Institut für Medienwissenschaft

Das Institut für Medienwissenschaft


Trailer


Berufsperspektiven


Die Studierenden des Masterstudiengangs

Bericht über die Gründungsfeier

Vom Zuhören zum Senden

Der Lehrstuhl für Medienanalyse und Medienproduktion

Studentinnen und Studenten sitzen in Abhörräumen. Aus dem Lautsprecher tönen jeweils nur ein paar Sekunden lang Alltagsgeräusche – eine Motorsäge, eine Registrierkasse, ein Stück Kreide auf der Wandtafel... Ihre Aufgabe ist es, das jeweilige Geräusch in präzisen Worten zu beschreiben. Das ist nicht einfach. Um alle Aspekte zu erfassen, spielen sie die Aufnahme Dutzende von Malen ab.

Im Arbeitsbereich Medienanalyse/Medienproduktion wird oft genau an diesem Punkt angesetzt: bei der genauen Beschreibung einer Schallsequenz. Der Schwerpunkt liegt aber auf komplexeren Produktionen – aktuellen radiojournalistischen Beiträgen, Features, Reportagen. Die Art, wie sie gemacht sind, führt zur Frage, wie sie in die öffentliche Kommunikation eingreifen und welche Formen das Medium Radio geprägt haben, das lange Zeit das wichtigste elektronische Massenmedium war.

Ein Schwerpunkt der Analyse liegt naturgemäß auf der sprachlichen Gestaltung: Was unterscheidet die Sprache dieses Mediums von der Sprache der Print- und Bildmedien? Wie wird ein Mensch angesprochen, gefesselt, überzeugt, der "nur" zuhört und keine Bildinformation zur Unterstützung hat? Damit verbinden sich medienspezifische mit medienübergreifenden Fragestellungen, Mediengeschichte und Medienrhetorik. Und die Studierenden setzen die Antworten in ihrer praktischen Arbeit um – in Seminaren, im Uni-Radio und, in Kooperation mit Hochschulen aus ganz Europa, in der internationalen Sendung "MicroEuropa".

Wie bewegte Bilder dramaturgisch und ästhetisch gestaltet werden

Der Lehrstuhl für Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen

Im Zentrum der Arbeit am Lehrstuhl für Audiovisuelle Medien, Film und Fernsehen stehen neben Medientheorie und Mediengeschichte vor allem die vielfältigen dramaturgischen und formal-ästhetischen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Inszenierung von bewegten Bildern. Der Gegenstandsbereich der Analyse reicht vom traditionell erzählten Kinofilm bis zur 3D-Animation, von der Fernsehreportage bis zum Handy-Video. Ein besonderes Forschungsinteresse gilt der Bedeutung von Licht und Farbe auf der Leinwand in ihren kunst- und kulturwissenschaftlichen, aber auch materialästhetischen und technologischen Dimensionen. Doch nicht nur auf diesem Gebiet hat die Digitalisierung der ehemals analogen Produktions- und Distributionstechnik zu einem fundamentalen Paradigmenwechsel geführt. Auch die Rezeptionsbedingungen filmischer Erzählungen haben sich im Zuge der Medienkonvergenz grundlegend gewandelt. So stehen Filmkünstler, Dokumentarfilmer und Fernsehjournalisten gegenwärtig einem globalen Publikum gegenüber, dessen Filmverstehen auf kulturell heterogene oder transkulturelle Kontexte rekurriert, die äußerst schwer zu erforschen sind. Das kreative und gesellschaftspolitisch konstruktive Potential dieser globalisierten Medienkommunikation ist – im doppelten Wortsinne – ebenso wenig zu übersehen wie deren ethische und rechtliche Gefahr. Die Forschungsthemen, die am Lehrstuhl bearbeitet werden, reflektieren die dargestellten komplexen Zusammenhänge anhand ausgewählter Beispiele des europäischen (Schwerpunkte Italien, Spanien und Frankreich), asiatischen (Schwerpunkte Indien und China) oder amerikanischen Kinos, des internationalen Fernsehens, der Verbreitung von Filmen im Internet sowie den intermedialen Differenzen der Künste. Dabei berücksichtigen Lehre und Forschung nicht nur die aktuellen Theoriediskurse - wie Cultural Studies, Neuro- und Kognitionswissenschaft und andere -, sondern auch die medienpraktischen Anwendungsbereiche sowie die aus dem Medienwandel resultierenden neuen Berufsbilder. Letzteres geschieht in enger Kooperation mit dem zum Lehrstuhl gehörenden Kompetenz Zentrum Medien.

