Drittmittelprojekt

Die Anfänge der Osteuropa-Forschung an der Universität Tübingen. Die Geschichte des Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde während der Amtszeit des Gründungsdirektors Werner Markert (1953-1965)

Projekt im Rahmen der Förderung des Rektorats der Universität Tübingen, 2016-2017

 

Projektbearbeiter: Thorsten Zachary

Ziel des Projektes ist es, die Geschichte des Tübinger Instituts für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde von seiner Einrichtung im Jahr 1953 bis zum Tod des Gründungsdirektors Werner Markert 1965 zu erforschen. Diese Geschichte bezieht sich nicht nur auf das Institut selbst, sondern auch auf die bis 1974 existierende Arbeitsgemeinschaft für Osteuropaforschung (AfO), die der Gründungsdirektor Prof. Dr. Werner Markert bei seiner Berufung als eine gegenwartsbezogene Forschungseinrichtung aus Göttingen nach Tübingen „mitbrachte“ und gleichfalls leitete. In einem ersten Schritt soll das wissenschaftliche, politische und militärische Wirken des Osteuropahistorikers Werner Markert bis zu seiner Berufung nach Tübingen genau rekonstruiert werden. Dabei gilt es, mehr über seine Aktivitäten seit den 1930er Jahren, seine Haltung zur nationalsozialistischen Ideologie und seine Tätigkeit während des Zweiten Weltkriegs in Erfahrung zu bringen sowie darüber hinaus seine Entnazifizierung und seinen weiteren Werdegang in der Nachkriegszeit eingehender zu beschreiben. Mit den gewonnenen Erkenntnisse sollen dann in einem zweiten Schritt die Forschungsaktivitäten und personelle Konstellationen am Tübinger Institut und der AfO einer genauen Prüfung unterzogen werden, um nachzuvollziehen, in welchem Umfang die Netzwerke, die Markert seit den 1930er Jahren geknüpft hatte, den Aufbau des Tübinger Instituts und damit die Entstehung der Osteuropa-Forschung an der Universität Tübingen prägten.

Das Projekt verfolgt drei Forschungsziele: 

 

  1. Es will einen Beitrag zur Universitätsgeschichte leisten, indem die Anfänge der Osteuropaforschung in Tübingen umfassend aufgearbeitet und damit problematische Aspekte Tübinger Universitätsgeschichte bewältigt werden.
  2.  

  3. Das Projekt soll aufschlussreiche Befunde zur Wissenschaftsgeschichte des Kalten Kriegs erbringen und sich damit in größere Forschungskontexte einschreiben. Es soll ggf. auch der Vorbereitung weiterer Drittmittelprojekte zu Aspekten von Wissenschaftsgeschichte im Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg dienen. 
  4.  

  5. Die Erforschung der Provenienz bestimmter Materialien (Bücher, Karten), die im Besitz des Instituts sind. Falls es sich herausstellt, dass es sich bei diesen um NS-Raubgut handelt, soll eine Restitution vorbereitet werden.