Inhaltliche Übersicht
Digitale Medien können Lehr-Lern-Prozesse in vielerlei Hinsicht
unterstützen. Klassische Settings können durch eine Vielzahl
von multimedialen Präsentationsformaten und telemedialen Kommunikationsszenarien
erweitert werden. Darüber hinaus lassen sich neue didaktische
Szenarien realisieren wie kooperatives forschendes Lernen, problemorientiertes
Lernen oder Lernen durch Erstellung von Hypervideos. In formalen
Lernsettings wird jedoch das Potential medienunterstützten
Lernens bei weitem nicht ausgenutzt. Dies ist nur zum Teil strukturell
begründet, etwa durch fehlende finanzielle Mittel. Weitere
Hindernisse liegen in den Charakteristika der Forschung, deren Ergebnisse
auf einen verbesserten Einsatz digitaler Medien in Lehr-Lern-Prozessen
abzielen. Unserer Meinung nach gibt es drei wesentliche Gründe
für diese Situation:
- Einen Mangel an Interdisziplinarität in psychologischen,
erziehungswissenschaftlichen und lerntechnologischen Forschungsansätzen;
- geringe Rezeption von Praxisproblemen seitens der Forschung;
- mangelnde Bezüge zu konzeptuellen Rahmenmodellen des Lehrens
und Lernens sowie zu Kompetenzmodellen von Lehrenden und Lernenden.
Dies reduziert die Möglichkeiten, Forschungsergebnisse aufeinander
aufzubauen und Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen.
In unserem Ansatz verbinden wir in jedem der Projekte psychologische,
erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Expertise und kombinieren
dadurch in einer breiteren interdisziplinären Perspektive die
jeweiligen Stärken. Zweitens beabsichtigen wir, eine bessere
Rezeption der Praxisbedingungen zu erreichen, indem wir nutzeninspirierten
Forschungsfragen nachgehen und dabei sowohl eine gesteigerte externe
Validität als auch die Einhaltung methodischer Standards empirischer
Forschung gewährleisten. Drittens stellen die Projekte direkte
Bezüge zu bestehenden konzeptionellen Rahmenmodellen des Lehrens
und Lernens (wie dem PISA-Modell) her und beziehen sich, wo immer
möglich, auf weitere Standards und Modelle, um für die
Ergebnisse in Forschung und Praxis Anschlussfähigkeit zu schaffen.
Die Projekte konzentrieren sich auf der einen Seite auf das Verhältnis
von Lernvoraussetzungen, Lernprozessen und Instruktion und auf der
anderen Seite auf die Analyse und Förderung von Lehrexpertise
unter verschiedenen instruktionalen und institutionellen Kontexten.
Dadurch zielen wir auf einen umfassenderen Ansatz des Lehrens und
Lernens mit digitalen Medien ab.
Die Forschergruppe wird gefördert durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG).
Beteiligte Forschungseinrichtungen:
Institut
für Erziehungswissenschaft, Universität Tübingen
Psychologisches
Institut, Universität Tübingen
Institut für
Wissensmedien, Tübingen
Lehrstuhl für
Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie, Universität
München
Sprecher:
Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse
Psychologisches Institut, Universität Tübingen
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