Die Medialisierung der menschlichen Lebenssphären im Fokus

Der Lehrstuhl für Print- und Onlinemedien

Der Lehrstuhl für Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Print- und Onlinemedien positioniert sich an der Schnittstelle von Wissenschaft und Anwendung, von Medientheorie und Medienpraxis. Folgender, notwendig stark ausschnitthafter Katalog an Themen und Projekten umschreibt die aktuellen Arbeiten der Abteilung: In Lehrforschungsprojekten entstehen Bücher mit Studierenden – aktuell etwa zur Ökonomie der Aufmerksamkeit und zu Casting-Formaten. Diese haben auch den Zweck, einen universitätsfähigen Praxisbegriff zu entwickeln und neuartige Formen der Didaktik zu erproben. In einer eigenen Buchreihe mit dem Titel „Systemische Horizonte. Theorie der Praxis“ und diversen weiteren Publikationen werden die Anwendungseffekte des Konstruktivismus und der Systemtheorie untersucht. Diese Arbeiten liefern die Grundlage für eine weiter reichende Auseinandersetzung mit Theoriekarrieren und Formen der Theoriediffusion, die in den nächsten Jahren erfolgen soll. Aktuelle Forschungsprojekte des Teams behandeln den Strukturwandel der Prominenz unter den neuen Medienbedingungen, Skandalisierungsprozesse in Online-Medien, Formen der Kommunikation mit gesellschaftsverändernden Zielen, der Communication for Social Change. Ausgangspunkt dieser Arbeiten ist der Versuch, zur Selbstaufklärung der Mediengesellschaft beizutragen und die Effekte der Medialisierung aller Lebenssphären zu dokumentieren und zu analysieren.

Neue Medien aus anthropologischer und historischer Perspektive

Der Lehrstuhl für Medieninnovation und Medienwandel

Medien können ganz elementar als Mittel der kulturellen und gesellschaftlichen (Selbst-) Verständigung begriffen werden. Sie sind damit ein medienanthropologisches Grunddatum, das uns seit der Höhlenmalerei bis hin zu den neuesten Webanwendungen oder Online Games begleitet. Mit der zunehmenden Medialisierung der Gesellschaft prägen vor allem die Neuen Medien die spezifischen Weisen unseres Erlebens und In-der-Welt-Seins. Im Arbeitsbereich Medieninnovation/Medienwandel wird in philosophischer, kulturtheoretischer und auch psychologischer Sicht nach dem Einfluss gefragt, den Medien in moderner Gestalt sowie in geschichtlicher Entwicklung für das kulturelle und soziale Selbstverständnis haben. Damit werden insbesondere die Darstellungs- und Ausdrucksfunktionen der Medien in ihrer immer schon multimodalen Verfasstheit betrachtet.Ein Schwerpunkt der Beschäftigung des Lehrstuhls liegt dabei auf den Game Studies. Computerspiele sind zu einem der wichtigsten Medien innerhalb der gegenwärtigen Medienkultur avanciert, deren virtuelle Welten wesentlich zur Sozialisation von Kindern und Jugendlichen im Kontext einer zunehmenden technischen wie kulturellen Medienkonvergenz, Mediatisierung des Alltags und Dominanz von transmedialen Angebotskonstellationen beitragen.

Wie Medienangebote unseren Alltag und unsere Vorstellungswelt prägen

Der Lehrstuhl für Empirische Medienforschung

Ziel der Forschungs- und Vermittlungsarbeit am Lehrstuhl für Empirische Medienforschung ist es, ein solides Fundament zu legen, auf dessen Grundlage sich die Voraussetzungen und Folgen medienvermittelter Kommunikation besser verstehen und deren kulturelle Tragweite besser einschätzen lassen. In enger Verschränkung von Theoriebildung und empirischer Forschung stehen dabei drei inhaltliche Schwerpunkte im besonderen Fokus:

1) Die systematische Analyse von Public Relations und Werbung


Trotz des großen Beratungsbedarfs von Seiten der Praxis und des ebenso großen Vermittlungsbedarfs von Seiten der Studierenden ist eine solche Schwerpunktsetzung in der deutschsprachigen Medien- und Kommunikationswissenschaft bisher die Ausnahme. Die Beschäftigung mit solchen Formen der strategischen Kommunikation bietet nicht nur zahlreiche Anknüpfungspunkte zu der renommierten Tübinger Rhetorik-Tradition, sondern besitzt darüber hinaus für die Praxis ebenso wie für die Studierenden hohe Strahlkraft.


2) Die Beschäftigung mit Digitalen Medien

Der Fokus der Forschungs- und Vermittlungsarbeit am Lehrstuhl für Empirische Medienforschung liegt dabei auf der Analyse konvergierender Medienangebote in digitalen Medien, mit denen die Kommunikationspraxis auf die immer engere Zusammenführung von Werbung, Public Relations und redaktionell betreuten Angeboten hinsteuert. Die systematische Begleitung und Analyse dieses Prozesses besitzt hohe praktische Relevanz und liefert darüber hinaus in sehr grundlegender Weise wichtige Einsichten zur Beurteilung der Funktionstauglichkeit unseres Mediensystems.

3) Die Rezeptions- und Wirkungsforschung


Bei der Rezeptions- und Wirkungsforschung geht es um die Frage, wie und mit welchen Folgen Medienangebote ausgewählt, genutzt, verarbeitet und dann in den Alltag und die Vorstellungswelt von Rezipienten integriert werden. Die Rezeptions- und Wirkungsforschung bildet damit gewissermaßen das Herzstück der medien- und kommunikationswissenschaftlichen Forschung und nimmt daher auch in der Forschungs- und Vermittlungsarbeit des Lehrstuhls für Empirische Medienforschung breiten Raum ein.