Das CIN – erfolgreich in der Exzellenzinitiative
Das Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN) zur Erforschung von Hirnfunktionen war in der Förderlinie „Exzellenzcluster“ der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 2007 und 2012 erfolgreich. Der Tübinger Exzellenzcluster wurde im Dezember 2008 offiziell eröffnet und wird nun zum zweiten Mal im Rahmen der Exzellenzinitiative von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
In den integrativen Neurowissenschaften wird untersucht, wie Nervenzellen in kompliziert vernetzter Zusammenarbeit ein breites Spektrum unterschiedlicher Hirnfunktionen hervorbringen. Von der genetischen Basis bis hin zur Funktionsverarbeitung in neuronalen Netzen erforschen die Wissenschaftler des CIN, wie das Gehirn Wahrnehmung, Gedächtnis, Kommunikation und aktives Handeln ermöglicht. Ein besseres Verständnis der Hirnfunktionen und ihrer Störungen soll in neue Ansätze für Therapien und technische Anwendungen münden, die Patienten mit sensorischen Defiziten oder Hirnkrankheiten zugutekommen.
Vielzahl von Partnern im Verbund
Das CIN besteht aus Arbeitsgruppen von sechs Fakultäten der Universität und arbeitet im Verbund mit dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, dem Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart sowie einer Vielzahl interner und externer Partner. Geleitet wird es von Prof. Dr. Hans-Peter Thier von der Neurologischen Universitätsklinik.
Nachdem in der ersten Förderperiode alle Stellen mit hochkarätigen Wissenschaftlern besetzt werden konnten, gehören zum interdisziplinären Stammpersonal des CIN heute 20 Gruppenleiterinnen- und – leiter, darunter fünf Professoren, 13 Nachwuchswissenschaftler und ein Seniorprofessor sowie deren Mitarbeiter. Insgesamt wurden rund 200 Stellen in der Wissenschaft neu geschaffen.
Wissenschaftlicher Nachwuchs in den Neurowissenschaften
Für den wissenschaftlichen Nachwuchs gibt es unter dem Dach des CIN zwei inhaltlich komplementäre Graduate Schools sowie ein integriertes Graduiertenkolleg, die sich der Ausbildung von internationalen Studenten und Doktoranden in den Neurowissenschaften widmen:
- die Graduate School of Neural and Behavioural Sciences/International Max-Planck-Research School
- Graduate School of Cellular und Molecular Neuroscience
Ergänzt werden sie durch das „Schülerlabor Neurowissenschaft“, dessen Ziel es ist, talentierte junge Menschen für ein naturwissenschaftliches Studium mit neurowissenschaftlichem Schwerpunkt zu begeistern.
In unmittelbarer Nähe zum Hertie-Institut für klinische Hirnforschung wird ein Forschungsneubau die neuen Professuren und Juniorgruppen sowie die Erweiterung des Hertie-Instituts um einen weiteren Lehrstuhl aufnehmen. Der Forschungsneubau wurde in einem bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb zur Förderung ausgewählt.
Der Namensgeber des CIN
Das CIN trägt den Namen Werner Reichardts, des 1992 verstorbenen Gründungsdirektors des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen, dessen Verbindung theoretischer und experimenteller Ansätze in der Analyse des Sehsystems von Insekten die Entwicklung der Neurowissenschaften in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich geprägt hat.
Kontakt
Geschäftsstelle des Werner Reichardt Centrums für Integrative Neurowissenschaften
Paul-Ehrlich-Straße 17
72076 Tübingen
T. 0 70 71/29-89183
Fax 0 70 71/29-4697
E-Mail cin [at] uni-tuebingen.de
Film über das CIN von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

