Die Literatur europäischer MigrantInnen in Skandinavien
Mein Dissertationsprojekt befasst sich mit der so genannten Migrantenliteratur
aus Skandinavien. Besonders in Skandinavien existiert eine deutliche
Forschungslücke zu diesem Thema, während der Aspekt
Gender in der Untersuchung dieser Migrantenliteratur
kaum berücksichtigt wird. In diesem Hinblick sollte die Literatur
verschiedener Migrantinnen erster Generation in Skandinavien untersucht
werden.
Im Laufe der Arbeit hat sich herausgestellt, dass es nicht reicht,
sich nur auf das weibliche Schreiben zu konzentrieren,
um den Aspekt Gender sichtbar zu machen, um der Komplexität
der Texte gerecht zu werden. Zudem erwies sich wegen der thematischen
Heterogenität dieser Literatur eine geographische Eingrenzung
der zu behandelnden Texte als notwendig. In diesem Fall sind es
Werke osteuropäischstämmiger Autoren, wie Janina Katz
aus Polen in Dänemark, Theodor Kallifatides aus Griechenland
in Schweden und Michael Konupek aus der ehemaligen Tschechoslowakei
in Norwegen. Dadurch erhält auch die Analyse der ausgewählten
Texte einen festen Rahmen und verleiht dem Projekt Einheit. Da
bislang in der literaturwissenschaftlichen Migrationsforschung
nur die Literatur asiatischstämmiger AutorInnen erster oder
zweiter Generation untersucht wurde, eröffnet mein Projekt
ein neues Forschungsfeld. Darüber hinaus gehören in
den skandinavischen Ländern die Texte osteuropäischer
AutorInnen zu den meistgelesenen und auch am häufigsten ausgezeichneten
Werken.
Mein Projekt befasst sich vor allem mit folgenden Fragestellungen:
Die Auseinandersetzung mit Migration und Gender in den Werken
meines Korpus; Thematisierung von Spracherwerb und Schreiben in
einer Fremdsprache / Zweitsprache; die Rolle der Ursprungsländer
als imaginary homelands (Salman Rushdie); die Bedeutung
der skandinavischen Länder als neue Heimat und dritter Raum
des in-between-Seins (Homi Bhabha). |