Profil

Allgemeine Didaktik zählt zu den ältesten pädagogischen Disziplinen, die mindestens bis zu Johann Amos Comenius zurückreicht. Infolgedessen kann sie auf eine breite Tradition und auf ein großes Erkenntnisspektrum zurückblicken. Vor diesem Hintergrund überrascht es, dass es derzeit kein Periodikum gibt, indem die neuesten Erkenntnisse aus dem Bereich der Allgemeinen Didaktik gesammelt und präsentiert werden. Dies ist beispielsweise für viele noch so kleine erziehungswissenschaftliche Teildisziplinen der Fall und stellt somit ein disziplinäres Desiderat der Allgemeinen Didaktik dar. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Allgemeine Didaktik im Fachdiskurs ins Hintertreffen geraten ist und an den Rand gedrängt wurde. Nicht zuletzt deswegen steht Allgemeine Didaktik gegenwärtig in der Diskussion. Sie wird von kritischen Stimmen bereits zum Niedergang verurteilt und disziplinäre Nachfolger werden genannt. Allerdings lassen sich auch zahlreiche Stimmen finden, die gute Gründe für einen Erhalt und eine Weiterentwicklung der Allgemeinen Didaktik benennen. Diesen Stimmen soll ein wissenschaftliches Forum zur disziplinären Selbstbestimmung und Weiterentwicklung in Form eines Jahrbuches angeboten werden. Dabei sollen neben den derzeit dominierenden empirischen Zugangsweisen auch historische, normativ-diskursive und geisteswissenschaftlich-orientierte Ansätze aufgegriffen werden. Diese Setzung wird getragen von der Auffassung, dass aus epistemologischer Sicht kein Erkenntniszugang im Vergleich zu anderen herausgehoben ist, sondern dass jeder einzelne Erkenntniszugang wichtig ist. Erst die Summe aller möglichen Erkenntniszugänge kann es schaffen, umfassende Erkenntnisfortschritte zu erzielen. Dies gilt besonders für die Allgemeine Didaktik, die noch dazu interdisziplinär aufgestellt ist: Allgemeindidaktische Fragestellungen sind dadurch ausgezeichnet, dass sie von Ergebnissen zahlreicher Nachbardisziplinen und Bezugswissenschaften der Pädagogik beeinflusst werden und deren Berücksichtigung zu ihrer Lösung erforderlich ist.

Das neu gegründete „Jahrbuch für Allgemeine Didaktik“ (JfAD) setzt sich das Ziel, ein solches Forum zu sein. Es will einen klaren Akzent setzen, Allgemeine Didaktik als Disziplin erhalten, weiterentwickeln und verstärkt eine internationale Anschlussfähigkeit herstellen. Insofern liegt ein methodenübergreifendes, interdisziplinäres und international ausgerichtetes Leitbild zugrunde. Inhaltlich werden für jeden Jahrgang Schwerpunktthemen festgelegt. Ergänzt werden diese durch einen allgemeinen Teil, Besprechungen sowie Hinweise zu den wichtigsten Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Allgemeinen Didaktik.

Das „Jahrbuch für Allgemeine Didaktik“ (JfAD) ist ein Periodikum mit double-blind Peer-Review-Verfahren und veröffentlicht nur Originalbeiträge in deutscher und englischer Sprache. Jedes Jahrbuch wird von einem Redaktionsteam betreut. Manuskripte und Rezensionsangebote sind elektronisch zu senden an den geschäftsführenden Herausgeber
Prof. Dr. Klaus Zierer
Dorthe Lamers (Assistenz)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Institut für Pädagogik
Ammerländer Heerstr. 114-118
26129 Oldenburg
E-Mail: KlausZierer(at)gmx.de.

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Hinweise zu den geplanten Schwerpunktthemen finden Sie hier.