziel ist es zu klären, wie die Herrschaft im Ostfrankenreich des 10. Jhs. funktionierte, ob das Lehnswesen als Erklärungsmodell zum Verstehen der damaligen Gesellschaft beiträgt und welche alternativen Modelle dafür geeignet sein könnten.

Die seit den 90er Jahren des 20. Jhs. intensiv geführte Debatte über die Entstehung des Lehnswesens im Mittelalter hat bisher keinen allgemeinen Konsens gefunden. Momentan richtet sich der Blick der Mediävisten vor allem auf das 12. Jahrhundert, das eine zentrale Rolle in der Entwicklung des Lehnswesens einnimmt, während zuvor das 8./9. Jh. im Fokus der Debatte stand. Das 10. Jh. und sein Beitrag zur Entwicklung des Lehnswesens ist im Verlauf dieser Debatte bisher nicht ausreichend untersucht worden. Erklärungsbedürftig bleibt, auf welcher Grundlage im 12. Jh. in verschiedenen Regionen Europas zeitgleich unterschiedliche Ausprägungen des Lehnswesens zu finden sind.

Dazu sollen die überlieferten Schriftquellen des Forschungsgebietes und -zeitraums umfassend auf die Art des Verhältnisses zwischen Landvergabe und personalen Bindungen untersucht werden. Ziel ist es, die zeitgenössischen Schriftquellen, in denen von Landvergabe und personalen Bindungen die Rede ist, mit dem System des Lehnswesens abzugleichen und einer kritischen Analyse zu unterziehen. Bei diesen Quellen handelt es sich um die Königsurkunden und Privaturkunden sowie um die hagiographischen und historiographischen Quellen der Zeit .

Neben den Schriftquellen sollen auch die Erkenntnisse anderer historischer Forschungszweige sowie anderer Disziplinen herangezogen werden. Insbesondere im Bereich des Burgenbaus sind die Ergebnisse archäologischer Forschungen wertvoll, da sie im Falle eines verstärkten bzw. qualitativ fortschrittlicheren Aufkommens von Burgen zu der Zeit auf einen Wandel in der Funktion und im Selbstverständnis des Adels  schließen lassen. Darüber hinaus bietet der Blick auf andere Regionen Europas zu der Zeit die Chance, Gemeinsamkeiten sowie Besonderheiten des ottonischen Ostfrankenreiches zu identifizieren.