Akademische Glückserfahrung der Medienwissenschaft

Das Gründungsfest des Instituts für Medienwissenschaft lockt mehr als 700 Besucher

 
Von Stefan Kühlborn


„So voll wie selten zuvor“, sah Bernd Engler, der Rektor der Eberhard Karls Universität in Tübingen den Festsaal der Neuen Aula. Vom Podium aus blickte er während seiner Begrüßungsrede in die Gesichter von über 700 Gästen, die zur Gründungsfeier des Instituts für Medienwissenschaft gekommen waren, darunter Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer. Seit Oktober 2010 ist die Tübinger Medienwissenschaft, die zuvor dem Deutschen Seminar unterstellt war, in einem eigenen Institut organisiert. Engler bezeichnete dies als einen „notwendigen Schritt in die Zukunft“. Mit den drei neuen Professuren sei Tübingen gut gerüstet, um „der Standort für Medienwissenschaft in Baden-Württemberg zu werden“. Vor allem die Kooperation mit dem SWR biete den über vierhundert Studierenden, laut Engler, einen intensiven Praxisbezug. Bernhard Pörksen, Geschäftsführender Direktor des neuen Instituts, bezeichnete die Verbindung von Theorie und Praxis gar als „Leitlinie der Tübinger Medienwissenschaft“. In seiner Begrüßungsrede dankte der Professor allen Beteiligten, die am „Gemeinschaftsakt Institutsgründung“ beteiligt waren und verdeutlichte, dass diese Gründung als mehr als ein rein formaler Akt verstanden werden sollte: „Es ist eine Gestaltungschance und eine akademische Glückserfahrung für alle Beteiligten.“

Insgesamt beheimatet das neugegründete Institut für Medienwissenschaft vier Professoren. Bis auf Jürg Häusermann, der seit mehr als fünfzehn Jahren an der Eberhard Karls Universität lehrt, fanden alle seine Kollegen erst in den beiden letzten Jahren den Weg nach Tübingen. In Form von kurzen Antrittsreden stellten Susanne Marschall, Bernhard Pörksen und Guido Zurstiege ihre Arbeit in Tübingen vor.  Die Vorstellung der neuen Kollegen übernahm zuvor Häusermann, der feststellte, dass es „viel zu entdecken“ gebe. Mit Vorträgen über Filmtheorie (Marschall), Skandalisierung im digitalen Zeitalter (Pörksen) und Werbeforschung (Zurstiege) gewährten die neuen Tübinger Medienwissenschaftler dann auch interessante Einblicke in ihre Forschung. Der festliche Rahmen der Veranstaltung endete mit Ausschnitten eines Films, den die Master-Studierenden aus Anlass der Institutsgründung gedreht hatten und der von den Anwesenden mit viel Applaus bedacht wurde. Zum Abschluss lud das neue Institut zur Feier ins Foyer, wo bei Büffet und musikalischer Untermalung des Bläseroktetts nACHTmusik, die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch bestand.


Stefan Kühlborn ist Student der Medienwissenschaft.

Den Flyer zur Gründungsfeier finden Sie hier.